Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Reblaus
Beiträge: 117 | Punkte: 415 | Zuletzt Online: 22.10.2018
Wohnort
Neustadt an der Weinstrasse
Registriert am:
09.10.2017
Geschlecht
männlich
    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. Gestern

      Ich möchte den zur Verfügung stehenden Platz maximal ausnutzen, um möglichst viel Altholz zu bekommen. Deshalb die Quadratform und deshalb erst die Biegung nach links. Ich habe ja auch keine 1.000 Reben, also Zeit für die Biegungen und Lust zum experimentieren. Natürlich kann ich auch die Variante 3 umsetzen. Aber mich interessiert, ob man wie auf meinem Bild dargestellt die Triebe im oberen Teil des Spaliers erst nach oben wachsen lassen kann und dann nach unten führen, wenn sie der Schwerkraft nach unten folgen. Ich denke, das könnte funktionieren. Meine Piesnia wächst genau so wie von mir gezeichnet und eignet sich ideal für dieses Experiment. Wenn in diesem Forum niemand physiologischen Gründe kennt, die dagegen sprechen, würde ich es gerne probieren wollen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 21.10.2018

      Habe mir am Wochenende einige Reben angeschaut, bei denen ich in die senkrechte “F”-Erziehung einsteigen möchte. Bei einigen Reben reicht der in diesem Jahr verholzte Teil (orange) nicht ganz aus, um eine vollständige Quadratform (oder “F”-Form) zu formen. Deshalb habe ich mir folgendes überlegt: man könnte doch aus dem verholzten Teil der Rebe die Quadratform (oder “F”-Form) wie auf dem Bild so weit wie möglich formen und aus den letzten fünf Knospen Fruchtruten ausbilden. Am Anfang (1) werden sie wie gewohnt nach oben wachsen. Wenn die Fruchtruten Trauben ansetzen, werden sie jedoch der Schwerkraft folgen und sich nach unten biegen (2) und man könnte die Ruten nach unten fortführen. Sie stehen dann quasi auf dem Kopf. Im kommenden Winter könnte man aus der letzten Fruchtrute (Pfeil) die Quadratform (oder “F”-Form) vollenden und im Frühjahr darauf die neuen Triebe wie gewohnt wieder nach oben wachsen lassen. Was meint Ihr dazu?|addpics|hus-1e-933e.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 21.10.2018

      Heute bin ich endlich dazu gekommen, einen modifizierten biodynamischen Komposthaufen zu erstellen. Dazu habe ich fertigen Kompost, Pflanzenkohle, Urgesteinsmehl, Zeolith, Rindermist und halbfertigen Kompost abwechselnd übereinander geschichtet und alle paar Lagen mit Effektiven Mikroorganismen übergossen. Die einzelnen Lagen wurden festgetreten. Zum Schluss wurden noch die biodynamischen Präparate Brennnessel, Schafgarbe, Eichenrinde, Löwenzahn und Kamille in die Mitte des Komposthaufens zugefügt und der Haufen mit dynamisiertem Baldrian übergossen. Abschließend wurde der Haufen abgedeckt (wichtig) und darf nun bis März nächsten Jahres ruhen. Der Haufen auf dem Bild sieht unspektakulär aus, hat es aber in sich:

      Über den Winter findet nämlich im Gegensatz zu einem normalen Komposthaufen, der locker und luftig eugesetzt wird und über den Sommer (u.a. durch das Umsetzen) eine aerobe Kompostierung durchläuft, hier eine anaerobe Vergärung / Fermentation mittels der in den EM enthaltenen Milchsäurebakterien statt. Dadurch wird die Pflanzenkohle mit Nährstoffen “aufgeladen”. Als Ergebnis erhalte ich so eine Art Terra Preta, der Wundererde aus Südamerika, die dann im Frühjahr ausgebracht wird. Ein Umsetzen des Komposts entfällt übrigens bei der anaeroben Methode.

      Der Komposthaufen enthält ca. 1.000 Liter, d.h. pro Quadratmeter Gartenboden werden ca. nur ca. zwei Liter von dem fertigen Kompost ausgebracht. Die Pflanzenkohle dient mit ihrer extrem großen Oberfläche und hohen Speicherfähigkeit zukünftig dazu, in Zeiten des Überschusses Feuchtigkeit und Nährstoffe aufzunehmen und in Zeiten des Mangels schrittweise wieder an die Pflanzen abzugeben. Würde man die Pflanzenkohle “ungeladen” ausbringen, würde sie automatisch die im Boden vorhandenen Nährstoffe auf- und somit den Pflanzen wegnehmen, also kontraproduktiv arbeiten. Bzgl. Düngung reichen die zwei Liter Kompost, da ich dem Boden und damit den Reben nicht zu viel Stickstoff zuführen will. Der Anteil der Pflanzenkohle im Kompost ist mit ca. 10 - 15% allerdings überschaubar. Deshalb werde ich Anfang März weitere Pflanzenkohle “turboladen”, indem ich die übrige Pflanzenkohle in einer Wanne in EM bade und Ende März mit dem fertigen Pflanzenkohle-Kompost in den Boden einarbeite. So erfolgt der Stickstoffeintrag über den Kompost in optimaler Menge und der Kohleanteil im Boden wird erhöht.

      Der fertige Pflanzenkohle-Kompost soll den Reben in erster Linie nicht direkt, sondern indirekt zu Gute kommen. Wenn der Pflanzenkohle-Kompost Ende März ausgebracht und mit der Motorhacke leicht untergeharkt wird, erfolgt gleichzeitig die Aussaat der Sommer-Gründüngung. Die soll sich dank der besseren Speicher- und Abgabefähigkeit des Bodens gleichmäßig gut entwickeln, durch ihre enorme Wurzelmasse den Boden lockern und damit die Wasser-Speicherfähigkeit des gesamten Bodens erheblich verbessern. So sollten Trockenperioden als auch Starkregen besser zu überstehen sein als bisher. Voraussetzung ist natürlich, dass es überhaupt irgendwann mal wieder regnet. Gleichzeitig erfolgt die Nährstoffabgabe geregelter als bisher, eine Auswaschung der Nährstoffe aus dem Boden wird verhindert. Zudem dient das Ganze der Pflanzenstärkung. So bedingen sich Boden, Pflanzenkohle, Gründüngung und Reben gegenseitig.
      |addpics|hus-1c-680a.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 12.10.2018

      Habe die letzten Tage im Weingarten aufgerüstet. Meine Spaliere habe ich von bisher 2,00 Metern auf 2,45 Meter erhöht. Abzüglich des Bodenabstands zum Kordon von ca. 65-70 cm kann sich die Laubwand im kommenden Jahr von bisher 1,30 Metern auf nunmehr 1,75 Meter ausbreiten. Diese 45 Zentimeter Unterschied klingen nicht so üppig, aber das entspricht einem Zuwachs von ca. 35 Prozent, also eine ganz schöne Menge. Ehrlich gesagt ist mir das erst zum Schluss aufgefallen und bewusst geworden, als ich das Ganze nachgemessen habe.

      Das waren auch wieder mehrere Stunden Arbeit, aber ich gehe fest davon aus, dass es sich in den kommenden Jahren lohnen wird. Wenn nicht, habe ich immerhin die höchsten Spaliere weit und breit

    • Bin erst heute dazu gekommen, die Dissertation zu lesen. Danke Dietmar. Die Doktorarbeit unterstreicht meine bisherigen Erfahrungen, dass

      1. Backpulver wirksam gegen den Befall von echtem Mehltau und Rotem Brenner ist
      2. Die Bodenbearbeitung eine wichtige und weithin unterschätzte Rolle bei der Vermeidung der Bildung und Ausbreitung von Pilzsporen spielt
      3. Das Einsammeln und Kompostieren der Blätter, insbesondere der befallenen Blätter (diese nicht kompostieren, sondern entsorgen), die weitere Ausbreitung der Infektion signifikant reduziert (das habe ich dieses Jahr bereits beim falschen Mehltau durchgeführt und damit mutmaßlich eine weitere Infektion eingedämmt)
      4. Eine Behandlung der Reben (Blätter und Holz) insbesondere bis ins Spätjahr hinein die Bildung von Mehltau im Folgejahr signifikant reduziert

      Diese Doktorarbeit bestärkt mich in meinem Vorhaben, in diesem Jahr die abgefallenen Blätter zusammenzurechen und zu kompostieren. Die Einzellagen der Blätter im Kompost werde ich mit Backpulverspritzungen benetzen und den Kompost erst im übernächsten Jahr einsetzen, damit möglichst wenige bis keine Pilzsporen überleben. Weiterhin werde ich das Holz der Reben - das ist die Erkenntnis aus dieser Arbeit - nach dem Laubfall mit einer Backpulverlösung spritzen und im Frühjahr, wenn es warm wird (das hatte ich bereits vor), mit Schwefel behandeln. Den Boden der Rebzeilen hatte ich sowieso vor im Winter mit Ackerschachtelhalm und Kanne Ferment zu spritzen.

      Zu hoher Aufwand? Wenn dadurch die Infektion der beiden Hauptfeinde unserer Reben im nächsten Jahr signifikant verringert werden kann, ist es der Aufwand wert. Und ich betreibe damit ein bisschen Laien-Forschung, Wissenschaft für Dummies sozusagen. Zudem wäre es ein weiterer Baustein in einer Reihe von verschiedenen biologischen Maßnahmen, den Pilzdruck in der Rebanlage zu beherrschen. Wenn´s nix bringt, hat sich nur einer die Arbeit gemacht, aber alle sind schlauer.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 09.10.2018

      Natürlich bist Du nicht allein. Aber im Unterschied zu den anderen müssen wir als Außenseiter erst einmal nachhaltig beweisen, dass Bio funktioniert. Und selbst dann wird es Leute geben, die es nicht wahrhaben wollen. Deswegen beteilige ich mich auch an diesem Forum. Ich versuche die Biorealität als Hobbygärtner ehrlich und ungeschminkt darzustellen. Und wenn das kommende Jahr wieder etwas besser verläuft wie das Vorjahr, dann ist zumindest für mich ein erster Beweis erbracht, der in den Folgejahren zu bestätigen ist.

      Eigentlich will ja jeder hier im Forum, wenn er ehrlich ist, Biotrauben haben. Das zeigt schon das große Interesse an diesem Thema. Aber nicht jeder traut sich oder will bzw. kann den Aufwand betreiben bzw. ein Risiko eingehen. Zudem hat nicht jeder Reben mit hoher bzw. sehr hoher Pilzresistenz oder möchte seine gut schmeckenden Trauben, die weniger pilzresistent sind, ersetzen. Das ist für mich alles nachvollziehbar und deswegen will ich auch niemanden mit Gewalt überzeugen. Aber wer genug Reben hat, ggf. auf ein wenig Ertrag verzichten kann und schlau ist, der probiert schon mal bei einem Teil der pilzresistenteren Reben den biologischen Anbau aus und sammelt Erfahrung. Das gilt erst recht für diejenigen, die ihre Trauben vermarkten. Die Verbraucher verlangen zunehmend Bioqualität und sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen.

      Wer es schafft, gesunde und wunderschöne Hammertrauben zu produzieren, spielt ganz vorne mit und hat großen Respekt verdient. Da gibt es ja schon einige hier im Forum, die etwas vorzeigen können und jedes Jahr werden die Ergebnisse sichtbar besser. Aber die Königsdisziplin ist m. E. das Ganze in Bioqualität zu schaffen. Daran müssen wir arbeiten. Und wenn die Erfolge sichtbar vorliegen, werden andere folgen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 09.10.2018

      Ich wollte - wie bei den übrigen Erziehungsformen bisher auch - neben dem Kordon in Quadratform bzw. F-Form sicherheitshalber einen kleinen Zapfen mit 1-2 Augen am Kopf der Rebe stehen lassen, falls mit dem Kordon irgendwas schief geht. Dann habe ich auf jeden Fall noch 1-2 Augen als Reserve und verliere nicht die gesamte Rebe. Direkt nach dem Austrieb der Kordon-Knospen wollte ich einen Neuaustrieb an dem Zapfen ausbrechen und den anderen Neuaustrieb am Zapfen zusätzlich zum Kordon wachsen lassen. Das Gleiche würde ich im kommenden Jahr wieder machen. Ich denke, da spricht nichts dagegen. Die Winzer lassen ja auch immer einen Zapfen stehen, allerdings um die Fruchtrute des Folgejahres zu ziehen, und die aktuelle Fruchtrute schlägt ja trotz dem Zapfen gut aus.

      Übrigens benutzen die Winzer bei uns einen sogenannten Schrumpfschlauch zum Befestigen der jungen Rebstämme. Dieser ist dehnbar und wächst unproblematisch über mehrere Jahre mit. Vielleicht eine Alternative zu der Befestigungsklammer, die Jakob ausgesucht hat. Hier der Link:

      https://www.baywa.de/shop/produkte/pflan...chlauch-p674398

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 05.10.2018

      Also ich werde im Winter bei einigen Reben in die senkrechte Kordonerziehung einsteigen, aber eher in die Quadratform. Einige meiner Reben haben mehrere Meter lange Fruchtruten gebildet. Die sind lang genug und ich werde sie entsprechend zurecht biegen. Im übernächsten Jahr werde ich dann die “f”-Form drauf setzen und berichten. Ich freue mich schon drauf. Wieder was Neues und vielversprechendes zum ausprobieren. Da werden wieder einige um mich herum die Stirn runzeln, was ich da neben meinem Bio-Hokuspokus wieder Verrücktes mache. Aber wenn es funktioniert, habe ich in zwei Jahren dank diesem Forum nicht nur Hammertrauben, sondern Hammer-Biotrauben und dann ist Ruhe im Wingert!

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Neue Agro Methode im Tafeltrauben Anbau" geschrieben. 05.10.2018

      Wenn schon Bio, dann richtig. Stroh ungehäckselt in den Boden vergraben bringt genau so wenig wie rohen Mist auszubringen. Roher Mist z.B. bringt einen kurzfristigen und viel zu hohen Energieschub.

      Das Stroh zersetzt sich im Boden nur sehr schwer. Ich kenne das von früher, wenn unsere Getreidefelder umgepflügt wurden. Um Stroh im Boden zu zersetzen, ist die Zufuhr einer größeren Menge Stickstoff erforderlich, d.h. man muss zusätzlich Dünger einbringen. Erfolgt dies nicht, entzieht das Stroh während dem langwierigen Zersetzungsprozess den erforderlichen Stickstoff dem Boden und senkt damit die Bodenfruchtbarkeit. Damit erreicht man das Gegenteil von dem, was man beabsichtigt. Wenn schon Stroh eingesetzt werden soll, dann sollte es gehäckselt in einem ausgeglichenen Verhältnis zusammen mit Mist von Tieren als Zusatz in einem Komposthaufen verkompostiert werden. (Übrigens hat man früher Stroh auch nur in gehäckselter Form den Tieren verfüttert, um es im Magen und Darm besser zu verstoffwechseln). Im Folgejahr kann man den Kompost dann direkt zur Bodenverbesserung einsetzen. Das ist sinnvoller als das Stroh mit Grünzeug unkompostiert zu vergraben. Egal was man in den Boden einbringt, es sollte vorab einen biologischen Zersetzungsprozess durchlaufen um seine Wertigkeit zu erhöhen. Das wird jeder Biogärtner bzw. Biowinzer bestätigen. Wer es nicht glauben will, muss es halt selbst ausprobieren und Erfahrung sammeln. Ich habe mit Biowinzern gesprochen, die zu Beginn der Umstellung auf Bio mit rohem Pferde- bzw. Kuhmist gearbeitet haben. Das Fazit war: Mist ausbringen ist Mist! Manche Winzer bringen Stroh in den Rebgassen aus, um den Boden zu mulchen. Damit wird die Feuchtigkeit besser im Boden gehalten und die Infektion der Reben durch die im Boden vorhandenen Pilzsporen verhindert. Das macht Sinn.

      Dass man mit dieser neuen Methode nicht spritzen und nicht düngen muss, ist unrealistisch. Ich arbeite und experimentiere ja selbst viel an der Stärkung der Pflanzen, aber Kompost allein vollbringt keine Wunder. Die biologische Arbeitsweise ist komplex und erfordert das Zusammenspiel einer Vielzahl von Komponenten. Kompost ist leider nur eine davon.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 05.10.2018

      Die Reben sind mittlerweile fast alle abgeerntet, aufgrund des heißen Sommers und der zu undifferenzierten Belastung viel früher als in den übrigen Jahren, deshalb habe ich gestern meinen Reben den letzten Tee für dieses Jahr spendiert: Mädesüß, Brennessel und Ackerschachtelhalm. Die Blätter hängen sicher noch einen Monat und die Reben erhalten so über die gesunden Blätter noch mal eine Stärkung vor dem Winter.

      Die meisten Reben sind noch überwiegend gesund, einzelne haben gar keine Krankheitsanzeichen (z.B. die als sehr resistent eingestufte Katrusja), manche nur wenig Anzeichen, sehr wenige wiederum starken Mehltaubefall (zu meiner Überraschung die als sehr resistent eingestufte Baikonur, aber die hatte es wegen zu hoher Gründüngung schon sehr früh erwischt und sie steht an einer Stelle, an der letztes Jahr schon andere Reben mit Mehltau befallen waren. Es ist scheinbar eine “Mehltau-Ecke”. Hier werde ich die betreffenden Reben kommendes Jahr noch konsequenter behandeln). Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden, da wir schon Anfang Oktober haben. Insgesamt ist der Befall überschaubar und hinnehmbar, er ist deutlich geringer als im letzen Jahr und hat auch später eingesetzt. Ob die Reben durch die biodynamische Behandlung im Vergleich zum letzten Jahr schon gestärkt sind, wird das kommende Jahr zeigen. Meiner Erfahrung der letzten beiden Jahre nach reichen Spritzungen mit Komposttee allein nicht aus. Die Verbindung von Kompost- bzw. Wurmtee mit Kieseläure (z.B. Ackerschachtelhalm) zeigen bessere Ergebnisse. Dazu noch Milch oder Molke, bei beginnendem Befall mit echtem Mehltau auch Backpulver und im Einzelfall falls nötig eine einmalige schwache Kupferlösung bei beginnendem falschem Mehltaubefall für die weniger resistenten Sorten scheinen erfolgversprechend.

      Die Wintergründüngung habe ich aufgrund der Trockenheit in der Hoffnung auf Regen mit fast sieben Wochen Verspätung gesät. Allerdings ist aufgrund der fortgesetzten Trockenheit fast nichts aufgegangen. Diese Arbeit war aufgrund der Wetterkapriolen wohl weitestgehend umsonst, aber so ist das mit den Launen der Natur. Deshalb werde ich im Frühjahr 2019 wohl so 1 Liter Kompost pro Quadratmeter einarbeiten, um den Verlust an Nährstoffen durch die ausgefallene Wintergründüngung auszugleichen, mehr nicht. Der Kompost wird über Winter noch angereichert mit Urgesteinsmehl, Zeolith, Pflanzenkohle und vielleicht noch einer kleinen Prise Pferde - oder Kuhmist, um das Aufladen der Kohle zu unterstützen. Die Stickstoffzufuhr soll aber möglichst gering gehalten werden, damit die Reben besser in die Tiefe wurzeln. Mist sollte übrigens nie in frischer Form aufgebracht, sondern grundsätzlich kompostiert und in Maßen verabreicht werden.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 24.09.2018

      So wie ich das verstehe, funktioniert das Ganze nur, wenn man eine ca. 3-4 Meter lange Fruchtrute in einem Jahr ziehen kann. Diese wird dann am Ende des Jahres in F-Form oder auch in eine Quadratform zurechtgebogen, so dass das Ende horizontal steht und die Augen geblendet, die im Folgejahr nicht wieder austreiben sollen. Theoretisch müsste das auch über zwei Jahre funktionieren, indem man einfach nur im zweiten Jahr am Ende der Vorjahres-Fruchtrute nur eine Knospe am Ende der Rute austreiben lässt und den Kordon weiterführt.

      Bei der zweiten Variante, die Du kommendes Jahr ausprobieren nchtest frage ich mich, ob der Hauptkordon auf Dauer die kleineren F-Kordons ernährt oder einzelne F-Kordons vertrocknen. Ich sehe immer wieder, dass ältere Kordons nach vielen Jahren urplötzlich ohne sichtbaren Grund absterben.

      Warum gerade F-Form? Siehst Du einen Vorteil der F-Form gegenüber der von mir skizzierten Quadratform?

      Wie blendest Du, damit keine Knospen mehr an dem gebogenen Kordon mehr austreiben? Einfach mit der Klinge der Schere die Knospe von der Rute abstreifen?

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Kordonerziehung" geschrieben. 17.09.2018

      Ich wage mal den Anfang und spinne ein bisschen rum. Mit allen drei Varianten kommt man auf 5 Meter oder mehr.

      Bild 1: Kordon in Quadratform
      Bild 2: Kordon in Spiralform (kenne ich vom Blauregen). Man muss den Jungtrieb kontinuierlich um ein dickeres Rohr schlingen
      Bild 3: Kordon in S-Form oder Schlangenform

      Eine weitere Variante ist die Pergolaerziehung, wie sie z.B. In Norditalien praktiziert wird. Da steht man quasi unter den Reben, was die Arbeit nicht gerade erleichtert.|addpics|hus-18-3925.jpeg,hus-19-631b.jpeg,hus-1a-136b.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Wo soll man neue Reben kaufen - und wo besser nicht? Erfahrungsberichte" geschrieben. 17.09.2018

      Für alle, die sich darüber beschweren, dass ihre Reben nicht so rchtig wachsen, habe ich gestern mal ein Bild von einem Jungfeld gemacht. Alle Reben haben die gleiche Unterlage, den gleichen Edelreis-Klon, wurden in der gleichen Rebschule veredelt, wurden von ein und demselben Winzer bzw. Fachbetrieb zum gleichen Zeitpunkt eingepflanzt und stehen in der gleichen Erde. Wie man deutlich sehen kann, sind dennoch manche Reben ca. 2 - 2,5 Meter gewachsen während andere in der gleichen Zeit noch nicht einmal 30 cm geschafft haben. Es liegt also nicht am Verkäufer oder an der Qualität der Pflanzen, sondern einfach nur an den Launen der Natur.|addpics|hus-17-58c4.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Wo soll man neue Reben kaufen - und wo besser nicht? Erfahrungsberichte" geschrieben. 13.09.2018

      Ich habe vor ein paar Wochen diesen Antonino besucht, weil ich eine KM Zimus bei ihm kaufen wollte und er nur wenige Kilometer entfernt wohnt. Jakob hatte zu diesem Zeitpunkt leider noch nichts angeboten. In Wirklichkeit heißt er Vladimir, ist Russe, sieht auf dem Foto erst einmal furchteinflößend aus, ist aber ein netter Kerl. Er spricht gebrochen Deutsch, was aber einigermaßen ausreicht. Als ich hinkam, hat er mich in seinen Garten mitgenommen. Dort hat er nur wenige Sorten auf Kober 5BB veredelt direkt in der Erde sitzen. Ich durfte also die Pflanze bei großer Hitze selbst ausgraben, weil er selbst sichtbare Rückenprobleme hatte , wofür er sich entschuldigt hat. Das hat mich amüsiert. Die angebotenen Reben sind zweijährige starke Pflanzen. Keine Ahnung wie er das im kommenden Jahr machen will, wenn sich die Reben noch stärker in der Erde verwurzelt haben. Auf mich hat das Ganze einen etwas chaotischen, aber grundlegend sympathischen Eindruck gemacht. Er hat wohl gute Beziehungen, weil er mir angeboten hat alles aus Russland zu besorgen, was ich haben will. Habe ich aber abgelehnt. Er ist sehr geschäftstüchtig, aber nicht auf eine unangenehme Art. Er hat scheinbar noch keine großen Kenntnisse von Tafeltrauben, aber kann immerhin schon die Edelreiser, die er aus Russland besorgt, selbst veredeln. Über die Sorten kann er sehr wenig sagen, seine Infos bezieht er über YouTube. Fazit: Pflanzen sollte man bei ihm nur im Winter in der Vegetationsruhe kaufen, weil die Reben nicht in Töpfen sitzen, sondern erst ausgegraben werden müssen und dann scheinbar in abgeschnittenen Plastikflaschen in Erde verschickt werden. Das Ganze ist alles andere als professionell organisiert, eher improvisiert, aber er ist ein guter Mensch, kein Abzocker. Davon konnte ich mich überzeugen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Allgemeine Diskussion" geschrieben. 09.09.2018

      Zitat von urmel im Beitrag #213

      Es ist sicher richtig, dass die Wurzeln im Topf genauso weiterwachsen wie ausgepflanzt in der Erde.
      Den Vorteil einer Herbstpflanzung sehe ich darin, dass sich die Wurzeln schon mit dem Erdreich verbinden können. Das Wachstum im Frühling beginnt mit der Saftzirkulation bereits lange bevor wir etwas davon merken und dann hat die Rebe bereits Bodenschluß.



      Liebe Urmel, damit das Ganze nicht in eine akademische Diskussion ausartet. Solange die Photosynthese stattfindet, wachsen natürlich auch die Wurzeln. Danach herrscht jedoch Vegetationsruhe. Mir geht es aber nicht um die Wurzeln, sondern um Sicherheit. Ich fahre eine Null-Risiko-Strategie, d.h. ich pflanze erst nach den Eisheiligen aus. Erst recht, nachdem ich 2016 ca. 15 Reben durch Nachtfrost verloren habe. Das angehängte Bild ist vom 21. April! Es waren ca. 1-2° Frost angekündigt. Ich war zu faul, die Reben in die Garage zu tragen und dachte, ein kleines Zelt aus doppelter Noppenfolie reicht aus. Hat es leider nicht. Die letzte Kontrolle m 23:00 Uhr zeigte 1° Plus, morgens um 09:00 Uhr waren es 2° Plus. Dazwischen muss es in der Nacht kurze Zeit geringfügigen Frost gegeben haben. Für die frischen Triebe hat das gereicht. Das was auf dem Foto noch grün ist, wurde kurze Zeit später auch noch braun. Danach hat nur noch ein Teil der Reben wieder ausgetrieben, der Rest war futsch. Dadurch habe ich eine ganze Reihe Reben verloren, die ich unbedingt haben wollte.

      Diese Gefahr besteht bei allen jungen Reben, die nur sehr wenig verholztes Gewebe haben, da es ihnen im Ernstfall an schlafenden Augen mangelt. Wenn mindestens 4 Augen verholzt sind, ist das ausreichend, da in der Regel nur die oberen austreiben und bei Frostschaden noch die schlafenden Augen darunter zur Verfügung stehen.
      |addpics|hus-16-22ff.png|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 09.09.2018

      So Jakob, jetzt ist es amtlich. Es ist definitiv Valentine. Sie ist jetzt nahezu ausgereift (braucht noch eine sonnige Woche), die Beeren sind schon schön süß, fleischig und haben einen super leckeren feinen Muskat-Geschmack. Dazu fast keine Kerne. Ein absoluter Gewinn für meine Sammlung. Die wäre bestimmt was für Urmel. Und das beste ist, dass ich diese Rebe gerne ein zweites Mal hätte. Ich brauche sie aber nicht noch einmal zu veredeln, da Du mir im letzten Jahr eine Aladdin geschickt hast, die gar keine ist, sondern ebenfalls eine Valentine. Ich hatte mich schon gewundert, dass die Beeren immer größer werden und nicht umfärben. Heute war meine Geduld am Ende und ich habe sie probiert. Eine wirklich willkommene Fehllieferung für mich! Im Bild daneben übrigens eine Phaeton.
      |addpics|hus-15-e091.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Allgemeine Diskussion" geschrieben. 08.09.2018

      Ich belasse die neu gelieferten Sorten grundsätzlich in den kleinen schwarzen Töpfen, lasse sie solange im Freien, bevor der erste Frost kommt, dann dürfen sie in der frostsicheren Garage überwintern. Während dem Winter ca. 1 x im Monat gießen. Im März kommen sie dann wieder ins Freie, bevor die Knospen beginnen auszutreiben. Ausgepflanzt werden sie bei mir erst nach den Eisheiligen. Sofern zwischen März und den Eisheiligen Frost droht, kommen Sie über Nacht wieder kurz in die Garage. Auf diese Weise haben bisher alle Neupflanzen bei mir sicher überlebt, es besteht keine Gefahr, dass die Pflanze bzw. ein frischer Neuaustrieb abfriert. Das ist für mich die sicherste Variante. Jetzt noch auspflanzen sollte man nur, wenn von unten her mindestens 3-4 Augen sichtbar braun verholzt sind. Wenn das nicht der Fall ist und der junge Trieb noch grün ist, droht bei Winterfrösten ein Totalverlust der Rebe. Dadurch verliert man ein ganzes Jahr und wenn es dumm läuft ist die Sorte in den Folgejahren nicht mehr zu bekommen.

      Bzgl. Der Wurzelbildung ist dieses Verfahren kein Nachteil, da die Wurzeln jetzt nur noch kurze Zeit wachsen. Und das machen Sie im Topf genauso wie im Freien. Wurzelwachstum erfolgt nur so lange, wie die Blätter Photosynthese betreiben. Sobald die Blätter umfärben und abfallen, wird das Wurzelwachstum eingestellt. Versuche in Baumschulen haben gezeigt, dass Bäume, die nach dem Abfallen der Blätter im Spätherbst gepflanzt wurden und vor dem Neuaustrieb der Blätter im kommenden Frühjahr wieder ausgegraben wurden, über Winter keinerlei Wurzelzuwachs gezeigt haben.

Empfänger
Reblaus
Betreff:


Text:
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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