Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Reblaus
Beiträge: 203 | Punkte: 960 | Zuletzt Online: 06.11.2019
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Neustadt an der Weinstrasse
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09.10.2017
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männlich
    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Allgemeine Diskussion" geschrieben. 27.10.2019

      Zitat von Plakut im Beitrag #283
      Mich würden noch vielversprechende kernlose Sorten mit gutem PIWI interessieren.


      Ich persönlich kann den Hype um die kernlosen Sorten gut verstehen, folge ihm aber nicht. Als Pfälzer lernt man zwar schon in der Kindheit, Weintrauben so zu essen, dass man keine Kerne zerbeißt. Aber seit ich Tafeltrauben habe, zerbeiße ich zwischendurch immer wieder die Kerne der Trauben sehr gerne. Meistens nur bei den großbeerigen Sorten, dort sind die Beeren i.d.R. nicht so hart wie bei den kleinbeerigen und das Verhältnis Fruchtfleisch, Schale und Kerne ist vorteilhafter.

      Wenn man die Trauben vollreif erntet, sind die Kerne ebenfalls reif und somit nicht mehr bitter, sondern sie haben einen angenehmen nussigen Geschmack. Sie müssen allerdings schön braun durchgefärbt sein, dann passt das. Traubenkerne sind übrigens sehr gesund und enthalten jede Menge Antioxidantien und Radikalefänger. Sie wirken entzündungshemmend, schützen die Gefäße, verbessern die Durchblutung, senken den Blutdruck und sollen angeblich sogar vor Krebs schützen. Aber leider halt nur in zerbissenem Zustand. Unzerbissen wandern sie weitgehend wirkungslos durch den Körper hindurch und wirken nur als Ballaststoff (immerhin).

      Am Anfang ist das Zerbeißen ungewohnt, aber schon nach kurzer Zeit lernt man das Gefühl und den Geschmack zu schätzen. Einfach mal ausprobieren, auch wenn das nicht jedermanns Sache ist, insbesondere nicht die der Kinder.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 26.10.2019

      Heute habe ich meine letzten Trauben geerntet: Osenni Czerny. Normalerweise reichen bei mir die Trauben locker bis Anfang November, in diesem Jahr allerdings nicht. Irgendwie ist aufgrund der Sommerhitze wieder alles früher reif gewesen als sonst.

      Die biodynamischen Aktivitäten sind für dieses Jahr beendet, d.h. jetzt kehrt erst einmal Ruhe im Garten ein. Ich habe mir schon mal meine Erziehungsform näher angeschaut. Überall dort, wo ich Ertrag zugelassen habe, sind die Triebe zur Verlängerung nur mäßig bis schlecht gewachsen. Bei den Reben, bei denen ich den Ertrag weggeschnitten bzw. verloren habe, haben sich die Verlängerungstriebe hingegen ordentlich entwickelt. Das ist, soweit ich das durch das Laub erkennen kann, durchgängig so. Ich kann Jakob´s Erfahrungen also nur bestätigen: entweder man setzt auf Ertrag oder man setzt auf die Holzentwicklung. Beides zusammen kann die Rebe nicht leisten. Wenn die Blätter gefallen sind, liefere ich noch ein paar Bilder zur Veranschaulichung nach.

      Anbei noch zwei weitere Bilder. Auf dem einen Bild sieht man zwei schöne goldglänzende Rosenkäfer, die sich an ein paar Trauben stärken, die ich für die Natur hängengelassen habe. Das andere Bild zeigt Rozowi Tschudo, bei mir eine Sorte für die Vögel. Zumindest denen haben sie geschmeckt. Wie heißt es noch: sie säen und sie ernten nicht und der Herr ernährt sie doch!


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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Oktober 2019" geschrieben. 14.10.2019

      Wer Mitte Oktober noch täglich einen Teller voll schöner Trauben hat, hat (fast) nichts verkehrt gemacht. Auf dem Teller von heute sind vorne links Georg, vorne rechts Sophie, dahinter die immer noch grasgrüne Atlantis, die nach Wochen immer noch unverändert nach grünem Apfel schmeckt und links dahinter eine weiße Sorte, deren Namen ich leider verschlampt habe. Es war auf jeden Fall eine PIWI-Sorte, die ich mal vor Jahren beim Geilweiler Hof, dem Julius-Kühn-Institut in Siebeldingen, erstanden habe. Sie reift erst Anfang Oktober, ist knackig und schmeckt fruchtig.|addpics|hus-3x-0390.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Herstpflanzung oder Frühjahr?" geschrieben. 13.10.2019

      Dieses Bild kennt Ihr schon aus dem vorherigen Beitrag. Und so sieht der Wingert heute, nach fast 6 Monaten aus. Die meisten Reben sind in der Zwischenzeit sehr schön ca. 2,50 m gewachsen. Es gab nur sehr wenige Ausfälle über den trockenen Sommer. Dank konventioneller Spritzung sind die Reben noch schön grün. Und nun die Preisfrage für all diejenigen, die ihre Reben wässern als wären es Wasserpflanzen: wie oft wurde dieser Wingert seither gewässert?

      Antwort: gar nicht!

      Die Reben haben den extrem heißen und trockenen Sommer ohne jegliche Bewässerung schadlos überstanden. Vorsicht für Nachahmer: hier handelt es sich um Lehm-Löss-Boden. Bei sandigen Böden, die nur schlecht Wasser speichern, wird das evtl. so nicht funktionieren.

      Wo es auf jeden Fall funktioniert, ist bei den Tomaten. Ich gieße meine Tomaten nur am Anfang bis sie gut angewachsen sind. Dann stelle ich das Gießen komplett ein. Der Lohn sind Tomaten von hervorragendem Geschmack, so wie beim Tomatenpapst Erich Stekovic vom Neusiedler See, bei dem ich das abgeschaut habe.

      Daneben noch ein Bild von der neuen Schnittform “Minimalschnitt”. Das was so aussieht wie Burgzinnen, ist ein maschinell geschnittener Wingert. Die Zinnen sind die Rebpfosten, bei denen die Maschine höher schneiden muss. Beim Minimalschnitt werden die Reben nur noch maschinell “rasiert” und nicht mehr gebunden. Das spart Lohnkosten. Die Rebe verbuscht von innen heraus und die Trauben hängen dann außen. Die Trauben werden auch kleiner; ob sie qualitativ mit den Beeren aus dem Normalschnitt mithalten können, ist allerdings in der Fachwelt umstritten. Für mich ist auch fraglich, in wie weit man hier gezielt und vernünftig Spritzungen durchführen kann. |addpics|hus-3u-1359.jpeg,hus-3v-a38a.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 10.10.2019

      Ich habe mal ein paar Erkenntnisse zum biodynamischen Anbau zusammengetragen. Wie die Biodynamie wirkt, ist wissenschaftlich noch nicht erforscht. Es ist aus wissenschaftlicher Sicht grundsätzlich schwierig, biodynamische Wirkungsweisen darzustellen, da die Präparate kontextabhängig wirken. D.h. sie wirken je nach Umgebung anders und die Versuchsreihen sind in der freien Natur nicht exakt reproduzierbar. Es gibt leider auch kaum Forschungsfelder, da es bei der Biodynamie im Vergleich zur Spritzmittelindustrie kein Geld zu verdienen gibt. Insofern gibt es auch zu wenige Studien in Laborumgebung. Die bisherigen Ergebnisse beruhen im Wesentlichen auf Beobachtungen der Wirkung, nicht jedoch auf dem “wie”. Dass Biodynamie wirkt, ist aufgrund einer Vielzahl von Langzeitversuchen, Forschung, Studien und wissenschaftlichen Untersuchungen mittlerweile belegt. Selbst hartnäckige Leugner und Verweigerer sind gehalten, sich zumindest der Diskussion zu stellen.

      Biodynamie ist kein Wunderverfahren, das direkt ins Auge fallenden Ergebnisse liefert. Sie wirkt derart auf die Planzen, dass diese in ihrem Umfeld vernünftig und optimal gedeihen. In einem Umfeld,

      - in dem schlechte Verhältnisse herrschen, verhilft die Biodynamie zu besseren Erträgen.
      - wo bereits gute Verhältnisse herrschen, ist mit kaum Ertragszuwachs zu rechnen und
      - wo Hochleistungsverhältnise und hohe Erträge herrschen, z.B. durch erhöhten Düngemitteleinsatz, kommt es sogar zu einem Ertragsrückgang, weil die Biodynamie hier regulierend für “vernünftige” Verhältnisse sorgt und die erhöhte Düngeraufnahme der Pflanze reduziert.

      Biodynamie reguliert die Pflanzen und die Pflanzenumgebung (insbesondere den Boden und die Pflanzenkonstitution). Dass der biodynamisch behandelte Boden feinkrumiger wird, ein stärkeres Wurzelwachstum bewirkt, mehr Regenwürmer anlockt, eine differenziertere Bodenfauna besitzt, Wasser besser speichert, Verrottungsprozesse verbessert und vor allem auch über die Jahre den Humusgehalt erhöht, wurde bereits beschrieben und ist auch belegt.

      Für uns Tafeltrauben-Freaks sind folgende Erkenntnisse aus dem biodynamischen Weinbau übertragbar und wichtig:

      Die Rebe scheint auf die Biodynamie besonders gut anzusprechen. In mehrjährigen Studien wurde folgendes beobachtet. Biodynamie sorgt u.a.:

      - für ein geregelteres Wachstum der Rebe, d.h. kürzere Internodien und kürzere Triebe
      - für eine Reduzierung des Schnittholzes, da die Rebe viel weniger Geiztriebe produziert. Dies macht sich positiv bemerkbar in Bezug auf die Pilzanfälligkeit der Rebe durch weniger Geiztriebe-Blattmasse
      - für kleinere Beeren
      - für weniger Beeren und damit für eine erhöhte Lockerbeerigkeit. Dies macht sich ebenfalls positiv bemerkbar auf die Pilzanfälligkeit, vor allem Botrytis
      - für eine bessere und i.d.R. frühere Abreifung der Beeren (bringt ca. 7 Tage früheren Ertrag)
      - für einen besseren Geschmack der Beeren
      - für eine bessere Verholzung der Triebe vor dem Winter (verbesserter Frostschutz)
      - für härteres Rebholz (das Schneiden wird dadurch leider kraftaufwändiger)
      - die Kombination der Ausbringung von Kompost, der mit tierischen Dung und mit biodynamischen Präparaten präpariert wurde, mit der parallelen Ausbringung von Kalimagnesia zeigte signifikante Ertragserhöhungen, verbesserte Stickstoffaufnahme und wiederstandsfähigere Pflanzen (das funktioniert denke ich auch mit nicht biodynamisch präparierten Kompost, also ausprobieren!)
      - Düngung mit Gesteinsmehl brachte keine Ertragssteigerungen, sondern nur Mehrkosten (ich verwende grundsätzlich Gesteinsmehl beim Aufsetzen des Kompostes und sehe den Nutzen nicht in der Ertragssteigerung, sondern in der Bodenverbesserung).

      Vieles oben genannte gilt natürlich auch für biodynamisch angebautes Obst und Gemüse gleichermaßen. So sorgt die Biodynamie zusätzlich für eine verbesserte Lagerfähigkeit von Obst und Gemüse, die ja bei Weintrauben keine Rolle spielt. Bei Tafeltrauben hingegen schon.

      Manche Ergebnisse erscheinen im Kontext zu den Tafeltrauben und den in diesem Forum oft propagierten Zielen auf den ersten Blick negativ (weniger und kleinere Beeren, geringere Blattmasse etc.). Wer seine Trauben vermarktet, erzeugt dann weniger Traubengewicht pro ha, wenn seine Produktionsverhältnisse durch starke Düngung bereits überproportional sind (s.o.). Auf den zweiten Blick überwiegen jedoch über die Jahre die Vorteile. Weg von der Hochleistungsproduktion hin zu einem natürlichen und naturnahen Anbau mit gesundem Boden, gesunden Pflanzen und unbedenklich genießbaren Trauben in Bioqualität.

      Ich freue mich jetzt schon auf die Auseinandersetzung mit meiner Mehltau-Problemzone im oberen Teil des Gartens. Leider habe ich nur einen Versuch pro Jahr und jedes Jahr ist anders.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Traubenwickler und Sauerwurm" geschrieben. 10.10.2019

      Zitat von Anselmo im Beitrag #7
      Reblaus, woher beziehst du denn die Dispenser?


      Ich kenne einen Winzer, da darf ich im Frühjahr in den Sack mit Dispensern reingreifen. Im Herbst gibt es im Gegenzug ein paar Kilo Tafeltrauben. Ich benötige ja nicht viel Dispenser für meine 600 qm. Pro 20 qm wird ein Dispenser benötigt. Obwohl es nicht funktioniert, da es laut den Theoretikern nicht funktionieren darf, hatte ich noch nie auch nur eine geschädigte Traube.

      Die mir bekannten Verkaufseinheiten sind für den Hobbygebrauch allerdings viel zu groß, z.B. von Raiffeisen oder Proplanta. Achtung: es gibt es Hinweise darauf, dass die Pheromone der BASF-Dispenser evtl. toxische Wirkung auf den Menschen haben können. Deshalb verzichten mittlerweile Biowinzer und Biodynamiker teilweise auf diese Dispenser und spritzen die folgende Alternative:

      Diese Alternative nennt sich “bacillus thuringiensis”. Er fällt unter die ökologisch zugelassenen Wirkstoffe und ist beispielsweise in dem Spritzmittel “Xentari” enthalten. Es handelt sich dabei um ein Bakterium, dessen Proteine die Darmwandzellen der Raupen schädigen bzw. perforieren und die Raupen damit töten. Das Bakterium schädigt aber leider alle Raupen, also auch die von nützlichen Schmetterlingen und Käfern etc.. Insofern ist dieses Mittel aus ökologischer Sicht äußerst kritisch zu sehen. Für mich kommt es nicht in Frage, da ich fast den ganzen Garten voll mit Tafeltrauben habe und den Garten als Gesamtökosystem betrachte, in dem ich nichts bekämpfe, sondern nur unterstützend wirke.

      Bliebe noch das Organzasäckchen. Ich habe allerdings keine Erfahrung damit, die Säckchen in einem sehr frühen Reifestadium der Beeren aufzuziehen, da ich die Säckchen immer erst so spät wie möglich und hauptsächlich wegen der Kirschessigfliege nutze (da besagte Fruchtfliege aber keine Hitze und keine direkte Sonne mag, hat sie bei uns in der Region in den vergangenen zwei Jahren durch die heißen Sommer und das Entblättern der Traubenzone bei den Winzern und bei mir keine Rolle gespielt). D.h. ich weiß nicht, in wie weit dadurch evtl. die Entwicklung der Beeren beeinträchtigt wird.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 06.10.2019

      Nach der langen Trockenheit habe ich die regnerischen Tage genutzt, um dynamisierten Hornmist und zur weiteren Unterstützung der Bodenaktivät dynamisierten Rottelenker auszubringen. Der Regen sorgt dafür, dass die dynamisierten Präparate sicher in den Boden gelangen. Der Rottelenker unterstützt die Verrottungsprozesse im Boden und im Komposthaufen.

      Aufgrund der Hitzeperiode im Sommer ist bei meiner Gründüngung fast nur Ölrettich aufgegangen (s. Foto). Da gab es für Nachbars Bienen leider nicht viel zu naschen. Dennoch sieht es bei mir weitaus besser aus als in den konventionell bewirtschafteten Weinbergen um mich herum: mehr oder weniger tote Rebgassen ohne jegliches Leben. Insekten haben hier kaum eine Chance, keinen Lebensraum, kein Vogel weit und breit, kein Fasan, kein Hase. Jeder Quadratzentimeter wird der maschinellen Bewirtschaftung und dem Kommerz gewidmet. Immer noch wird das Unkraut unter den Reben totgespritzt und zwischen den Rebzeilen wächst nur befahrbares Gras. Aktuell werden in Deutschland von gerade einmal 4,5 % der Winzer nur rund 7 % der Rebfläche ökologisch bewirtschaftet. Unvorstellbar, welche Giftmengen in den Weinbergen gespritzt werden, um die Reben “gesund” zu halten.

      Der Ölrettich wurzelt immerhin bis zu 1,5 Meter in die Tiefe, lockert den Boden, bindet nicht benötigte Nährstoffe, schützt den Boden vor Auswaschung und sorgt mit seinem weit verzweigten Wurzelwerk dafür, dass der Boden die aktuellen Niederschläge speichern kann. Die übrigen Samen sind durch die Trockenheit leider fast vollständig untergegangen. Der Biodynamiker ist halt direkt von der Natur und deren Unberechenbarkeit abhängig und muss sich der jeweiligen Entwicklung anpassen. Deshalb werde ich im kommenden Frühjahr wieder Kompost (mein Kompost ist durch einige Zusätze eher eine Art Terra Preta) und zusätzlich aktivierte Pflanzenkohle ausbringen, damit die danach ausgesäte Gründüngung bessere Bedingungen vorfindet.

      An einem schönen sonnigen Oktobertag werde ich ein letztes Mal dynamisierten Hornkiesel für die Holzreife ausbringen. Damit wären dann die biodynamischen Aktivitäten für dieses Jahr beendet. Bis Ende Oktober werden noch die letzten Rebsorten geerntet. Aktuell reifen nach und nach “Georg”, “Ossenij Czerny”, “Valentine”, “Angela”, “Moldawa” und “Pölöskai Muskotaly”. Dann kehrt bis zum Winterschnitt erst einmal Ruhe ein.

      Insgesamt bin ich nach der Hitzeperiode und dem Mehltau-Desaster im Juli, das mich ca. 25% der Ernte gekostet und die betroffenen Reben in ihrer Entwicklung ganz sicher geschwächt hat, ganz zufrieden. Seit Ende Juli essen und verschenken wir täglich kiloweise leckere Tafeltrauben in Bioqualität. Ich habe wieder einiges dazu gelernt und versuche die gewonnenen Erkenntnisse im kommenden Jahr positiv umzusetzen. Kein Jahr ist wie das andere. Das macht das Bio-Gärtnern so spannend.
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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 23.09.2019

      Zitat von Ohne Chemie im Beitrag #181
      Theorie und Praxis müssen zusammenpassen und moglichst einfach sein. Wo sollen wir praktisch die Hörner und Därme nehmen? Und wenn wir auch die besorgen, es wird eine stinkige Angelegenheit. Wie am Schlachthof. Da freuen sich unsere Nachbarn. Die Umweltschützer verklagen uns wegen Grundwasserverschmutzung.


      Ich mache die Präparate auch nicht selber, sondern kaufe sie mir zu. Die Anbieter findet man im Internet. Für einen Hobbygärtner ist der Aufwand der Herstellung i.d.R. zu hoch. Zudem stellt man aufgrund der Größe der Hüllen automatisch eine große Menge Präparate her. Benötigt werden im biodynamischen Landbau jedoch nur sehr kleine Mengen, da es ja um die Weitergabe von biodynamischen Informationen geht. Homöopathie für Pflanzen sozusagen.

      Zitat von AudeAriege im Beitrag #183
      ... ich hoffe, ich darf hier auch Fragen stellen und event. Infos aus anderen Gegenden, die ich bei meiner Recherche für einen kleinen Tafeltrauben Anbau gefunden haben mitteilen.


      Natürlich bist Du hier willkommen zum fachlichen Austausch. Insbesondere dann, wenn Du die Bio-Fraktion hier in diesem Forum verstärkst und Deine Erfahrungen und Beobachtungen mit uns teilst. Es gibt zwar immer wieder Gegenwind durch die ewig Gestrigen, aber das kennen wir Bios ja zur Genüge und wir sind wie unsere PIWIs ja mittlerweile resistent dagegen.

      Es sollte Dir eine Überlegung wert sein, ob Du nicht direkt auf biodynamisch umsteigst. Der zusätzliche Aufwand ist marginal. Meines Wissens ist die biodynamische Bewegung in Frankreich nicht so stark vertreten. Da es bei Dir heißer und ggf. trockener ist als bei uns, unterstützt der biodynamische Anbau u.a. die Trockenresistenz der Pflanzen und verstärkt deren Wurzelwachstum. Das Bodenleben verändert sich positiv und die Speicherfähigkeit des Bodens für Feuchtigkeit wird höher.

      Stelle einfach einen Acker auf biodynamisch um und den Acker daneben nur auf Bio. Nach 1-2 Jahren vergleichst Du objektiv das Bodenleben, die Bodenkonsistenz, die Wurzeln gleicher Pflanzen, die Pflanzengesundheit usw.. Wenn Du keinen signifikanten Unterschied bemerkst, stellst Du den biodynamischen Versuch einfach wieder ein und hast außer ein paar Euro für die Präparate und ein wenig Zeitaufwand nichts verloren. Ich kenne eine Deutsche ca. 250 km südlich von Paris, die aktuelle grade eine größere Landwirtschaft von konventionell auf biodynamisch umstellt.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 22.09.2019

      Komme gerade von einem zweitägigen Präparatekurs für biodynamische Präparate zurück. Dort haben wir Kuhhörner mit Kuhmist gefüllt und vergraben, Hirschblasen mit Schafgarbe gefüllt und vergraben, Kamille in Kuhdärme gefüllt und vergraben, Löwenzahn in Rindergekröse gefüllt und vergraben, Rinderschädel mit Eichenrinde gefüllt und im Schlamm eines Teichs vergraben und mit Hornkiesel gefüllte Kuhhörner, die im Frühjahr vergraben wurden, ausgegraben. Dazu wurde eine Menge Theorie und Hintergrundwissen sowie Zusammenhänge vermittelt. Anbei ein paar Bilder zur Veranschaulichung.

      Das hört sich für jemanden, der sich nicht damit beschäftigt, natürlich alles sehr schräg an. Auch ich habe mich teilweise gefragt, was ich da überhaupt mache. Ich selbst verstehe die Wirkungsweise nicht. Wie soll ich das als realistisch denkender Mensch jemand erklären, dass ich etwas mache, ohne es zu verstehen? Die genaue Wirkungsweise der Präparate können zudem auch die Fachleute leider nicht abschließend erklären. Aber die Fachleute und alle Teilnehmer berichten aus eigener Erfahrung ausnahmslos von den positiven Wirkungen auf ihre Böden und Pflanzen.

      Da waren landwirtschaftliche Unternehmen aus dem Osten vertreten, die ab sofort mehrere tausend Hektar Ackerland auf biodynamisch umstellen werden und ihre Leute geschickt haben, um die Verfahren zu erlernen. Wieso stellt ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen in einer strukturarmen Region eine so große Fläche auf eine weitaus arbeitsintensivere Bewirtschaftungsart um und bekennt sich zum Vergraben von Kuhhörnern, wenn an der Biodynamie nichts dran sein sollte? Junge wie alte Menschen entsagen der Chemie-Hörigkeit, erkennen dass wir jahrzehntelang nuturschädigend gewirtschaftet haben, setzen auf natürlich und ehrlich erzeugte biologische Produkte, arbeiten eng mit der Natur, sind extrem zufrieden, arbeiten mehr und dennoch wirtschaftlich.

      Zugegebenermaßen eine komische und schwer zu verstehende Konstellation. Man macht Dinge (s.o.), die man eigentlich gar nicht weitererzählen möchte, damit man nicht für verrückt erklärt wird, gleichzeitig berichten alle Biodynamiker ausnahmslos von den positiven Auswirkungen und Erfahrungen und es stellen immer mehr Betriebe auf biodynamisch um, obwohl wissenschaftliche Beweise fehlen. Es ist auch bei allen Biodynamikern keinerlei Tendenz erkennbar, Nicht-Biodynamiker überzeugen zu wollen. Man ist in dieser Hinsicht total zurückhaltend, regelrecht bescheiden, was ich einerseits nicht verstehe, andererseits mit großem Respekt wahrnehme. Man zeigt ohne Prahlerei, was man durch die biodynamische Bewirtschaftung erreicht hat und das wars auch schon. Klingt für Außenstehende fast nach Sekte oder Geheimbund, was es aber definitiv nicht ist.

      Ich mache weiter und berichte.|addpics|hus-3k-1932.png,hus-3l-30c1.png,hus-3m-34bf.png,hus-3n-a65e.png|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 21.09.2019

      Zitat von jakob im Beitrag #89
      Bei mir als „f" hat nicht durchgesetzt, weil die Länge begrenzt ist. Das ist jetzt mehr wie "P" Erziehung.


      Jetzt musst Du nur noch den Trieb unten Richtung Stamm führen, dann hast Du meine Quadraterziehung und mehr Altholz.

      Ich habe im ersten Jahr durchweg gute Erfahrungen damit gemacht. Sehr gutes Wachstum und guter Ertrag. Die Kordons haben sich sehr gut verdickt. Selbst die schwächsten Quadrat-Triebe haben sich unerwartet gut entwickelt. Auch das Blenden im Winter war meines Erachtens richtig. In diesem Winter werden die meisten Reben, die ich in Quadratform erziehen möchte, mit den Triebverlängerungen vollendet. Dann ziehe ich ggf. noch f-Formen auf den unteren Querkordon. Den unteren Querkordon ziehe ich aber auf den zweiten Draht von unten, damit die Tauben nicht so tief hängen (Pilzgefahr von unten). Sie sind dort auch bequemer einzunetzen.

      Nächstes Jahr lasse ich aber wegen der Pilzgefahr weniger Geiztriebe zu. Zudem habe ich dieses Jahr den Ersatzzapfen frei wachsen lassen, was Mördertriebe ohne Früchte hervorgebracht und die Laubwald zusätzlich verdichtet hat. Im nächsten Jahr lasse ich deshalb den Ersatzzapfen nicht mehr wachsen, sondern halte ihn klein.

      Meiner Meinung nach geht die Theorie von Jakob bzgl. möglichst viel Altholz mit der Quadratform auf und ich werde diese Erziehungsform weiter forcieren.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Allgemeine Diskussion" geschrieben. 15.09.2019

      Vor ein paar Jahren habe ich noch gestaunt über solche Trauben und war richtig neidisch über den Vorsprung dieses Instituts. Mittlerweile schmunzle ich über Sorten wie Rhea, Suzy, Centennial etc., denn ich habe dank Jakob, Herrn Schmitt, den osteuropäischen Rebzüchtern und diesem Forum viel bessere Sorten im Garten, und das auch noch in Bioqualität (auch wenn es dieses Jahr nicht so toll geklappt hat). Ein schönes Gefühl von Zufriedenheit. So schnell kann sich das Blatt wenden.

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    • Reblaus hat das Thema "Neue Rebsorten züchten" erstellt. 15.09.2019

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "September" geschrieben. 12.09.2019

      Zitat von erzgebirgler im Beitrag #12
      Im Frühjahr habe ich alle Reben im Freiland mit einem kleinen Dach versehen so das nur bei starken Wind etwas Regen an die Trauben kommen kann.


      Klingt interessant. Kannst Du vielleicht mal ein Foto von dem Dach einstellen? Das wäre, sofern der Aufwand vertretbar ist, für den einen oder anderen von uns sicherlich eine Möglichkeit, die Anfälligkeit seiner Trauben zu reduzieren oder gar zu eliminieren.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Frostschutz" geschrieben. 03.09.2019

      Zitat von jakob im Beitrag #45
      Wieviele werden pro ha gebraucht?


      Keine Ahnung, aber von der Dimension her dürfte das Gerät für gut 1 ha ausreichen, d.h. man müsste dazu den Wind in ca. 100 Meter Entfernung noch deutlich spüren, wovon ich fest ausgehe. Da das Gerät drehbar ist, macht 100 x 100 Meter = 1 ha.

      Zitat von urmel im Beitrag #44
      Dein Ernst?


      Das wäre dann doch etwas übertrieben für meine 500 qm Reben. Aber die Nachbarn würden staunen, wenn ich in aller Herrgottsfrühe mit so einem Monstrum auftauchen und Rabatz machen würde.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Frostschutz" geschrieben. 01.09.2019

      Habe heute endlich was Passendes für den Frostschutz meiner Reben gefunden. Mit dem Trecker ist man morgens schnell vor Ort, das Gerät ist schnell aufgebaut und macht ordentlich Wind. So hat der Frost keine Chance mehr!|addpics|hus-38-3d8a.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Schädlinge " geschrieben. 18.08.2019

      Das ist eine Schabe, vermutlich eine „Deutsche Schabe“, also eine Küchenschabe. Ein Lebensmittelschädling.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Pilzkrankheiten" geschrieben. 17.08.2019

      70 g Natron pro Liter ist nach meinen Kenntnissen viel zu viel. Ich habe bei meinen Recherchen bisher nur von 1%igen Konzentrationen gelesen. Ich spritze daher also 10 g Natron pro Liter. Hoffentlich hast Du die Blätter der Reben nicht damit verbrannt.

      Molke spritze ich 3%ig mit 1% Rapsöl.

      Kompost- und Wurmtee spritze ich im Verhältnis mit Wasser 1:5.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 17.08.2019

      Zitat von Ohne Chemie im Beitrag #169
      Wahnsinn.
      Hast Du überhaupt nie gespritzt? Auch nicht vorsorglich?


      Klar habe ich vorsorglich gespritzt. Aber das Laub war zu dicht wegen der Geiztriebe und irgendwann war es scheinbar zu spät. Die Biowinzer im Umkreis haben es ja auch geschafft, ihre deutlich anfälligeren Sorten über den Sommer zu bringen. Also muss es erst recht bei den PIWIs funktionieren. Ich habe es schlicht und ergreifend einfach noch nicht drauf und muss noch dazulernen.


      Zitat von jakob im Beitrag #170
      Da zeigt sich erhöhte Spaliere bei dir als Nachteil, weil du nicht spritzen kannst. Noch mehr Nachteil zeigt bei dir Sache, dass du alle Sorten durcheinander gesetzt hast. Muskat blau währe bei dir genau so krank, weil diesen Pilzdruck kann keine Sorte aushalten.


      Hohe Spaliere sind tatsächlich schwieriger zu spritzen. Ich habe eine Spritzverlängerung, aber man sieht nicht so genau, wohin man spritzt. Bei mir ist ja fast jede Rebe eine andere Sorte. Jede Sorte hat wiederum eine unterschiedliche Resistenz.

      Mehltaubefall hängt nicht zwingend von der Sorte ab, sondern u.a. vom Standort, vom Mikroklima, von der Blattmasse etc.. Baikonur gilt als pilzfest, war aber wie im letzten Jahr die erste Rebe, die vom Mehltau infiziert wurde. Katrusja war im letzten Jahr extrem pilzfest und ist in diesem Jahr komplett befallen. Ca. 15 Meter entfernt steht eine jüngere Katrusja und zeigt gar keinen Befall. Exakt das Gleiche ist bei den zwei Valentine der Fall.

      Während mehrere sehr pilzfeste Sorten im oberen Teil des Gartens komplett vom Mehltau befallen wurden, zeigen weniger resistente Sorten im unteren Teil kaum bis keinen Befall. Deshalb würde ich nicht automatisch davon ausgehen, dass eine Rebe mit Mehltaubefall grundsätzlich aussortiert werden muss. Das wäre erst dann der Fall, wenn sie mehrere Jahre hintereinander befallen wird. Muscat bleu zeigt sich übrigens bislang ohne Befall.

      Welche Konsequenzen ziehe ich aus dem bisherigen Verlauf des Jahres?

      1. Ich werde im kommenden Jahr ein konsequentes Blattmanagement betreiben und keine dichten Reben mehr dulden. Lieber ernte ich kleinere oder weniger Trauben als gar keine. Geiztriebe werden nur insoweit geduldet, als dass alle Blätter problemlos gespritzt werden können.
      2. Der untere Teil des Kordons wird nicht mehr auf den untersten Draht gezogen, sondern auf den darüber liegenden. Die Trauben hängen damit 30 cm weiter weg vom Boden und sind besser vor dem Spritzwasser geschützt, das bei stärkerem Regen vom Boden hoch spritzt und Oidiumsporen nach oben transportiert und somit für Infektionen sorgt.
      3. Ich benötige eine stärkere Spritze und zwar eine, die die Blätter aufwirbelt und auch die Benetzung der Unterseite der Blätter ermöglicht. Eine Motorspritze erreicht zwar bis zu 30 bar, ist aber sehr laut und stinkt! Bei den Akkuspritzen erreicht nur eine Spritze von Birchmeier 10 bar, aber die ist sehr teuer. Sonstige Spritzen erreichen nur max. 6 bar, z.B. von Solo. Das erscheint mir zu wenig.
      4. Juni ist der regenreichste Monat bei uns. Hier muss ich im kommenden Jahr die Reben in kürzeren Abständen und genauer inspizieren und in engeren Zeitfenstern spritzen. Bio verzeiht keine Fehler.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 13.08.2019

      Es läuft bei mir nicht gut dieses Jahr! Ich habe den Oidiumdruck, der dieses Jahr wohl allgemein herrscht, nicht rechtzeitig realisiert. Als ich es gemerkt habe, war es schon zu spät. Dummerweise merkte ich es erst wenige Stunden, bevor ich für zweieinhalb Wochen in Urlaub gefahren bin. Es gab für mich in den verbleibenden zwei Stunden nur zwei Alternativen: Spritzen oder die Traubenzone entlauben, beides wäre notwendig gewesen, ging aber zeitlich nicht. Um zu entscheiden, habe ich erst einmal meine Rebzeilen inspiziert und festgestellt, dass die Trauben in den im oberen des Rebgartens stehenden Reben komplett verloren waren: Phaeton, Valentine, Nedezhny, Baikonur, Bozij Dar, Bulust, Nizina, Podarok Irina, Saturn, Katrusia, King Ruby und einige mehr – Totalverlust! Ich musste herrliche Gescheine mit insgesamt ca. 50 kg Trauben wegschneiden. Der Unterschied zu dem unteren Teil des Gartens war, dass ich im oberen Teil keine Geize entfernt hatte und alles wachsen lies, um die Reben zu stärken. Dies hat zu einer undurchdringlichen Blattmasse geführt, eine regelrechte Brutstätte für den Pilz. Auch mein Sprühgerät ist mit 3,o bar Druck einfach zu schwach, um das Laub komplett zu besprühen. Zusätzlich habe ich durch die neue Erziehungsmethode im Vergleich zu den Vorjahren Trauben auf verschiedenen Ebenen (z.T. auf 1,80 m Höhe), was die Anfälligkeit noch einmal breitflächig erhöht hat. Deshalb habe ich mich für das Entlauben der Traubenzone entschlossen, um möglichst viele Trauben zu retten. Das war wohl die richtige Entscheidung, auch wenn mir die darauf folgende Gluthitze noch einmal zusätzlich einige Trauben verbrannt hat. Ein gehöriger Platzregen hat dann noch einmal einige von Oidium befallenen Beeren zum Platzen gebracht.

      Der Pilz konnte sich in der Urlaubszeit mangels Spritzung ungehindert ausbreiten und hat so auch teilweise den unteren Teil des Gartens infiziert, wenn auch in einem überschaubaren Maß. Hier haben die Reben aufgrund der aufgelockerten Blattwand einigermaßen ausreichenden Widerstand geleistet. Insgesamt konnte ich ca. 60% der Trauben retten. Auch wenn es Wasser auf die Mühlen der Biogegner ist, die behaupten, ohne Chemie kann man keine Trauben anbauen, muss ich zugeben: was ich in diesem Jahr verzapft habe, ist leider keine Werbung für den Bioanbau. Tröstlich ist die Tatsache, dass Biowinzer aus der Umgebung ebenfalls mit dem Odiumdruck zu kämpfen haben. Allerdings haben die ihre Trauben im Gegensatz zu mir weitestgehend in den Griff bekommen.

      Das Dumme an der Sache ist, dass im Prinzip der gesamte Schaden auf einer einzigen Fehlentscheidung beruht, die aber leider in dieser Saison nicht wieder gut zu machen ist. Ich muss ein ganzes Jahr warten, um zu beweisen, dass ich aus diesem Fehler gelernt habe. So wie ein Boxer nach einem Niederschlag gilt es die Ursache zu analysieren und sein Verhalten zu ändern, um einen erneuten Niederschlag zu vermeiden.
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Empfänger
Reblaus
Betreff:


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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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