Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Reblaus
Beiträge: 140 | Punkte: 558 | Zuletzt Online: 15.02.2019
Wohnort
Neustadt an der Weinstrasse
Registriert am:
09.10.2017
Geschlecht
männlich
    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 15.02.2019

      Ich habe - zumindest den strengen Winter - für mich als beendet erklärt. Die Gefahr von Starkfrösten (-10 ° C und kälter) erscheint mir mehr als unwahrscheinlich, besonders in der Pfalz. Deswegen geht es morgen bei 13° C raus in den Garten, um die nicht benötigten Augen bei meinen „f“-Form-Kreationen zu blenden. Je nach Stärke und Länge der Triebe und des Stammdurchmessers lasse ich am Ende der Triebe nur soviel Augen stehen, wie die Rebe meiner Erfahrung nach verkraftet bzw. benötigt. Der Rest der Augen wird geblendet. Dann kann der Frühling kommen.

      Gleichzeitig wird der Boden mit einer 1%igen Natriumhydrogencarbonat-Lösung gespritzt. Ziel ist das Abtöten von überwinterten Pilzsporen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Erziehung von Reben" geschrieben. 04.01.2019

      Zitat von jakob im Beitrag #53
      Ich persönlich mache keinen sanften Schnitt weil es Jahrzehnte auch so gut funktioniert. Und weil für mich das beste Saftfluss dort ist wo die beste Rute ist und nicht dort wo Winzer behauptet.. Ich werde doch nicht die beste Fruchtrute rausschneiden nur weil sie nicht angeblich im Saftfluss ist und die schlechte dran lassen weil es jemand so für richtig hält..
      Würde gerne meine Meinung ändern wenn der Vorteil bewiesen ist und nicht aus Logik behauptet wird..


      Ich schneide auch nicht zwingend mit der sanften Schnittmethode, sondern nur da wo es passt. Auch mir ist ein dicker Trieb wichtiger als die richtige Stelle, wo er wächst. Es geht ja bei dieser Methode nicht um einen besseren Ertrag, sondern im Wesentlichen darum, die Rebe möglichst alt werden zu lassen und zu verhindern, dass die Rebe nach oben wächst, sondern sich in die Breite entwickelt. Interessant ist diese Methode also für die Winzer, die ihre Reben 70, 80 Jahre und älter werden lassen wollen. Je älter die Rebe, desto mehr Extrakt bringen die Trauben hervor, umso besser ist der Wein und umso teurer kann er verkauft werden. Hinzu kommt ein im Alter rückläufiger Ertrag, was der Weinqualität ebenfalls sehr entgegen kommt.

      Der sanfte Rebschnitt beruht darauf, überwiegend junges Holz zu beschneiden und so gut es geht keine oder nur wenige Schnitte ins Altholz zu machen. So wachsen die Schnittwunden besser zu, der Stamm der Rebe bleibt länger gesund und wird innen nicht faul, die Rebe muss demnach nicht so früh ersetzt werden. Schnittwunden im Altholz verwachsen schlechter und ermöglichen schädlichen Erregern einen leichten Eintritt ins Holz, wo sie mit der Zeit Schaden im Holz verursachen (Esca und Eutypiose) und zunehmend für Ausfälle im Weinberg sorgen. D.h. der sanfte Rebschnitt dient nur dazu, die Ausfälle bei den Rebstöcken zu minimieren.

      Für uns Tafeltraubenfreaks ist diese Schnittmethode mehr oder weniger uninteressant. Deshalb lohnt es auch nicht darüber zu viele Worte zu verlieren. Wer von uns heute bereits 45-50 Jahre alt ist, dem reicht eine Lebenszeit seiner Tafeltrauben-Reben von 25-30 Jahren vollkommen aus. Wir setzen auch nicht auf den Extrakt der Trauben, sondern auf eine ausgewogene Menge gut schmeckender Trauben, ohne die Rebe zu überlasten. Zudem wollen wir immer die neuesten Sorten, d.h. in 25-30 Jahren werden wir die Sorten, die wir heute noch super finden, weitestgehend durch noch bessere Sorten ersetzt haben. Da auch eine normal geschnittene Rebe in der Regel locker 20-30 Jahre alt wird, kann uns der sanfte Rebschnitt quasi egal sein. Dies gilt gleichermaßen für Winzer, die ihre Reben sowieso regelhaft nach 15-20 Jahren ersetzen. Und das sind sehr viele.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Erziehung von Reben" geschrieben. 31.12.2018

      Zitat von Dietmar im Beitrag #49
      Ich verstehe den ganzen Bohei mit dem sanften Rebschnitt nicht. Hier in der Gegend wird das schon immer so gemacht, zumindest seit über 100 Jahren.


      Es ist ein signifikanter Unterschied, ob ich jedes Jahr wahllos auf jeder Seite jeweils eine neue Fruchtrute auswähle, ein Jahr wachsen lasse, diese bündig am Kopf abschneide und an ganz anderer Stelle am Kopf wieder jeweils eine Fruchtrute auswähle (so bekommt man nämlich den klasssichen Rebenkopf), oder ob ich den sanften Rebschnitt richtig anwende, in dem ich keinen Kopf, sondern mit der Zeit zwei Arme ausbilde, um den Saftfluss zu gewährleisten! Meiner Meinung nach macht das der Winzer Schwarz in seinem Video nicht korrekt. Richtig gut und verständlich erklärt und auch richtig gemacht wird es in diesem Video:

      https://www.youtube.com/watch?v=Y3Q2N7mExMs

      Ab 5:05 sieht man wunderbar die Entstehung der beiden Arme. Es gibt noch zahllose italienische Videos von Simonit Sirch, in denen dann auch alte Reben zu sehen sind, bei denen die Arme über die Jahre hinweg entwickelt wurden. Siehe hier:

      https://m.youtube.com/watch?v=f23st4IUx8A

      Mach doch mal Bilder von der Schnittmethode aus den sächsischen Weinbergen (jetzt ist ja die ideale Zeit dazu) und stelle sie hier ein. Dann sehen wir, ob der sanfte Rebschnitt in Sachsen schon seit 100 Jahren angewendet wird oder ob einfach nur wahllos jeweils zwei Fruchtruten gezogen werden, die nichts mit dem sanften Rebschnitt und der Erzeugung von Saftbahnen zu tun haben. Ich vermute eher letzteres. Auch bei uns gibt es Winzer, die seit Jahrzehnten zwei Bogreben ziehen. Aber auch das hat nichts mit dem sanftem Rebschnitt zu tun, der hier gezeigt wird.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 31.12.2018

      Die Reben sind alle fertig geschnitten und gebunden. Jetzt geht es wieder weiter mit biodynamischen Maßnahmen im Rebgarten. Gestern konnte ich nun endlich mit meinen Spritzplan für die neue Saison beginnen. Da es an den letzten Wochenenden immer wieder geregnet hat, hat sich das Ganze leider weiter hinausgezögert als geplant.

      Die Reben wurden mit einer 1%igen Natronlösung (Natriumhydrogencarbonat), die zusätzlich mit Ackerschachtelhalmextrakt angereichert wurde, gespritzt. Ich habe das gesamte Holz, also Stamm, Kordon und Fruchttriebe rundherum tropfnass besprüht. Den Gartenboden habe ich mit einer Mischung aus Getreideferment und Ackerschachtelhalmextrakt gespritzt. Das Procedere wird an frostfreien Tagen im Januar, Februar und März wiederholt. Ziel ist die Mehltausporen sowie die Sporen vom Roten Brenner, die ja am Holz, an den Knospen und am Boden im abgefallenen Laub überwintern, in Schach zu halten und damit die Neuinfektion im neuen Jahr so gering wie möglich zu halten. Ich orientiere mich da an der Doktorarbeit, die vor einiger Zeit hier im Forum von Dietmar verlinkt worden ist. Da nur das fertig geschnittene Holz gespritzt werden muss, geht das recht zügig.

      Eigentlich wollte ich noch zusätzlich das alte Laub zusamenrechen, aber das war wegen der Bodenvegetation nicht möglich. Beim Boden werde ich im Januar, Februar und März zwischen Ackerschachtelhalmextrakt, Rainfarn und Mädesüß abwechseln, um möglichst viele verschiedene Kräuter einzusetzen, d.h. die Diversität der eingesetzten Extrakte gegen Mehltau und Roten Brenner zu erhöhen.

      Eingesetzt habe ich auch erstmals meine neue Spritzverlängerung. Zum Glück habe ich mir die Verlängerung aus dem leichten Karbon besorgt. Mit der Zeit wird nämlich die ausgezogene Verlängerung recht schwer.

      Ich freue mich schon auf das Frühjahr um zu sehen, wie sich die winterlichen Spritzungen und die neue Schnittmethode in abgewandelter “f”-Form entwickeln.

      Zum biodynamischen Jahresabschluss wünsche ich allen ein gesundes neues Jahr und viel Erfolg mit Euren Tafeltrauben, jeder auf seine Art. Das ist das schöne an diesem Forum.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 30.12.2018

      Das kommt auf die Stärke der Rebe und die Stärke und Länge der Fruchtrute an.

      Wenn der Rebstamm schon stark genug ist und die Fruchtrute sehr lang, dann kann man das volle “f” versuchen. Im Idealfall soll am Ende der Rute ein Teil der Fruchtrute quer auf dem untersten Draht zu liegen kommen. Dann werden gem. Jakob bis auf ein paar wenige Augen am Ende der Rute alle anderen Augen geblendet. Ich werde aber nicht nur ganz am Ende Augen stehen lassen, sondern am Ende 2 - 3 Augen, dann Richtung Stock etwas Platz lassen (d.h. 2-4 Augen blenden), ein Auge lassen, dann wieder etwas Platz lassen und noch ein Auge stehen lassen. Warum? Manchmal trocknet das Ende der Fruchtrute über Winter ein, insbesondere dann, wenn sie am Ende nicht sehr stark ist. Dann verlierst Du zwar die letzten Augen, hast aber in einem gewissen Abstand jeweils noch 1 -2 Augen zur Sicherheit. Je nachdem, wie sich die Augen entwickeln, kann man im Idealfall die letzten 2 - 3 Augen wachsen lassen und die Augen davor wieder ausbrechen. Ich habe zur absoluten Sicherheit sogar noch einen Sicherheitszapfen stehen lassen. Wenn aber die Rute am Ende immer noch annähernd fingerdick ist, können m. E. diese Sicherheitsaugen entfallen.

      Wenn der Rebstamm noch nicht so stark ist oder die Fruchtrute eher dünn bzw. zu kurz, habe ich kein volles “f” (bei mir ein volles Quadrat) geformt sondern nur einen Teil davon. Raus kommt dann je nachdem nur ein “c” oder ein “e”. In diesem Fall kommen die tragenden Knospen beim “c” auf dem obersten Draht bzw. beim “e” auf dem mittleren Draht an. Hier werden sich die neuen Triebe im Laufe des Sommers nach unten biegen. Der Vorteil des XL-Spaliers wird dann nicht zum Tragen kommen. Aber Du planst ja nicht für ein Jahr, sondern für die Zukunft. Hier gehe ich genauso vor wie oben beschrieben. Ziel ist im kommenden Jahr eine Rutenverlängerung zu bekommen, um im nächsten Winter das “f” bzw. Quadrat zu vollenden. Der Nachteil daran ist, dass ich keinen vollkommen sauberen Kordon bekomme, d.h. es bilden sich in den kommenden Jahren zwischendrin an unerwünschter Stelle Knospenherde, die ausschlagen. Aber die kann man ja bei der kleinen Anzahl an Reben, die wir haben, händisch ausbrechen.

      Ich habe aber auch Reben, bei denen die Fruchtrute nur kurz geraten ist. Da habe ich einfach nur einen kurzen Kordon von 1,5 - 2 Metern geschnitten und versuche im nächsten Jahr am Ende eine Verlängerung zu bekommen, die ich in den Folgejahren zur “f”- bzw. Quadratform vollende, mit dem schon beschriebenen Nachteil. Ich habe also dieses Jahr ein kunterbuntes Sammelsurium im Garten.

      Gehe im wahrsten Sinne des Wortes nicht nach Schema F vor, sondern schaue Dir Deine Reben vor dem Schnitt genau an und schneide sie danach, was sie in diesem Jahr individuell hergeben.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 26.12.2018

      Die Reben sind jetzt fertig geschnitten. Das Schneiden war dieses Jahr zeitraubender als sonst, weil ich bei jeder Rebe minutenlang davorstand und individuell überlegen musste, was wohl der beste Schnitt für die jeweilige Rebe ist. Bei vier Reben half der beste Schnitt nichts, die wurden bodennah abgeschnitten (u.a. Ontario, Suzi, Kyoho) und werden durch neue Sorten ersetzt.

      Heute wurden nun bei herrlichem Wetter anstatt Weihnachts-Verwandschafts-tourismus die Reben angebunden und in Form gebracht. Mein Garten sieht jetzt sehr lustig aus. Die Reben sind in abgewandelter “f”-Form mal in Form eines Quadrates, mal als großes “C”, mal als kleines “c”, mal als “e”, mal als Kordon mit kleinen Fruchtruten und mal als frischer Kordon ohne Fruchtruten geschnitten und geformt, je nachdem, was letztjähriger Wuchs und Entwicklung hergegeben haben. Ich bin ja immer noch skeptisch, was die “f”-Form angeht. Es sieht schon sehr ungewohnt aus und bedurfte einiger Überwindung. Der geringe Pflanzabstand zugunsten vieler Sorten lässt mir aber keine andere Wahl. Und Jakob sagt, wir Männer sollen nicht so viel hinterfragen, sondern einfach ihm nachmachen. Also habe ich nicht gefragt und einfach gemacht.

      Einer meiner Gartennachbarn ist übrigens ein pensionierter Winzer, mit dem ich immer wieder kontroverse, aber interessante Dialoge führe. Wenn der meine neuen Kreationen sieht, wird er sich wieder kopfschüttelnd abwenden, weil man so auf keinen Fall Reben schneidet. Ich kann nur hoffen, dass ich ihm im kommenden August zeigen kann, dass Tafeltrauben nun mal anders behandelt werden müssen als Weintrauben. Nur bei der Spaliererhöhung auf 2,50 m vor einigen Wochen hat er mir endlich mal Recht gegeben. Eigentlich würden die Winzer das ja auch gerne machen, scheitern aber aufgrund der maschinellen Bearbeitung der Rebzeilen an der Höhe.

      Anbei nun zwei Bilder zur Veranschaulichung meiner Bemühungen: auf Bild 1 sieht man links Piesnia in fast vollendeter Quadratform, dahinter Olimpiada in “e”-Form und dahinter Dolgozdany wieder in fast vollendeter Quadratform. Auf Bild 2 sieht man Bozi Dar in Form eines großen “C”. Mehr gab die Rute nicht her. Bozi Dar durfte letztes Jahr nur eine Traube tragen (der innere Schweinehund wurde weggesperrt) und hat als Dankeschön mehr als daumendickes Holz gebildet. Ein super Beispiel für die Wahl: Wachstum oder Ertrag. Der obere Teil des Bogens befindet sich jeweils auf knapp 2 m Höhe. Daneben ist Bulust zu sehen. Die durfte auch nur eine Traube tragen, hat auch daumendickes Holz gebildet, schaffte es aber nur zu einem kleinen “c”. Beide werden kommendes Jahr zur Quadratform vollendet. Gut zu sehen ist übrigens überall mein Reservezapfen.

      Mit dem Blenden der Knospen warte ich noch etwas ab bis abzusehen ist, ob der Februar nicht doch noch einen Extremfrost hervorbringt.
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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Kordonerziehung" geschrieben. 22.12.2018

      Zitat von jakob im Beitrag #63
      Holz und Wurzelmasse aufbauen ist nicht so einfach ... Dieses Jahr auf Grund hoher Belastung mit Ertrag, Boschij Dar und Beikonur sind vom Holzaufbau nicht gewachsen obwohl sie ca.6M XL Spaliere pro je Rebe haben. Das hat mir deutlich gezeigt, es gibt nichts um sonst und um Holz aufzubauen muss man weniger mit Ertrag belasten ...

      Also SCHNITT ist alles.


      Das ist für mich einer der wichtigsten Beiträge in diesem Jahr überhaupt!

      Man kann diesen Zusammenhang zwischen Wachstum und Ertrag der Rebe nicht deutlich genug betonen! Insbesondere diejenigen, die noch junge Reben haben, müssen sich den Grundsatz “es gibt nichts umsonst” deutlich hinter die Ohren schreiben und ernst nehmen.

      Ich habe heute meine Reben weiter geschnitten und habe mehr als einmal bei einigen meiner Reben, die seit Jahren als Hungerleider dahinvegetieren, an diesen Beitrag denken müssen. Zu frühe bzw. zu hohe Belastung (ich habe das leider mehr als einmal gemacht) bedingt z.T. jahrelanges Siechtum der Reben. Ich zahle auch heute noch, Jahre danach, immer noch einen hohen Preis dafür. Deshalb habe ich bei den meisten dieser Reben heute einen radikalen Schnitt gemacht und wage einen Neuaufbau. Ich hoffe sehr, ich habe den jahrelangen Ärger gleich mit abgeschnitten!

      D.h. in den kommenden 2-3 Jahren gibt es keinen bis sehr geringen Ertrag bei diesen Sorten. Dafür hoffe ich anschließend deutlich stärkere Reben mit besseren Erträgen und mehr Freude daran zu haben.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Kordonerziehung" geschrieben. 20.12.2018

      Jakob hat doch bereits beschrieben, was bislang die beste Methode ist. Er hat schon ziemlich alles ausprobiert und forscht immer noch weiter. Ich profitiere davon und verlasse mich auf seine bisherigen Erfahrungen. Die Rebsorte spielt bzgl. Spalierform keine Rolle. Die einfache, gerade Spalierform ist für alle Sorten bestens geeignet. Schau nur was Jakob für super Trauben damit produziert. Keiner hier hat mehr Sorten. Manche hier probieren unterschiedliche Spalierformen aus, aber das ist m.E. eine eher akademische Diskussion auf sowieso schon sehr hohem Niveau. Das hat etwas von Motortuning, um noch ein paar PS mehr herauszukitzeln. Wenn man aber schon 300 PS hat, was bringen dann 15 PS mehr? Es macht halt Spaß, auch selbst ein bisschen zu experimentieren. Am Ende aber werden diese Trauben nicht wesentlich größer oder besser sein. Viel wichtiger ist, dass die Basis stimmt aus Altholz, Schnitt, Belastung, Blattmasse, Wurzelmasse, Winddurchlässigkeit, Rebengesundheit, Düngung usw.. Ich experimentiere z.B., um die beste Bioanbaumethode zu finden und probiere in 2019 aus Neugier die “f”-Methode aus.

      Bau Dir ein einfaches Spalier, möglichst hoch, so dass Du noch dran kommst (2,50 m), spanne zwischen den Pfosten Drähte (unterster Draht bei mir 60-70 cm über dem Boden, danach alle 25 - 30 cm) und versuche auf dem untersten Draht, über einen Kordon möglichst viel Altholz zu erzeugen. Wenn Du Platz hast kannst Du den Kordon über mehrere Meter ziehen, wenn nicht musst Du Phantasie walten lassen (mehrere Kordons übereinander, “f”-Erziehung, “S”-Kordon etc.). Im ersten Jahr die Rebe gar nicht und in den beiden folgenden Jahren nur schwach belasten. Danach nur noch richtig schneiden (hier gibt es tatsächlich je nach Sorte unterschiedliche Anforderungen der Rebe, d.h. eher lang oder eher kurz), damit nicht zu viele Triebe und Trauben die Rebe belasten und pro Trieb nur eine Traube belassen, und schon hast Du 300 PS im Garten.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Dezember" geschrieben. 15.12.2018

      Über vier Monate Erntezeit, das schaffe ich noch nicht mal im Weinanbaugebiet!

      1:0 für das Erzgebirge!

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Veredeln-Umveredeln" geschrieben. 15.12.2018

      [quote=Jakob]Auf dem Bild zeige ich dass Veredelung abgebrochen ist, das pasiert halt auch... Der Grund ist auf dem Bild zusehen, Frage ist sieht das jemand ?

      Gibt es bei diesem Ratespiel was zu gewinnen, z.B. eine Rebe meiner Wahl?

      Ich nehme an, das ist beim Biegen der Rute passiert. Passiert mir trotz langer Erfahrung leider immer noch. Deshalb sollte man nicht erst alles schneiden und dann biegen, sondern nach Möglichkeit beide Arbeitsgänge miteinander verbinden. Ich schneide deshalb immer den Großteil der Fruchtruten weg, lasse aber vor dem Biegen weitere Ruten stehen. Geht beim Biegen alles gut, nehme ich eine der Ruten als Reservezapfen und schneide den Rest, falls die auserwählte Rute, z.B. beim mähen oder fräsen bis zum Austrieb doch noch bricht.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Pläne für 2019" geschrieben. 07.12.2018

      Ab Dezember 2018 beginne ich mit einem für das ganze Jahr ausgelegten Spritzplan mit unterschiedlichen biologischen Mitteln, basierend auf den Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren. Gespritzt werden abwechselnd Holz, Blätter und Boden. Ziel: noch gesündere Pflanzen als dieses Jahr.

      Im zeitigen Frühjahr versuche ich mal 1-2 Reben schwarz auf schwarz mit der Spalt-Propf-Methode zu veredeln. Ende März wird dann mein modifizierter Kompost ausgebracht und gleichzeitig die Gründüngung eingesät. Dann werden die tollen neuen Sorten von Jakob ausgepflanzt.

      Die starken Reben stelle ich jetzt schon auf die “f”-Form in Quadrat- bzw. O-Form um. Dabei probiere ich erstmals die “Über-Kopf-Methode” aus, bei der die Triebe nach ein paar Wochen von oben nach unten wachsen.

      Einen Teil der mittelspäten Sorten werde ich gezielt leicht überbelasten, um das Erntefenster zu erweitern. Diese Methode erscheint mir erfolgversprechender, als die Trauben einfach nur länger hängen zu lassen. Ziel ist, auch spät noch rundum knackige Trauben zu haben, da ich schon leicht schrumpelige Trauben nicht mag.

      Insgesamt lasse ich die Triebe erstmals bis auf 2,45 m wachsen. Dazu habe ich mir bereits eine extra lange Spritze aus Kohlefaser besorgt, um beim Spritzen ganz nach oben zu gelangen.

      Im Juni werde ich ein paar wenige nicht zufriedenstellend ältere Sorten grün auf grün umveredeln, da ich noch ein paar unveredelte Stecklinge aus Polen habe. Ab August wird schließlich mit der Ernte begonnen. Dann kommen ein paar neue Sorten in die Ertragsphase, auf die ich mich jetzt schon freue.

      Ab September beginnt dann die mit Spannung erwartete jährliche Sorten-Lotterie: welche tollen neuen Sorten werden angeboten und welche kann ich bekommen? Ab kommenden Jahr kaufe ich nur noch Sorten, die eine hohe Pilzresistenz haben und super schmecken. Keine Kompromisse mehr. Falls ich bei der Lotterie erfolgreich war, werden ein paar alte Sorten ersetzt, die nicht mehr in mein Konzept passen.

      Und schon ist das Jahr wieder um.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Ertragsreben 2018" geschrieben. 27.11.2018

      Das sind durchweg sehr schöne und sehr saubere Trauben. Auch die Stielgerüste sind kräftig und gesund. Du hast den Bogen raus im Gewächshaus. Ein schönes Beispiel, dass man auch im klimatisch rauhen Erzgebirge Tafeltrauben anbauen und dabei auch noch super Ergebnisse erzielen kann.

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Reblaus
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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