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Auswirkungen von hohen Dauerbegrünungen auf Pillzgefahr
Was meint ihr, vielleicht hat der eine oder andere schon Erfahrungen. Wer die Weinberggassen begrünt hat, wird vor allem in feuchteren Jahren eine recht hohe Begrünung haben. Haben hohe Begrünungen einen Effekt auf die Pilzanfälligkeit der Reben?
Da hast du bestimmt Recht. Andererseits müssten hohe Begrünungen gerade in feuchten Jahren den Reben auch helfen, oder? Nehmen mehr Wasser auf und verhindern so Staunässe. Und unabhängig vom Niederschlag binden sie auch Stickstoff und verhindern so eine Überversorgung der Reben (was auch pilzfördernd wäre) - gut, letzteres kann man durch präzises Düngermanagement verhindern.
Ist natürlich ein schwieriges Thema, weil es noch von vielen anderen Faktoren abhängt. Aber bin gespannt auf weitere Erfahrungsberichte.
Zitat
Wenn die Begrünung sehr hoch ist und dazu beiträgt, dass die Reben durch Tau, Regen, etc. länger feucht bleiben oder nicht abtrocknen können, dann ist es sicherlich so, dass dadurch die Pilzanfälligkeit steigt.
Das ist nicht ganz richtig, denn die Pilzanfälligkeit steigt sogar sehr stark. Was nutzen Dir Deine Reben, wenn diese von Pero, Botrytis u.a. Pilzkrankheiten beeinträchtigt bis hin zum Totalverlust werden.
Deine anderen Argumente sind auch nicht stichhaltig.
Der Unterwuchs braucht nicht eine Überversorgung mit Stickstoff beseitigen, wenn Du nicht vorher mit Stickstoff überdüngst hast. Ohne Stickstoffdüngung gibt es keine Überversorgung des Bodens mit Stickstoff. Es gibt im Boden keine nennenswerten anorganischen natürlichen Minerale mit Stickstoff. Wie versorgt sich die Natur mit Stickstoff? In erster Linie durch die Oxydation des Stickstoffs durch Blitze und zum kleinen Teil durch Knöllchenbakterien an Leguminosen. D wird noch große Probleme durch die Stickoxidreinigung bei Motoren und anderen Hochtemperaturprozessen bekommen, denn das war eine kostenlose Stickstoffdüngung, die es zunehmend nicht mehr gibt.
Der Wasserverbrauch des hohen Unterwuchses ist auch kein Vorteil, denn in den letzen 10 Jahren war nicht ein Zuviel, sondern ein zu wenig Niederschlag ein Problem. Dieses regenreiche Jahr 2021 ist eine totale Ausnahme und rechtfertigt deshalb keinen hohen Unterwuchs zur Wasserregulierung.
Wenn es in Weinbergen einen niedrigen Unterwuchs gibt, dann zur Mineralisierung des Luftstickstoffs durch Leguminosen, also um den Stickstoffgehalt des Bodens zu erhöhen und nicht zu erniedrigen. Falls ein höherer Unterwuchs angesäht wurde, dann wird dieser bald umgewalzt, damit sich daraus Humus bildet. Ein weiterer Grund ist die Fixierung des Bodens, um bei Regenfällen das Auswaschen des nackten Boden zu verhindern, denn Weinberge haben ein hohes Gefälle. Ein weiterer Effekt von Unterwuchs ist die Vergrößerung der Reifezeit, was z.B. an der Mosel und am Kaiserstuhl dem Klimawandel entgegen wirken soll. Die meisten Hobbywinzer wollen eher eine Verkürzung der Reifezeit.
Wenn Profiwinzer das zumindest zeitweise so machen, dann können diese die höhere Pilzgefahr durch harte Profi-Fungizide unter Kontrolle halten. Das können die meisten Hobbywinzer nicht. Hobbywinzer müssen zumeist mit recht schwachen Fungiziden auskommen und müssen deshalb zum Pilzschutz Piwis anbauen und Anbaumethoden umsetzen, die die Pilzgefahr in Grenzen halten.
Ein Staunässeproblem wird auch kaum jemand haben, denke ich. Eher das Gegenteil - zu wenig Wasser.
Hoher Unterwuchs kann meiner Ansicht nach also nicht gut sein.
Erstens wird dem Boden so nicht nur Stickstoff, sondern auch andere Nährstoffe entzogen. Zweitens bringt hoher Unterwuchs neben einem eventuellen Feuchtigkeitsproblem, auch immer andere negative Aspekte mit sich: hoch heißt für mich eigentlich immer ungepflegt. Hoher Unterwuchs bedeutet also: mehr Unkräuter, mehr Insekten, mehr Schädlinge. Hoher Unterwuchs wie z.B. Brennessel, Ackerwinde, etc. fördert auch Krankheiten die Schwarzholzkrankheit, die über die Glasflügelzikade auf die Reben übertragen wird.
So macht mein Kollege im Polen welche hat Wetterbedingungen wie Ditmar.
Arkadia Reihen fährt jeder paar Wochen mit Traktor fressen.
https://m.fotosik.pl/zdjecie/3f394485a8e779ec
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Was für Polen gut ist,ist für uns in DE zur Zeit eine Katastrophe.. letzte Jare waren so warm dass man Boden von Wärme schützen sollte. vor allem Riesling bringt schlechte Ergebnisse..Am besten noch mulchen dass Boden kühler bleit...
#9
Der Vorteil bei hohen Dauerbegrünungen ist das man sie mähen oder walzen kann, dann sind sie kurz. Probleme der hohen Begrünung sind damit gelöst.
Mit Bodenbearbeitung, also zB unterfräsen von Unkraut, kann man auch den Pilzdruck erhöhen. Es sorgt jedes mal für Mineralisierungsschübe, Stickstoff wid frei, Botrytisrisiko steigt, Holzreife verzögert usw.
Dauerhaft schwarze Erde wird niemand lange durchhalten können. Der Boden verarmt nicht nur an Nährstoffen, sondern vor allem er verliert seine Struktur. Er erfüllt igrendwann seine Funktion nicht mehr, Wasseraufnahme gestört, Wasserableitung gestört, Durchlüftung gestört, Biologische Aktivität gestört, daraus folgt: Rebenwachstum gestört.
Man kann also nicht ohne Begrünung auf Dauer. Die Frage ist nicht ob Begrünung, sondern wie Begrünen?
Man steuert damit aktiv das Wachstum, die Gesundheit, das Aroma. Material zum nachlesen gibt es zur Genüge.
Zitat von Anselmo im Beitrag #3
Nehmen mehr Wasser auf und verhindern so Staunässe. Und unabhängig vom Niederschlag binden sie auch Stickstoff und verhindern so eine Überversorgung der Reben
Wenn man die Begrünung einfach auf unterhalb von 40cm hält, dann hat man ja diese positiven Effekte auch. Und spart sich die Negativen - wie mehr Pilze - weil sich im Hohen Gras mehr Feuchtigkeit hält nahe der unteren Weinblätter.
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