Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Reblaus
Beiträge: 94 | Punkte: 298 | Zuletzt Online: 21.08.2018
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Neustadt an der Weinstrasse
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09.10.2017
Geschlecht
männlich
    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 18.08.2018

      Heute habe ich mal Milch und Urgesteinsmehl zusammen gespritzt. Das Urgesteinsmehl hat ebenfalls eine vorbeugende Wirkung gegen Pilzkrankheiten. Bis auf die Tatsache, dass die Spritzdüse 3-4 mal verstopft war, hat das Spritzen insgesamt gut funktioniert, besser als ich befürchtet habe.

      Das ist das schöne an Bio-Trauben. Man kann durchgehend bis in den Herbst spritzen, so lange die Blätter noch grün sind, um sie gegen Pilzinfektionen zu schützen und trotzdem gleichzeitig leckere Trauben essen. Ziel ist die Reben so gesund wir irgend möglich durch den restlichen Sommer und den Herbst zu bringen.

      Hier mal ein Bild von einer fast am Boden hängenden Piesnia. Das Stilgerüst zeigt deutlichen Befall von Mehltau, aber die Beeren haben fast nichts abbekommen und sind geschmacklich nicht beeinträchtigt. Ab einem bestimmten Entwicklungsstadium kann Mehltau den Beeren nichts mehr anhaben.|addpics|hus-12-49bf.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Veredeln-Umveredeln" geschrieben. 15.08.2018

      Hier ist ein Film zu diesem Thema:

      https://youtu.be/KL4KtgUIdSs

      Noch mehr Filme gibt es unter dem Suchbegriff “saison chipbudding” oder “Saison T-budding”

      Die Winzer in Italien, Spanien und Frankreich machen so etwas scheinbar öfter. Sie verlieren dadurch nur 1 bis 1,5 Jahre an Ernte. Bei einer Neupflanzung sind es gleich vier Jahre. Insofern ist dies eine wirtschaftlich interessante Methode, die Rebsorte zu wechseln.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Veredeln-Umveredeln" geschrieben. 14.08.2018

      Hier mal was ganz seltenes in Deutschland: eine Standortveredelung von einem kompletten Wingert! Normalerweise reißen die Winzer nach ein paar Jahren die alten Reben raus und pflanzen neue Reben. Diese tragen aber erst in 3-4 Jahren. Dieser Winzer hat die alten Reben oben gekappt und im gesamten Wingert jeweils in der Mitte des Stamms mit einem T-Schnitt ein Auge in die Rinde gesetzt und mit Band umwickelt. Somit wird das wertvolle Altholz erhalten und nur die Sorte gewechselt. Schon im nächsten Jahr wird er den ersten Ertrag haben und verliert nur 1 Jahr. Unterhalb der neuen Veredelung wurde die Rinde quer eingesägt, damit der Saftfluss das neu eingesetzte Auge nicht “ertränkt”. Habe ich so noch nicht gesehen.|addpics|hus-10-52ef.jpeg,hus-11-6d20.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Erziehung von Reben" geschrieben. 14.08.2018

      Frage an Jakob, nicht über PM, sondern über das Forum, damit alle was lernen:

      Ich hatte ja eine ganze Reihe Reben über Jahre in Töpfen und habe sie letztes Jahr ausgewildert, d.h. ins Freie gesetzt. Obwohl sie schon mehrere Jahre alt sind, haben sie einen relativ dünnen Stamm. Die Reben hingegen, die ich letztes Jahr als einjährige gekauft und direkt ausgepflanzt habe sind in der Regel sehr stark gewachsen und haben die ehemaligen Topfreben längst überholt. Ich würde jetzt den Stamm gerne stärker entwickeln, damit die Rebe insgesamt stärker wird, sich besser entwickelt und mehr Trauben tragen kann.

      Ich hätte zwei Ideen:

      1. Einfach einen kleinen Kordon belassen, alle Ruten auf dem Kordon wachsen lassen um Blattmasse zu erzeugen und über zwei Jahre hinweg alle Gescheine entfernen, damit die Rebe Kraft sammeln kann.

      2. Alles bis auf eine Fruchtrute wegschneiden, nur zwei Augen stehen lassen, den stärksten Trieb hochziehen und die Rebe quasi neu aufbauen.

      Was hast Du für einen Rat?|addpics|hus-y-58ac.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 14.08.2018

      Ich habe die Valentine von Dir, Jakob. Sie sieht von der Form der Trauben und den Beeren her auch genauso aus wie auf den Bildern im Internet. Deshalb bin ich ziemlich sicher, dass es Valentine ist. Sie ist aber noch nicht reif, schmeckt noch unreif und noch nicht nach Muskat. Ich habe gelesen, dass sie erst bei Vollreife ein bisschen nach Muskat schmeckt. Valentine ist gesund, die Trauben haben kein Mehltau, obwohl sie sehr tief hängen.

      Ob ich alles biologisch anbauen kann, wird sich zeigen. Es ist noch zu früh, eine verbindliche Aussage zu treffen. Dieses Jahr war nicht typisch. Im Frühjahr sehr viel Regen, danach über Monate gar kein Regen und große Hitze. Deshalb empfand ich es nach der Regenzeit eher als leicht, den Mehltau mit biodynamischen Spritzungen im Griff zu behalten. Die Reben sind aktuell noch fast alle in einem wirklich sehr guten Zustand. Selbst Reben mit einer weniger guten Resistenz wie Velika, Aljoshenkin, Chevchenko, KM Lutschistii usw. sind gesund. Beweisen muss sich der biodynamische Anbau jedoch in “normalen” Jahren, wenn es in regelmäßigen Abständen regnet. Auf diese Herausforderung freue ich mich schon.

      Ich denke, dass ich erst in zwei Jahren eine beweisbare Aussage treffen kann. Dann habe ich vier unterschiedliche Jahre Erfahrung im biodynamischen Anbau und kann meine Erfahrungen auch belegen. Da aber die ersten beiden Jahre schon sehr gut verlaufen sind, bin ich sehr optimistisch: Bio funktioniert, nur der Aufwand ist höher. Anbei noch zwei Bilder von Lora und KM Zaparoshki: keine Monstertrauben, aber für das zweite Standjahr schon vielversprechend.|addpics|hus-w-8bb9.jpeg,hus-x-2b86.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Fehler" geschrieben. 08.08.2018

      Zitat von jakob im Beitrag #38

      Und ich verstehe nicht warum seit Jahren schwache Wachstum und du hast immer wieder 4-5 Triebe? Nur ein Trieb ziehen egal was! Hast du vergessen?.


      Nein, habe ich nicht vergessen. Die Rebe habe ich im Herbst 2015 vom Schmidt bekommen und im Frühjahr 2016 auf zwei Augen zurückgeschnitten. Davon habe ich einen Trieb gezogen. Da dieser Trieb zu schwach war, habe ich in 2017 noch mal auf zwei Augen geschnitten und wieder einen Trieb gezogen. Diesmal hing aber eine Traube dran und ich war neugierig, wie sie schmeckt. Das hat die Rebe ausgelaugt und geschwächt. Das war der erste Fehler.

      In 2018 habe ich dann drei Augen stehen lassen, so wie Du es auch machst und alle drei Triebe wachsen lassen. Ich habe aber nicht bedacht, dass der Stamm dafür noch viel zu dünn ist. Das war der zweite Fehler. Das gezeigte Bild ist das Ergebnis davon. Wie gesagt: Anfängerfehler.

      Im nächsten Frühjahr fange ich wieder von vorne an und werde wie auf dem Bild dargestellt erneut auf zwei Augen zurück schneiden und wieder nur einen Trieb ziehen, damit der Stamm dicker wird. Damit habe ich dann insgesamt drei Jahre verloren. Das wollte ich als Warnung an das Forum weitergeben. Disziplinlosigkeit wird gnadenlos bestraft. Auf diese Weise habe ich die Akademik von Dir sogar komplett verloren. Die Rebe war durch eine Traube im zweiten Jahr so geschwächt, dass sie direkt nach Reifwerden der Traube eingegangen ist.

      |addpics|hus-v-62fd.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 06.08.2018

      Den falschen Mehltau habe ich mittlerweile voll im Griff. Das Entfernen und die separate Entsorgung der befallenen Blätter hat scheinbar geholfen. Zudem hat das extrem trockene Wetter unterstützend gewirkt. Kein Regen, keine Neuinfektion. Gestern habe ich eine Backpulverspritzung verabreicht, da ich bei den letzten Spritzungen mit Milch einige Triebspitzen nicht sauber erreicht habe und ein paar davon nun echten Mehltau aufweisen (Zeigertriebe). Aber alles noch voll im grünen Bereich. Die Kieselsäure lasse ich schon seit ein paar Wochen weg, da sie aufgrund der Erfahrung im letzten Jahr den Geschmack der Beeren beeinflusst, wenn sie zu nah am Reifezeitpunkt ausgebracht wird.

      Im Moment sind bei mir sehr viele Sorten reif. Da ich stark ausgedünnt hatte, sind aktuell alle ultrafrühen, die sehr frühen und die frühen Sorten auf einmal reif. Also verschenke ich notgedrungen großzügig an die Gartennachbarn, die allesamt staunen, dass es schon so früh so große und so leckere Trauben gibt. Das ist für eine Weinregion neu. Da habe ich einfach nicht aufgepasst. Im nächsten Jahr werde ich mit der Belastung mehr spielen und somit den Reifezeitpunkt der einzelnen Sorten besser steuern und aufeinander abstimmen, um nicht zu viele reife Trauben auf einmal zu haben. Wieder was gelernt.

      Damit Ihr seht, dass der Biodynamiker nicht nur Kümmertrauben (siehe Rubrik “Fehler”) produziert, anbei ein paar Bilder von gelungenen Trauben. Zuerst Phaeton, für das 2. Standjahr nicht schlecht, dann Katrusja, für das 2. Standjahr schon beachtliche Trauben, dann Valentine, für das 2. Standjahr meiner Meinung nach auch nicht schlecht und zuletzt BulUst, ebenfalls 2. Standjahr. Und das Beste: alles 100% Bio! Das gibt einen sehr positiven Ausblick auf die kommenden Jahre. Die Vorfreude darauf ist jetzt schon da.

      An dieser Stelle vielen Dank an die altgedienten Forenteilnehmer, von denen ich in den vergangenen Jahren einiges gelernt habe. Insbesondere geht mein Dank an Jakob, ohne dessen profunde Kenntnisse und Erfahrung (und Super-Traubensorten) ich das in dieser Form niemals hinbekommen hätte. Chapeau! |addpics|hus-r-82e6.jpeg,hus-s-df95.jpeg,hus-t-fc7e.jpeg,hus-u-3a15.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Fehler" geschrieben. 31.07.2018

      Hier zwei Negativbeispiele, wofür ich keine Erklärung habe:

      Phaeton, Rebe vom Herbst 2016, sehr gutes Wachstum, zu viele Jungfernbeeren, keine Ahnung warum.

      Anja, Rebe aus dem Jahr 2014, vor der Auspflanzung mehrere Jahre Kübelhaltung, im fünften Jahr ohne Ertrag. Keine Ahnung warum das so ist.

      |addpics|hus-p-19c6.jpeg,hus-q-ad7c.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Fehler" geschrieben. 31.07.2018

      Hier zwei Negativbeispiele, was passiert, wenn man es nicht abwarten kann, schon im ersten Jahr Trauben wachsen lässt und so die Pflanze extrem auslaugt. Man erhält solche Hungerleider, die nun Jahre brauchen, um zu einer normalen Stärke heranzuwachsen. Die bringen dieses Jahr keine Trauben und nächstes Jahr auch nicht. Absoluter Anfängerfehler.

      Viktor, Rebe aus dem Jahr 2015, der Stamm gerade mal so stark wie ein Bleistift, Kümmerer

      Rubinowy Jubiley, Rebe aus dem Jahr 2015, der Stamm gerade mal so stark wie ein Bleistift, Kümmerer

      |addpics|hus-n-8d20.jpeg,hus-o-d822.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Fehler" geschrieben. 31.07.2018

      Hier zwei Negativbeispiele von Trauben, die sehr tief hingen und durch die zu hohe Gründüngung Mehltau bekommen haben:

      Baikonur, Rebe vom Herbst 2016, keine Kübelhaltung, im März 2017 ausgepflanzt, sehr gutes Wachstum

      Nadezhny, eigene Grünveredelung aus 2016, keine Kübelhaltung, im März 2017 ausgepflanzt, sehr gutes Wachstum
      |addpics|hus-l-beb1.jpeg,hus-m-78fe.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Fehler" geschrieben. 31.07.2018

      Grundsätzlich sind alle Reben, die bisher ich mangels Grundstück notgedrungen erst im Kübel gehalten und erst Jahre später ausgepflanzt habe, denjenigen Reben, die ich gleich bzw. im Frühjahr nach dem Kauf gepflanzt habe, im Wachstum weit hinterher, obwohl sie mehrere Jahre älter sind und bei der Pflanzung eine größere Wurzelmasse hatten. Der vermeintlich Wachstumsvorteil der Kübelreben ist in Wirklichkeit ein Nachteil. Diese Reben sind schwächer entwickelt und die Wurzeln sind vom Gießen verwöhnt und erst mal zu faul zum wachsen. Deshalb wenn irgend möglich die Reben in den natürlichen Boden setzen.

      Die Trauben fallen dieses Jahr sehr unterschiedlich aus. Hier ein paar extreme Negativbeispiele:

      Kodreanka, Rebe aus dem Jahr 2012, fünf Jahre im Kübel gehalten, im März 2017 ausgepflanzt.

      Azalia, Rebe aus dem Jahr 2013, vier Jahre im Kübel gehalten, im März 2017 ausgepflanzt. Leichter Mehltaubefall

      Ontario, Rebe aus dem Jahr 2012, vier Jahre im Kübel gehalten, im März 2017 ausgepflanzt.|addpics|hus-i-089a.jpeg,hus-j-5912.jpeg,hus-k-fe33.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Fehler" geschrieben. 30.07.2018

      Die meisten in diesem Forum präsentieren überwiegend ihre Erfolge. Das ist auch gut so. Erstens kann man an den tollen Bildern erkennen, was in den verschiedenen Gebieten in Deutschland, Österreich, Südtirol usw. mit Tafeltrauben alles möglich ist und kann sich daran messen. Ohne Vergleiche weiß niemand, wo er genau steht. Zweitens ist es für Anfänger und Einsteiger ein guter Ansporn, in den Anbau von Tafeltrauben einzusteigen, um irgendwann genauso tolle Erfolge für sich zu verbuchen.

      Andererseits meine ich, sollte man auch seine Misserfolge darstellen um zu zeigen, dass der Erfolg sich nicht von alleine einstellt. Man muss auch bei Misserfolgen Größe zeigen. Insbesondere diejenigen, die frisch einsteigen, werden gerade in der Anfangszeit die eine oder andere herbe Enttäuschung und Rückschläge hinnehmen müssen und können aus unseren Fehlern lernen. Und sie müssen sich dann nicht mehr fragen, warum das den Erfahrenen nicht passiert.

      Ich habe dieses Jahr den Fokus explizit auf die Pflanzenstärkung, die Pflanzengesundheit sowie den Boden ausgerichtet und den Ertrag hinten angestellt. Deswegen gibt es eine geringe Ernte. Aber ich habe auch Fehler gemacht. Bitte bei den nachfolgend gezeigten Bildern nicht davon ausgehen, dass dies grundsätzlich das Ergebnis des biodynamischen Anbaus ist! Natürlich habe ich auch schöne Exemplare anzubieten, aber dieses Jahr leider noch nicht allzu viele. Und wenn ich die “Granaten-Trauben” von Jakob, Micha74, Urmel, Pferr, Silesier usw. sehe, dann bin ich mit meinen Reben, die erst seit März 2017 ausgepflanzt sind, noch ein gutes Stück entfernt. Dafür bin ich dieses Jahr in Sachen Bioanbau einen großen Schritt voran gekommen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Tafeltrauben in Topf und Kübel" geschrieben. 30.07.2018

      Das sind Super-Ergebnisse für Topfreben! Genau richtig gemacht, nur ca. 4 Trauben wachsen lassen, alles andere wäre zuviel für eine Topfrebe und würde Dir im Folgejahr zum Nachteil gelangen. Auf Bild 3 sieht man, dass die Töpfe gar nicht so groß sind. Ich hätte da aufgrund von Bild 1 und 2 größere Töpfe erwartet. Da sieht man, was für Traubenfans möglich ist, die keinen Garten besitzen. Man darf halt nur nicht den Vergleich zu frei sitzenden Reben ziehen, da dort der Ertrag mit den Jahren logischerweise höher ist.

      Das sind bildschöne Trauben. Ein toller Ansporn für diejenigen, die bei Topfreben vielleicht bisher gezweifelt haben.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Traubenwickler und Sauerwurm" geschrieben. 23.07.2018

      Ich kann die Beiträge in diesem Thema nicht bestätigen. Zudem wird einiges durcheinander geworfen. Pheromonfallen entsprechen nicht der Verwirrmethode. Diese Pheromonfallen werden nur vereinzelt aufgehängt, um die Populationsstärke einer Spezies zu kontrollieren. Die Fallen enthalten weibliche Pheromone und ziehen so die Männchen an, die auf der Suche nach Weibchen sind, welche den gleichen Lockstoff aussenden, um die Männchen anzulocken. Die Fallen sind mit einer klebrigen Substanz versehen, so dass die Männchen haften bleiben und verenden. So kann der Obstanbauer feststellen, wie viele Männchen gerade unterwegs sind und seine Abwehrstrategie zielgenau danach ausrichten.

      Die Verwirrmethode hingegen beruht darauf, dass der Winzer Pheromondispenser in großer Anzahl in regelmäßigen Abständen im Weinberg aufhängt. Diese Dispenser senden den weiblichen Lockstoff aus, so dass eine geschlossene Pheromonwolke entsteht. Die Folge ist, dass die Männchen die Weibchen nicht lokalisieren können und somit findet keine Begattung (Befruchtung) statt und folglich gibt es auch keine befruchteten Eier und keine neuen Maden. Die Trauben bleiben verschont. Laut Angaben der BASF wird diese Methode ab ca. 20 ha., in Einzellagen ab 1 ha empfohlen, d.h. die Wirkung garantiert. Diese Fläche bewirtschaftet wohl keiner von uns. Die Wirkung auf kleinen Flächen wird aber vom Hersteller explizit nicht ausgeschlossen, halt nur nicht garantiert.

      Deshalb besorge ich mir seit vielen Jahren diese Dispenser, ignoriere die Empfehlung des Herstellers und hänge sie auf, bisher immer mit durchschlagendem Erfolg. Warum auch nicht? Ob die Pheromonwolke groß oder klein ist, spielt nach meinen eigenen Erfahrungen keine große Rolle. Die Männchen finden auch in einer kleinen Wolke die Weibchen nicht. Ich habe diese Methode bereits in einem Nicht-Weinanbaugebiet auf ca. 100 qm erfolgreich angewendet, in einem Weinanbaugebiet mit angrenzenden Weinbergen auf ca. 250 qm und aktuell in einem Weinanbaugebiet auf einer isolierten Fläche ohne angrenzende Weinberge auf ca. 600 qm. Das Ergebnis ist und war immer das gleiche: absolut keine Probleme mit dem Traubenwickler. Wichtig ist, die empfohlenen Abstände einzuhalten um eine geschlossene Wolke zu erzeugen, die Randbereiche stärker zu bestücken und wenn möglich ein paar Dispenser im ganzen Garten aufzuhängen, um die Pheromonwolke nicht nur auf die Trauben zu beschränken. Ich frage mich, ob diejenigen, die die Wirksamkeit der Verwirrmethode auf kleinen Flächen in diesem Forum leugnen, es überhaupt selbst schon einmal versucht haben. Ausprobieren geht über studieren.

      Da dem Traubenwickler die Farbe der Trauben egal ist, wenden bei uns fast alle Winzer diese Methode erfolgreich an, natürlich auch beim hier weit verbreiteten Riesling, der bekanntlich helle Beeren hat.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 12.07.2018

      Vorderpfälzer hat recht, aber das gilt halt nur für trockene Sommer. Deshalb ziehen wir unterschiedliche Schlüsse daraus. Ich kann als Hobbygärtner die Gründüngung jederzeit an die jeweilige Wetterlage anpassen. In normalen Jahren kann ich die Gründüngung auf das gewünschte Maß einkürzen und in sehr trockenen Sommern sehr niedrig halten. In einem nassen Frühsommer wie in diesem Jahr kann ich die Gründüngung so lange wachsen lassen, bis wieder Trockenheit droht. So entsteht keine Wasserkonkurrenz. Auf diese Weise konnte ich dieses Jahr das Maximum an Gründüngung erzeugen. Schaut die Stärke der Triebe und die Blätter von diesen zweijährigen Reben an: keine Spur von Wassermangel. Wer also auf zwei zählen kann, ist im Vorteil! Das Mulchen der Gründüngung kam allerdings gerade rechtzeitig vor der momentan viel zu langen Trockenperiode.

      Zunehmend mehr Winzer nutzen übrigens die zweite Gasse zumindest für eine temporäre, jedoch niedrige Gründüngung. Sie können mit ihren vielen Hektar Reben halt nicht so individuell reagieren wie ein Hobbygärtner und halten zur Vermeidung von Trockenstress in den meisten Fällen im Sommer die zweite Gasse frei.

      Ich habe bisher folgende Lehren aus diesem Jahr gezogen:

      Ich muss ehrlich konstatieren: einige der niedrig wachsenden Rebenblätter zeigen einen Befall mit falschem Mehltau. In mehreren Fällen zeigen sogar niedrig wachsende Trauben einen Mehltaubefall. Das hatte ich bisher noch nie. Ich entferne bei meinen Durchgängen alle befallenen Blätter und Trauben und entsorge sie außerhalb des Gartens. Das scheint zu helfen, die weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Gründüngung war in diesem Fall insgesamt zu hoch und hat eine Trocknung der nassen Blätter und Trauben verhindert. Ich hätte früher reagieren müssen. Nächstes Jahr wird sie einfach rechtzeitig eingekürzt. Zumindest ermöglicht das Entfernen der unteren Blätter eine bessere Sonneneinstrahlung auf die restlichen Trauben. Beim Entblättern entfernen die Winzer jedenfalls deutlich mehr Blätter als ich mit den Mehltau-Blättern.

      Die oberen Triebe befinden sich mittlerweile auf 2,5 - 3 Meter Höhe. Da ist mit dem kurzen Schlauch der Rückenspritze nicht gewährleistet, dass man bei der Spritzung alle jungen Blätter sorgfältig erwischt, d.h. ich muss die Spritze verlängern.

      Das Walzen der Gründüngung hat bewirkt, dass die Pflanzen extrem dicht am Boden liegen und vom Rasenmäher nicht richtig erwischt werden. Das Mulchen dauert doppelt so lang. Wieder ein zusätzlicher Arbeitsgang!

      Einige Trauben sind extrem lockerbeerig. Bei genauem Hinschauen sieht man, dass die Blüten dazwischen schwarz sind. So wie ich das sehe, bzw. wie Jakob an anderer Stelle bereits geschrieben hat, war auch hier die Feuchtigkeit zu hoch und die Blüten sind verschimmelt. Ärgerlich! Im nächsten Jahr werde ich deshalb vor der Blüte Netzschwefel einsetzen.

      Einige andere Trauben sind stark verrieselt. Viele davon lohnt es gar nicht in Organzabeutel zu packen. Die Ursachen hierfür können ja mannigfaltig sein. Vielleicht hat ja einer von Euch gute Tipps auf Lager, wie man das Verrieseln vermeiden kann. Vielleicht haben die Reben zu viel ins Wachstum investiert?

      Es hat mit Viktor eine zweite Rebe mit niedriger Resistenz heftig mit falschem Mehltau erwischt. Diese habe ich versuchsweise individuell mit einer sehr schwachen Kupferspritzung (Kupferoktanoat) behandelt. Das hat hervorragend funktioniert. Für einen Biodynamiker erscheint dies als ein vertretbarer Kompromiss. Nur einige sehr wenige Reben werden mit einer schwachen Kupferlösung behandelt, der Rest der Reben den Regenwürmern zuliebe nicht.

      Insgesamt sieht es was die Rebengesundheit angeht noch alles recht gut aus und ich bin mit gewissen Einschränkungen zufrieden. Den echten Mehltau habe ich bis jetzt scheinbar im Griff, und das ohne jeglichen Einsatz von Chemie.

      Aber es wird dieses Jahr eine sehr magere Ernte (manche Reben tragen wenig, manche gar nicht, bei den übrigen hatte anfänglich viele Gescheine rausgeschnitten, dann Verrieselung, dann teilweise Mehltau an den Beeren, jetzt lange Trockenheit) und wir haben ja erst Anfang Juli. Da kann noch einiges kommen. Wenn ich mir die tollen Bilder Eurer Trauben anschaue, kann ich leider nicht annähernd mithalten. Aber meine Reben sind ja erst im 2. Standjahr und somit noch jung. Trotzdem kann man da neidisch werden …

      Und die Sorte Anja bringt wieder keine Trauben hervor, dabei ist sie absolut gesund und wird gut behandelt. Mittlerweile das 5. Jahr ohne Ertrag. Woran liegt das wohl? Hat da jemand (am besten ein Frauenversteher) eine Idee?

      Abschließend noch folgende Info: Ich habe Herrn Schmidt angeschrieben, ob er wieder was außer der Reihe anbietet. Falls es jemand interessiert: dieses Jahr hat er noch Dolgoschdanni, Stoletie, KM Balliet, Galachad und Serafimovski in kleiner Stückzahl im Angebot.
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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 11.06.2018

      Zitat von Dietmar im Beitrag #104
      Auch die Wirkung von Kieselsäure ist (in hohen Konzentrationen) nachgewiesen, aber solche sind wohl kaum mit z.B. Brennnesseltee zu erreichen.


      Die Kieselsäure liegt in einer Form vor, in der sie durch Erhitzen auf 80°C und einer anschließenden Standzeit von 24 Stunden aus den Pflanzen herausgelöst werden kann. Und diese Menge wird dann sogar noch einmal 1:10 verdünnt auf die Reben aufgebracht. Die herausgelöste Menge reicht folglich mehrfach aus. Man kann auch fertigen Schachtelhalmextrakt kaufen.

      Biodynamiker arbeiten nicht mit hohen Dosen, weil die Pflanzen das nicht benötigen. Sie arbeiten grundsätzlich mit geringen Dosen, gerade soviel, um die Immunabwehr der Pflanze anzuregen.

      Anbei zwei Bilder der Sommergründüngung. Was für eine tolle Wurzel- und Biomasse! Der Garten ist voller Bienen, Wildbienen, Hummeln etc. Ein kostenloses Freiluftkonzert! Und man entdeckt ständig neue Insekten und Käfer, die man vorher noch nie gesehen hat. Unglaublich, wieviel Leben auf wenigen Quadratmetern entsteht, wenn man der Natur die Möglichkeit dazu gibt.

      Doch jetzt geht es der ca. 1,6 Meter hohen Gründüngung an den Kragen. Sie wird mit einer Walze platt gewalzt (rechtes Foto). Die fleischigen Stengel werden abgeknickt, aber nicht durchtrennt. Das verhindert ein weiteres Wachstum und reduziert so die Wasserkonkurrenz zu den Reben. Zudem steigt mit zu hoher Gründüngung die Mehltaugefahr. Doch die Pflanzen bleiben am Boden liegend am Leben, dienen weiterhin als Bienennahrung und warten so darauf, Ende Juni gemulcht zu werden. Mein Knoblauch und der Lauch sind nicht mehr zu sehen. Der Druck der Gründüngung war scheinbar zu stark. Schade, das hat leider nicht funktioniert.

      Dieses Jahr lasse ich alle Triebe und alle Geize wachsen mit dem Ziel, viel Blattmasse zur Stärkung der Reben zu erzeugen, die ins Holz eingelagert werden. Gleichzeitig habe ich die Gescheine drastisch reduziert, damit die Reben mehr Kraft ins Wachstum investieren. Um die Blattmasse gesund zu halten, werden die einzelnen Triebe per Hand nach Bedarf am Drahtgerüst nach links und rechts verschoben, also geordnet. Das bedeutet Aufwand, erzeugt aber eine luftdurchlässige Laubwand. So trocknen die Blätter nach Regenfällen leichter und man erreicht die Blätter besser bei den Spritzungen, was für die biodynamische Arbeitsweise besonders wichtig ist.

      Bisher zeigt nur Rizamat Ustoijtschivij Krankheitszeichen, genau wie letztes Jahr. Ihre Resistenzwerte liegen aber auch nur knapp über dem Durchschnitt, sie ist für den biodynamischen Anbau demnach nicht geeignet und wird ersetzt.

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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 31.05.2018

      Das Konkurrenzprinzip ist nicht der führende, sondern nur ein willkommener Nebeneffekt. Die Behandlung mit diversen Tees beruht darauf, dass bestimmte Pflanzenstoffe andere Pflanzen in der Immunität gegen äußere Einflüsse stärken. So dringt z.B. die Kieselsäure von Ackerschachtelhalm, Mädesüß und Brennnessel und anderen kieselsäurehaltigen Pflanzen in die Wände der Blattzellen der behandelten Pflanzen ein und macht sie widerstandsfähiger gegen den echten Mehltau.

      Die Milch wiederum enthält neben den bereits genannten Bakterien z. B. u. a. Natriumphosphat, ein Bestandteil der Phosphorsäure, was zwar einerseits direkt den Mehltaupilz angreift, aber viel wichtiger über die Blattzellen in das Blatt eindringt und aktive Schutzwirkung entfaltet. Phosphorsäure ist auch in Phosfik enthalten, was manche von Euch als Blattdünger einsetzen. Was mancher vielleicht nicht kennt, ist die vorbeugende und kurative Wirkung von Phosfik gegen Mehltau. Allerdings ist Phosphorsäure sehr stabil, baut sich nur wenig ab und ist somit auch noch in den reifen Beeren nachweisbar. Deshalb sollte man es mit Phosfik nicht übertreiben. Ich selbst nutze es nicht.

      Insofern hat Botaniker recht, wenn er auch beim Einsatz von Milch vom Einsatz chemischer Mittel spricht. Aber hier sprechen wir über natürlich vorkommende, nicht synthetisch hergestellte und in der Wirkstoffmenge gering dosierte Wirkstoffe. Wer denkt beim Milchtrinken schon an Säure? Die Pflanzen sollen wie bei einer Impfung beim Menschen einen Impuls von außen erhalten, um das eigene Immunsystem stärker zu aktivieren. Diese Wirkungsmechanismen sind sehr komplex. Komposttee enthält z. B. u. a. Humin- und Fulvosäure, was ebenfalls in die Zellen eindringt und das Immunsystem der Pflanzen stärkt usw. usw.. Diese Effekte wirken aber nur lokal begrenzt, da diese immunisierenden Pflanzenstoffe nicht wie systemische Mittel durch die Pflanze hindurch transportiert werden und somit auch die Pflanzenteile schützen, die von der Spritzung nicht erreicht wurden. Deshalb muss man die von mir beschriebenen Spritzungen sehr sorgfältig durchführen, um auch jeweils die frischen Neutriebe zu erwischen.

      Tee für Reben zu kochen mag für manche sicherlich belustigend sein, aber nur, wenn man die tiefergehende, viel filigraner wirkende, wenn man so will ebenfalls chemischen Wirkungsweisen nicht kennt bzw. anerkennt. Die spannende Frage für mich ist: reicht das, was ich mache, am Ende aus?

      Wer nur synthetische Mittel einsetzt, ist auch nur deren schnelle und radikale “Hammerwirkung” gewohnt und nicht für die aufwändigen, kleinen, langwierigen, weniger effizienten aber nachhaltigeren Schritte der biodynamischen Bewirtschaftung empfänglich. Das kann ich durchaus nachvollziehen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 28.05.2018

      Zitat von Silesier im Beitrag #90
      Das ist alles zu kompliziert


      Biologisch-dynamische Bewirtschaftung ist nun mal aufwendig und erfordert eine sehr differenzierte Vorgehensweise. Einerseits beschweren sich alle darüber, dass sie nur noch genormtes und vor allem gespritztes Obst und Gemüse zu kaufen bekommen, andererseits ist Ihnen der Aufwand, Obst und Gemüse biologisch zu produzieren, wiederum zu hoch. Wenn ich es schnell und effektiv haben will, dann muss ich zwangsläufig Chemie verwenden. Dann kann ich aber auch gleich die Tafeltrauben aus dem Supermarkt kaufen, die alljährlich mit ihren Spritzmittelrückständen in der Presse sind.

      Die Entwicklung chemischer Mittel dient in Zeiten der Industrialisierung doch im Wesentlichen der Rationalisierung und Erlösoptimierung. Wer jätet oder hackt denn heute noch Unkraut im Feld? Zu aufwendig und zu teuer, wo es doch mit Glyphosat schneller, effektiver und billiger geht. Die negativen Folgen für Natur und Mensch werden dabei billigend in Kauf genommen. Wenn wir einfach nur Reben in größerer Stückzahl in den Garten pflanzen und sonst nichts daneben und dazwischen, schaffen wir automatisch eine anfällige Monokultur.

      Ich verbringe viel Zeit im Garten, weil ich nicht nur auf einen möglichst hohen Ernteertrag bei möglichst wenig Aufwand scharf bin. Ich betreibe den hohen Aufwand, befasse mich intensiv mit den Pflanzen, dem Boden und dem gesamten Ökosystem und bemerke dadurch zunehmend eine sehr hohe persönliche Zufriedenheit. Es macht z.B. richtig Spaß, alle paar Tage eine neue Pflanzenart in der Gründüngung zu entdecken und zu bestimmen, mittlerweile fast 30 Arten. Da kann man durchaus auch den Spott anderer gelassen ertragen.

      Wenn es gelingen sollte, meine Reben innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne (3-4 Jahre) so zu stabilisieren und zu stärken, dass eine chemiefreie Bewirtschaftung (ohne chemische Spritzmittel und Kunstdünger) möglich ist, dann hätten wir doch alle hier im Forum etwas davon. Wenn es nicht gelingt, haben wir auch was gelernt.

      Das mit der Hefe nehme ich gerne mit in mein Portfolio auf. Vielen Dank für den Tip. Insgesamt geht es aber wie schon oft gesagt nicht einfach nur um die kompromisslose Bekämpfung unliebsamer Gegenspieler im Garten. Sie gehören zum Ökosystem dazu, haben dort ihren Platz und sollten durch eine ganzheitliche Bewirtschaftung idealerweise nur in erträglichem Maß auftreten.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 25.05.2018

      Nachdem es diese Woche wieder mehrfach geregnet hat, habe ich meinen Reben zur Abwechslung mal einen Tee gekocht, und zwar einen Tee aus Mädesüß, Ackerschachtelhalm und Brennesseln. Der wurde mit der obligatorischen Milch ergänzt, im Verhältnis 1:10 verdünnt und dann kamen noch ein paar Tropfen Baldrian dazu. Die drei erstgenannten Teebestandteile sollen mit ihrem hohen Kieselsäureanteil die Reben stärken. Darüber hinaus enthalten Brennesssel und Ackerschachtelhalm neben verschiedenen Mineralien auch einen hohen Anteil an Silizium. Das Silizium erhöht die Pflanzenverfügbarkeit von Bor, Eisen, Mangan, Kupfer und Zink. Die Milch wirkt mit ihren Milchsäurebakterien und der Baldrian soll in diesem Stadium die Blühfreudigkeit der Reben anregen. Ziel ist es, die Reben die Saison über mit einer möglichst großen Vielfalt an Pflanzenwirkstoffen zu unterstützen und nicht nur mit einem einzigen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Neue Traubenpflanzen nicht gewachsen" geschrieben. 22.05.2018

      Zitat von Yomogi im Beitrag #46
      Zitat von Reblaus im Beitrag #45
      ...im ersten Standjahr...


      Bitte definiere mal 'erstes Standjahr'.




      Die Reben, die man im Allgemeinen zu kaufen bekommt, besitzen ein oder mehrere Triebe, die aus der Veredelungsstelle austreiben. Wenn man so eine Rebe vor sich hat, sollte man sie alsbald einpflanzen und wie von mir (bzw. von Jakob schon vor mir unzählige Male, von dem haben wir es gelernt) beschrieben verfahren. Das ist mit erstem Standjahr gemeint. Selbst wenn die Rebe bereits im 2. oder 3. Jahr nach der Veredelung ist (z.B. weil sie in der Rebschule in diesem Jahr nicht verkauft werden konnte), sich aber noch in dem kleinen Pflanztopf der Rebschule befindet, sollte man wie beschrieben verfahren. Entscheidend ist, dass nach dem Einpflanzen am Ende nur ein einziger Trieb der Veredelungsstelle entspringt. Dieser Trieb bildet später den Stamm der Rebe. Ist der Trieb, d.h. der spätere Stamm zu dünn, bekommst Du einen Hungerleider, der nie richtig in Gang kommt. Wer hier versucht Zeit einzusparen, indem er einen schwachen Trieb weiterentwickelt, wird keine Freude daran haben. Ich habe übrigens auch welche davon, weil ich am Anfang nicht mutig genug war!

      Und wie Jakob richtig schreibt: wenn der ausgewählte Trieb sich im 1. Jahr nur schwach entwickelt, sollte man im Folgejahr wieder ohne zu zögern auf zwei Augen zurückschneiden und den stärksten Trieb belassen. Erst wenn der Trieb stark genug erscheint, im Folgejahr etwa in Höhe des unteren Drahtes 3 Triebe entwickeln lassen.

Empfänger
Reblaus
Betreff:


Text:
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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