Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Reblaus
Beiträge: 151 | Punkte: 637 | Zuletzt Online: 18.05.2019
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Neustadt an der Weinstrasse
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09.10.2017
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männlich
    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Schädlinge " geschrieben. 07.05.2019

      Der Typ, der Deine Rebenblätter einrollt, heißt „Rebstecher“. Er ist ein Rüsselkäfer. Man nennt ihn auch Zigarrenwickler. Es ist ein ca. 5 mm kleiner flugfähiger Käfer. Die Weibchen nagen den Stiel der Blätter an, so dass diese absterben und welk nach unten hängen. Dann rollen sie die Blätter mühsam über mehrere Stunden hinweg zu einer zigarrenähnlichen Form und legen ihre Eier darin ab. Die eingerollten Blätter fallen dann irgendwann ab und die geschlüpften Larven fressen die vermoderten Blätter. Danach verpuppen sie sich und schlüpfen im Spätsommer. Auch hier handelt es sich eher um Einzeltäter, die nicht gezielt bekämpft werden sollten.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 04.05.2019

      Dieses Jahr beginnt schwierig für den Biodynamiker. Die letzten paar Wochen hat es immer wieder in kurzen Zeitabständen geregnet. Heute habe ich direkt nach dem Regen die Chance genutzt und die zweite Sommer-Spritzung durchgeführt. Gespritzt wurde Komposttee, Molke, Ackerschachtelhalmextrakt und Effektive Mikroorganismen. Das Sprühmolkepulver (Bild 1) habe ich mir im 25 kg-Sack besorgt. Die Menge reicht und hält auch genau zwei Jahre bei mir. Was ich im Moment nicht einschätzen kann, ob bei diesem miesen Wetter der falsche Mehltau schon Einzug in die Blätter gehalten hat. Da muss ich die nächste Woche genau hinschauen und abwarten.

      Da ich die Eisheiligen gem. Wettervorhersage nicht mit Frost erwarte, habe ich bereits alle Reben ausgebrochen. Bei den diesjährig gepflanzten Reben wurde bis auf einen Trieb ebenfalls alles ausgebrochen und die Triebe angebunden. Zusätzlich wurden alle Gescheine abgeknipst, damit sich keine Trauben entwickeln. Mittlerweile bin ich vernünftig geworden, die Gier hat keine Chance mehr.

      Ich habe mal verschiedene Entwicklungsstadien fotografiert:

      Bild 2: Hier sieht man aus dem Kindergarten „Nowy Wostorg Krasny“ von Mariusz Chryk aus Polen. Die meisten hier im Forum sind der Meinung, dass insbesondere junge Reben chemisch gespritzt werden müssen. Ich sehe das nicht so. Meine Reben werden, wie man sieht, schon von ganz klein auf auf Bio getrimmt. Dass ich damit gute Erfahrungen gesammelt habe, sieht man auf den nächsten Bildern.

      Bild 3 und 4: hier sieht man „Riezakija Rannaja“, selbst veredelt aus Setzlingen von Winorosl. Die habe ich 2017 veredelt, ist aber im gleichen Jahr scheinbar abgestorben und noch im Topf auf den Rebenfriedhof in die Ecke gewandert. Im Juni 2017, exakt ein Jahr nach der Veredelung, hat sich plötzlich eine winzige Knospe gezeigt und sie ist von den Toten auferstanden. Diese Jahr treibt sie nach Rückschnitt auf zwei Knospen zu meiner Freude stark aus. Never give up!

      Bild 5: Hier sieht man aus der Grundschule „KM Citronii“ vom Schmidt im zweiten Jahr. Sie hatte im letzten Jahr gegen Ende etwas Mehltau, was ihr aber nicht geschadet hat. Dieses Jahr darf sie vorschriftsmäßig drei Triebe tragen und ein Geschein zur Probe entwickeln.

      Bild 6: als weiteres Beispiel aus der Grundschule „Darija“ von Antonino im dritten Jahr. Sie darf vier Triebe tragen und ein Geschein zur Probe entwickeln.

      Bild 7: Hier seht man aus der weiterführenden Schule „Tara“ mit sehr gutem Geschmack vom Schmidt im 3. Jahr. Hier hat es im letzten Jahr nur zu einem kleinen „c“ gereicht. Der Kordon war kurz aber stark und trägt aktuell fünf starke Triebe. Je nachdem, wie sich „Tara“ die kommenden Wochen zeigt, nehme ich noch einen Trieb weg. Da ich auch Trauben von „Tara“ essen will, dürfen sich je nach Entwicklung insgesamt 2-3 Gescheine entwickeln.

      Bild 8 und 9: Hier sieht man „Valentine“ vom Jakob mit tollem Muskatgeschmack im 3. Jahr. Eine starke Rebe. Deswegen habe ich ein kleines „c“ und ein halbes Quadrat geformt. Die Triebe am Ende sind an der Basis schon mehr als halb so dick wie mein Finger. Deswegen darf sie oben fünf und unten vier Triebe tragen und insgesamt 2-3 Gescheine entwickeln. Mal sehen ob sie das alles packt.

      Bild 10: Hier sieht man „Wostorg“ vom Schmidt. Ein älterer aber wegen zu früher Belastung schwacher Geselle vom Schmidt. Hier hat es nur zum kleinen „c“ gereicht. Der Kordon ist auch nicht allzu stark. Hier stehen aktuell vier Triebe. Die dürfen sich, aber nur wenn die Triebe stark wachsen, mit insgesamt 1-2 Gescheinen entwickeln. Ansonsten werden die Gescheine abgeknipst.

      Bild 11: aus dem Kindergarten „Djuzina“ vom Jakob. Treibt normal aus. Sie wird dieses Jahr mit einem Trieb ohne Geschein auf Bio umgestellt und könnte wie immer, wenn Chemiekinder auf Bio umgestellt werden, gegen Saisonende kränkeln. Nächstes Jahr ist sie aber dann, so wie es aussieht, fit um drei Triebe zu tragen.

      Da ich viele Konstellationen bei der Quadrat-Erziehung habe, kann ich dieses Jahr viel experimentieren und schauen, wie die einzelnen Reben auf meine Maßnahmen reagieren. Das gibt ein spannendes Jahr.

      |addpics|hus-1v-5d56.jpeg-invaddpicsinvv,hus-1w-8302.jpeg-invaddpicsinvv,hus-1x-49d1.jpeg-invaddpicsinvv,hus-1y-1964.jpeg-invaddpicsinvv,hus-20-2a3a.jpeg,hus-21-662c.jpeg,hus-22-b908.jpeg,hus-23-630b.jpeg,hus-24-7638.jpeg,hus-25-f0e6.jpeg-invaddpicsinvv,hus-27-defa.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Sortenhitliste" geschrieben. 04.05.2019

      Ich kann Dich zwar vollends verstehen, aber von jedem im Forum eine TOP 10 abzufragen bringt nichts. Danach wärst Du so schlau als wie zuvor. Das wäre so als würde man fragen, welches seiner Kinder man am meisten liebt. Also ich liebe alle meine Reben und freue mich auf den jeweiligen Zeitpunkt, wenn sie endlich reif sind zum Verkosten. Und jede Sorte schmeckt individuell anders! Hier im Forum hat auch jeder seine eigenen Vorlieben. Und im kommenden Jahr sieht das ganz sicher wieder anders aus, wenn die nächsten Jungreben vom vorletzten Jahr ihre ersten Trauben tragen...

      Ich jedenfalls freue mich schon heute darauf, wenn es im Herbst wieder neue Sorten gibt. Merke: das Bessere ist der Feind des Guten.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Richtiger Zeitpunkt für Rebschnitt " geschrieben. 28.04.2019

      Zitat von jakob im Beitrag #41

      Das frisst meine Reben.



      Das was da Deine Reben frisst ist die Raupe der Achateule. Charakteristisch ist der helle Strich am Rücken. Die Achateule ist ein Nachtfalter. Die Raupe frisst alles mögliche, u.a. leider auch Blätter von Obstbäumen und Reben. Ich glaube jedoch nicht, dass diese Raupen in größerer Anzahl bei Dir auftreten. Man kann sie einfach woanders hinsetzen z.B. Auf eine Brennessel oder Löwenzahn, dann frisst sie dort weiter...

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Herstpflanzung oder Frühjahr?" geschrieben. 28.04.2019

      Für alle diejenigen, die demnächst eine größere Anzahl Reben pflanzen möchten, hatte ich heute das Glück, mal eine professionelle Rebenpflanzmaschine bei der Arbeit zu fotografieren. An einem Traktor hängt die Pflanzmaschine, die von zwei Arbeitern bestückt wird. Der linke legt die Pflanzstäbe in eine Art Windmühlenrad ein, der rechte die wurzelnackte Rebe (siehe orangener Handschuh). Die Maschine öffnet vorne die Erde, die Arbeiter bestücken laufend das sich drehende windmühlenartige Rad, das Pflanzstäbe und Rebe in die Erde führt und dahinter schließt die Maschine die Erde wieder. Der Traktor ist voll GPS-gesteuert, d.h. es werden nur die Koordinaten der vier Grundstücks-Grenzsteine eingegeben sowie der Reihenabstand, den Rest erledigt der Computer. Es muss nichts mehr aufwendig ausgemessen werden. Die Maschine errechnet alles selbst und setzt die Reben satelitengesteuert auf den Zentimeter genau in die Erde. Auch die Rebpfähle werden in den kommenden Tagen GPS-gesteuert maschinell gesetzt. Der Traktor fährt mit ca. 5 km pro Stunde etwa so schnell wie ein Mensch beim Wandern läuft. Mit dieser Geschwindigkeit wurde dieser Wingert von drei Menschen in ca. 2 Stunden komplett bepflanzt, wo früher viel mehr Menschen mehr als einen Tag dafür benötigt hätten. So eine Maschine schafft bis zu 2 Hektar pro Tag, das sind ca. 10.000 Reben.|addpics|hus-1r-81a0.jpeg,hus-1s-6897.jpeg,hus-1t-afe5.jpeg,hus-1u-ee3a.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "April 2019" geschrieben. 28.04.2019

      Die Reben wachsen aktuell wie verrückt. Das warme Osterwetter hat einen unheimlichen Schub gegeben. Hier zwei Beispiele. Einmal eine junge Katrusja, bei der in Höhe des unteren Drahts drei Triebe austreiben dürfen und einmal eine ältere Walök, die zu einem Quadrat erzogen wird, bei der die Rute allerdings nur zu einem „C“ gereicht hat. Da ich mir nicht sicher war, wie die Augen bei so einem langen Trieb austreiben, habe ich ein paar Augen mehr stehen lassen. Da aber die Triebe schon so weit sind und ich gelesen habe, dass die Eisheiligen in diesem Jahr mutmaßlich zu keinem Frost führen werden, werde ich bereits anfangen, die überzähligen Triebe auszubrechen, sonst verliert die Rebe zu viel Kraft. Bei der Walök z.B. sollen am Ende nur 3-4 Triebe stehen bleiben. Ist zwar ein Risiko, aber das gehe ich dieses Jahr ein.|addpics|hus-1p-660d.jpeg,hus-1q-e6b3.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 22.04.2019

      Am letzten Samstag habe ich noch bei 8° C und Schneetreiben die Gründüngung gemulcht. Ein Bild zeigt, wie hoch das nährstoffreiche Grünzeug gewachsen ist. Gestern wurde sie bei sonnigen 23° C zusammen mit dem modifizierten Kompost, den ich vor dem Winter angesetzt habe und anaerob habe verrotten lassen, ausgebracht und zusammen mit Urgesteinsmehl und ein wenig KaliMagnesia leicht untergefräst. Mitte nächster Woche wird der Boden kurz vor dem angekündigten Regen noch mit EM gespritzt. Dann verarbeiten die Bakterien und die Würmer den Kompost zu Humus und die Nährstoffe stehen den Reben genau zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung.

      Der Kompost besteht aus verrotteten Pflanzenteilen, Rinderdung, Pflanzenkohle, EM und Zeolith. Auf dem Foto sieht man, wie guter fertiger Kompost aussehen soll. Obwohl in den 1.000 Liter Kompost ca. 30 kg Rinderdung mit fermentiert wurden, riecht der Kompost absolut nicht nach Dung, sondern sehr angenehm nach Waldboden. Ein weiteres Bild zeigt, wieviel Kompost ausgebracht wird. Das sind genau zwei Liter pro Quadratmeter. Drei Liter wären auch o.k. Mehr ist für die Reben nicht erforderlich und reicht zusammen mit der Gründüngung vollkommen aus. Die Reben sollen nicht mit zu viel Nährstoffen verwöhnt werden, sonst werden sie schwach und anfällig.

      Danach wurde die Sommergründüngung eingesät. Damit sind meine Reben auch schon versorgt für dieses Jahr. Das Ganze war wieder ein paar Stunden Arbeit, aber am Ende ist es doch wieder ein befriedigendes Gefühl, nicht gegen sondern mit der Natur gearbeitet zu haben. Zum Schluss wurden wie jedes Jahr die effektiven Pheromondispenser ausgebracht, die mir in meinem Rebgarten, der außerhalb der Wingertzone liegt, zuverlässig biologisch den Traubenwickler vom Hals hält. Die Ränder werden etwas enger bestückt, fertig! Kein Spritzen mehr erforderlich.

      Jetzt müssen meine Reben nur noch die Eisheiligen überstehen, dann lässt auch das ungute Gefühl nach, es könnte noch etwas Gravierendes passieren. Aktuell wachsen die Triebe enorm schnell. Lora bildet schon Gescheine aus.

      Euch allen noch frohe Ostern und weiterhin viel Spaß und Erfolg!
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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Frostschutz" geschrieben. 26.03.2019

      Vielen Dank für die bisherigen Beiträge. Dann werde ich mir, bis mein Hubschrauber wieder aus der Reparatur zurück kommt, Malervlies aus dem Baumarkt besorgen. Das hat eine Stärke von 120 g/qm und auf einer Seite eine Folie (gut gegen Feuchtigkeit). Das Material bekommt man günstig als Rollenware, es ist gut zu schneiden, gut zu tackern oder mit Klammern zu befestigen und wiederverwendbar. Zudem geht es relativ schnell. Ich hoffe das reicht im Ernstfall für die zarten jungen Triebe aus. Es ist schon ein erheblicher Unterschied, ob man nur die Knospen vor dem Erfrieren schützen will (die sind ja je nach Entwicklungsstadium sehr robust) oder frische grüne Triebe, die wiederum extrem empfindlich sind. Luftpolsterfolie allein bringt gar nichts, da sind bei mir schon bei minus 1-2° C die Triebe unwiederbringlich erfroren und es ist nichts mehr nachgewachsen. Bei Jungpflanzen, die auf zwei Augen geschnitten sind, bedeutet das oft einen Totalverlust. Auch bei meinen neuen „f“-Kreationen habe ich ja alle Augen Richtung Basis geblendet. Deswegen habe ich zumindest in diesem Jahr Bammel vor den Frostnächten. Die Natur ist zudem schon recht weit.

    • Reblaus hat das Thema "Frostschutz" erstellt. 25.03.2019

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 25.03.2019

      Nachdem der Februar so viele Regentage hatte, ist bei mir die Februar-Spritzung ausgefallen. Das macht jedoch nichts, da mein Spritzplan eh das Maximum für dieses Jahr darstellt. Ich versuche den Spritzplan dennoch so gut es geht einzuhalten, um das Ergebnis daraus bewerten zu können. Sofern der Plan gute Ergebnisse bringt, werde ich den Plan kommendes Jahr etwas reduzieren, um das Optimum an notwendigen Spritzungen (weniger Aufwand) im Verhältnis zur jeweiligen Wettersituation auszuloten.

      Gestern war ein schöner Tag. Deswegen habe ich die letzte „Winterspritzung“ von Rebholz und Boden mit Natriumhydrogencarbonat und Ackerschachtelhalmextrakt durchgeführt. Je nach weitere Entwicklung der Knospen erfolgt in ca. 2 Wochen die erste „Frühjahrsspritzung“. Im Moment sind die Knospen, insbesondere die der jungen Reben, schwer auf dem Vormarsch. Besonders vorwitzig und weit sind Lora und Vatra (siehe Bilder). Der Rest ist aber auch schon sehr weit. Die Sorge um das frühe Austreiben veranlasst mich dazu, ein neues Thema mit dem Inhalt „Frostschutz“ aufzumachen. Vielleicht gelingt es uns ja gemeinsam Strategien zu entwickeln, um den Spätfrösten und deren z.T. erheblichen Folgen für uns Traubenliebhaber ein Schnippchen zu schlagen.

      Witzig ist, dass der letztjährig gepflanzte Knoblauch, der in der Gründüngung komplett untergegangen war, dieses Jahr sehr schön austreibt. Knoblauch soll ebenfalls gegen Mehltau wirken und war als weiterer Baustein gedacht. Bei mir steht nach jeder zweiten Rebe ein Knoblauch. Das duftet bestimmt bald lecker im Garten…

      [[File:F6CA450E-5FC6-4471-8E56-5271346894A5.jpeg|none|auto]]. [[File:5183247A-40F5-41DC-9C85-FF02B8951C13.jpeg|none|auto]]

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 25.02.2019

      Gerne stelle ich meinen Spritzplan für das Jahr 2019 dem Forum zur Verfügung. Ich habe vor, die Reben das gesamte Jahr über alle 14 Tage zu spritzen. Das Ganze erfolgt natürlich nicht exakt nach dem vorliegenden Plan, sondern wetterabhängig. Die eingesetzten Mittel für die Blattspritzungen sind so gewählt, dass sie untereinander gemischt und in einer Spritzung gemeinsam eingesetzt werden können. Die Bodenspritzungen erfolgen separat. Natrium verträgt sich z.B. nicht mit den Milchsäurebakterien, da es die Bakterien zerstört und darf deshalb nicht zusammen mit Wurmhumustee (oder auch Komposttee) oder Molke oder Kanne Brotdrunk eingesetzt werden.

      Natron steht zwar für die Blätter 4x auf dem Spritzplan, ich setze es aber nur ein, falls z.B. bei lang anhaltenden und sehr trockenen Wetter (es steht zwar bei Regen, aber das ist falsch, gemeint ist natürlich bei Trockenheit) trotz Molke erste Anzeichen von Mehltau auftreten, ansonsten nicht. Das Natron wirkt dann akut gegen die Mehltauinfektion, während die Milchsäurebakterien von Molke und Wurmhumus- bzw. Komposttee die Blätter besiedeln und vorbeugend gegen Mehltau wirken sollen.

      Ackerschachtelhalm, Brennessel, Mädesüß und Rainfarn stärken durch die darin enthaltene Kieselsäure die Blattzellen und sollen Infektionen durch Mehltausporen erschweren bzw. verhindern. Wichtig ist, möglichst viele verschiedene Pflanzentees zu spritzen, damit die Reben möglichst viele verschiedene Wirkstoffe aufnehmen können.

      Das Natron für das Holz setze ich erstmals versuchsweise vor und nach der Vegetationsperiode ein, um überwinternde Mehltau- und Roter Brennersporen abzutöten. Ob das erfolgreich ist, muss ich erst abwarten.

      Netzschwefel setze ich dieses Jahr bei Knospenaufbruch, kurz vor der Blüte und beim Abwurf der Blütenkäppchen ein, da mir letztes Jahr einige Sorten stark verrieselt sind.

      Sollte sich aufgrund länger anhaltendem Regenwetter der falsche Mehltau einstellen, werde ich sehr dosiert und gezielt nur bei den befallenen Reben eine dünne Kupferoktanoatmischung spritzen. Bisher war das bei mir (außer bei Viktor) nicht nötig.

      Die EM setze ich dieses Jahr erstmalig ein, um die Reben zu stärken und das Bodenleben zu aktivieren. Es ist für die kommenden Jahre als weiterer Baustein zur Pflanzenstärkung fest eingeplant.

      Das Bittersalz Mitte/Ende Juni soll das Beerenwachstum unterstützen (Magnesium, Schwefel).

      Hornmist und Hornkiesel sind als zusätzlicher Hokuspokus Bestandteil meines biodynamischen Konzeptes und somit eine Glaubensfrage.

      Falls an den Eisheiligen Frost droht, spritze ich Baldrian auf die frischen Triebe. Das soll bis zu Minus 2-3°C Frostschäden an den Jungtrieben verhindern. Bei tieferen Minustemperaturen ist Baldrian wirkungslos.

      Weitere Bestandteile meines ganzheitlichen Konzeptes sind Kompost, Pflanzenkohle und Gründüngung statt Mineraldünger sowie der Einsatz von Pheromondispensern gegen den Traubenwickler.

      Bei allen Spritzungen ist zu beachten, dass man möglichst alle Blätter erwischt und tropfnass spritzt. Die biologischen Mittel sind nicht systemisch und wirken überwiegend an der Blattoberfläche. Unbehandelte Blätter sind gegen Mehltau ungeschützt und daher mehltauanfällig. Im Gegensatz zu systemischen Mitteln dringt nur ein geringer Teil der biologischen Wirkstoffe in die Blattzellen ein. Regen wäscht einen Großteil der biologischen Wirkstoffe wieder ab, weshalb nach starken Regenfällen wieder gespritzt werden muss. Man ist als Biodynamiker also viel wetterabhängiger. Allerdings sind biodynamisch gepflegte Reben weniger anfällig gegen Krankheiten als chemisch behandelte Reben.

      Der vorliegende Spritzplan wurde noch nicht voll umfänglich auf seine Tauglichkeit getestet, sondern auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen zusammengestellt und wird dieses Jahr ausprobiert. Ich werde darüber berichten.
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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 15.02.2019

      Ich habe - zumindest den strengen Winter - für mich als beendet erklärt. Die Gefahr von Starkfrösten (-10 ° C und kälter) erscheint mir mehr als unwahrscheinlich, besonders in der Pfalz. Deswegen geht es morgen bei 13° C raus in den Garten, um die nicht benötigten Augen bei meinen „f“-Form-Kreationen zu blenden. Je nach Stärke und Länge der Triebe und des Stammdurchmessers lasse ich am Ende der Triebe nur soviel Augen stehen, wie die Rebe meiner Erfahrung nach verkraftet bzw. benötigt. Der Rest der Augen wird geblendet. Dann kann der Frühling kommen.

      Gleichzeitig wird der Boden mit einer 1%igen Natriumhydrogencarbonat-Lösung gespritzt. Ziel ist das Abtöten von überwinterten Pilzsporen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Erziehung von Reben" geschrieben. 04.01.2019

      Zitat von jakob im Beitrag #53
      Ich persönlich mache keinen sanften Schnitt weil es Jahrzehnte auch so gut funktioniert. Und weil für mich das beste Saftfluss dort ist wo die beste Rute ist und nicht dort wo Winzer behauptet.. Ich werde doch nicht die beste Fruchtrute rausschneiden nur weil sie nicht angeblich im Saftfluss ist und die schlechte dran lassen weil es jemand so für richtig hält..
      Würde gerne meine Meinung ändern wenn der Vorteil bewiesen ist und nicht aus Logik behauptet wird..


      Ich schneide auch nicht zwingend mit der sanften Schnittmethode, sondern nur da wo es passt. Auch mir ist ein dicker Trieb wichtiger als die richtige Stelle, wo er wächst. Es geht ja bei dieser Methode nicht um einen besseren Ertrag, sondern im Wesentlichen darum, die Rebe möglichst alt werden zu lassen und zu verhindern, dass die Rebe nach oben wächst, sondern sich in die Breite entwickelt. Interessant ist diese Methode also für die Winzer, die ihre Reben 70, 80 Jahre und älter werden lassen wollen. Je älter die Rebe, desto mehr Extrakt bringen die Trauben hervor, umso besser ist der Wein und umso teurer kann er verkauft werden. Hinzu kommt ein im Alter rückläufiger Ertrag, was der Weinqualität ebenfalls sehr entgegen kommt.

      Der sanfte Rebschnitt beruht darauf, überwiegend junges Holz zu beschneiden und so gut es geht keine oder nur wenige Schnitte ins Altholz zu machen. So wachsen die Schnittwunden besser zu, der Stamm der Rebe bleibt länger gesund und wird innen nicht faul, die Rebe muss demnach nicht so früh ersetzt werden. Schnittwunden im Altholz verwachsen schlechter und ermöglichen schädlichen Erregern einen leichten Eintritt ins Holz, wo sie mit der Zeit Schaden im Holz verursachen (Esca und Eutypiose) und zunehmend für Ausfälle im Weinberg sorgen. D.h. der sanfte Rebschnitt dient nur dazu, die Ausfälle bei den Rebstöcken zu minimieren.

      Für uns Tafeltraubenfreaks ist diese Schnittmethode mehr oder weniger uninteressant. Deshalb lohnt es auch nicht darüber zu viele Worte zu verlieren. Wer von uns heute bereits 45-50 Jahre alt ist, dem reicht eine Lebenszeit seiner Tafeltrauben-Reben von 25-30 Jahren vollkommen aus. Wir setzen auch nicht auf den Extrakt der Trauben, sondern auf eine ausgewogene Menge gut schmeckender Trauben, ohne die Rebe zu überlasten. Zudem wollen wir immer die neuesten Sorten, d.h. in 25-30 Jahren werden wir die Sorten, die wir heute noch super finden, weitestgehend durch noch bessere Sorten ersetzt haben. Da auch eine normal geschnittene Rebe in der Regel locker 20-30 Jahre alt wird, kann uns der sanfte Rebschnitt quasi egal sein. Dies gilt gleichermaßen für Winzer, die ihre Reben sowieso regelhaft nach 15-20 Jahren ersetzen. Und das sind sehr viele.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Erziehung von Reben" geschrieben. 31.12.2018

      Zitat von Dietmar im Beitrag #49
      Ich verstehe den ganzen Bohei mit dem sanften Rebschnitt nicht. Hier in der Gegend wird das schon immer so gemacht, zumindest seit über 100 Jahren.


      Es ist ein signifikanter Unterschied, ob ich jedes Jahr wahllos auf jeder Seite jeweils eine neue Fruchtrute auswähle, ein Jahr wachsen lasse, diese bündig am Kopf abschneide und an ganz anderer Stelle am Kopf wieder jeweils eine Fruchtrute auswähle (so bekommt man nämlich den klasssichen Rebenkopf), oder ob ich den sanften Rebschnitt richtig anwende, in dem ich keinen Kopf, sondern mit der Zeit zwei Arme ausbilde, um den Saftfluss zu gewährleisten! Meiner Meinung nach macht das der Winzer Schwarz in seinem Video nicht korrekt. Richtig gut und verständlich erklärt und auch richtig gemacht wird es in diesem Video:

      https://www.youtube.com/watch?v=Y3Q2N7mExMs

      Ab 5:05 sieht man wunderbar die Entstehung der beiden Arme. Es gibt noch zahllose italienische Videos von Simonit Sirch, in denen dann auch alte Reben zu sehen sind, bei denen die Arme über die Jahre hinweg entwickelt wurden. Siehe hier:

      https://m.youtube.com/watch?v=f23st4IUx8A

      Mach doch mal Bilder von der Schnittmethode aus den sächsischen Weinbergen (jetzt ist ja die ideale Zeit dazu) und stelle sie hier ein. Dann sehen wir, ob der sanfte Rebschnitt in Sachsen schon seit 100 Jahren angewendet wird oder ob einfach nur wahllos jeweils zwei Fruchtruten gezogen werden, die nichts mit dem sanften Rebschnitt und der Erzeugung von Saftbahnen zu tun haben. Ich vermute eher letzteres. Auch bei uns gibt es Winzer, die seit Jahrzehnten zwei Bogreben ziehen. Aber auch das hat nichts mit dem sanftem Rebschnitt zu tun, der hier gezeigt wird.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 31.12.2018

      Die Reben sind alle fertig geschnitten und gebunden. Jetzt geht es wieder weiter mit biodynamischen Maßnahmen im Rebgarten. Gestern konnte ich nun endlich mit meinen Spritzplan für die neue Saison beginnen. Da es an den letzten Wochenenden immer wieder geregnet hat, hat sich das Ganze leider weiter hinausgezögert als geplant.

      Die Reben wurden mit einer 1%igen Natronlösung (Natriumhydrogencarbonat), die zusätzlich mit Ackerschachtelhalmextrakt angereichert wurde, gespritzt. Ich habe das gesamte Holz, also Stamm, Kordon und Fruchttriebe rundherum tropfnass besprüht. Den Gartenboden habe ich mit einer Mischung aus Getreideferment und Ackerschachtelhalmextrakt gespritzt. Das Procedere wird an frostfreien Tagen im Januar, Februar und März wiederholt. Ziel ist die Mehltausporen sowie die Sporen vom Roten Brenner, die ja am Holz, an den Knospen und am Boden im abgefallenen Laub überwintern, in Schach zu halten und damit die Neuinfektion im neuen Jahr so gering wie möglich zu halten. Ich orientiere mich da an der Doktorarbeit, die vor einiger Zeit hier im Forum von Dietmar verlinkt worden ist. Da nur das fertig geschnittene Holz gespritzt werden muss, geht das recht zügig.

      Eigentlich wollte ich noch zusätzlich das alte Laub zusamenrechen, aber das war wegen der Bodenvegetation nicht möglich. Beim Boden werde ich im Januar, Februar und März zwischen Ackerschachtelhalmextrakt, Rainfarn und Mädesüß abwechseln, um möglichst viele verschiedene Kräuter einzusetzen, d.h. die Diversität der eingesetzten Extrakte gegen Mehltau und Roten Brenner zu erhöhen.

      Eingesetzt habe ich auch erstmals meine neue Spritzverlängerung. Zum Glück habe ich mir die Verlängerung aus dem leichten Karbon besorgt. Mit der Zeit wird nämlich die ausgezogene Verlängerung recht schwer.

      Ich freue mich schon auf das Frühjahr um zu sehen, wie sich die winterlichen Spritzungen und die neue Schnittmethode in abgewandelter “f”-Form entwickeln.

      Zum biodynamischen Jahresabschluss wünsche ich allen ein gesundes neues Jahr und viel Erfolg mit Euren Tafeltrauben, jeder auf seine Art. Das ist das schöne an diesem Forum.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 30.12.2018

      Das kommt auf die Stärke der Rebe und die Stärke und Länge der Fruchtrute an.

      Wenn der Rebstamm schon stark genug ist und die Fruchtrute sehr lang, dann kann man das volle “f” versuchen. Im Idealfall soll am Ende der Rute ein Teil der Fruchtrute quer auf dem untersten Draht zu liegen kommen. Dann werden gem. Jakob bis auf ein paar wenige Augen am Ende der Rute alle anderen Augen geblendet. Ich werde aber nicht nur ganz am Ende Augen stehen lassen, sondern am Ende 2 - 3 Augen, dann Richtung Stock etwas Platz lassen (d.h. 2-4 Augen blenden), ein Auge lassen, dann wieder etwas Platz lassen und noch ein Auge stehen lassen. Warum? Manchmal trocknet das Ende der Fruchtrute über Winter ein, insbesondere dann, wenn sie am Ende nicht sehr stark ist. Dann verlierst Du zwar die letzten Augen, hast aber in einem gewissen Abstand jeweils noch 1 -2 Augen zur Sicherheit. Je nachdem, wie sich die Augen entwickeln, kann man im Idealfall die letzten 2 - 3 Augen wachsen lassen und die Augen davor wieder ausbrechen. Ich habe zur absoluten Sicherheit sogar noch einen Sicherheitszapfen stehen lassen. Wenn aber die Rute am Ende immer noch annähernd fingerdick ist, können m. E. diese Sicherheitsaugen entfallen.

      Wenn der Rebstamm noch nicht so stark ist oder die Fruchtrute eher dünn bzw. zu kurz, habe ich kein volles “f” (bei mir ein volles Quadrat) geformt sondern nur einen Teil davon. Raus kommt dann je nachdem nur ein “c” oder ein “e”. In diesem Fall kommen die tragenden Knospen beim “c” auf dem obersten Draht bzw. beim “e” auf dem mittleren Draht an. Hier werden sich die neuen Triebe im Laufe des Sommers nach unten biegen. Der Vorteil des XL-Spaliers wird dann nicht zum Tragen kommen. Aber Du planst ja nicht für ein Jahr, sondern für die Zukunft. Hier gehe ich genauso vor wie oben beschrieben. Ziel ist im kommenden Jahr eine Rutenverlängerung zu bekommen, um im nächsten Winter das “f” bzw. Quadrat zu vollenden. Der Nachteil daran ist, dass ich keinen vollkommen sauberen Kordon bekomme, d.h. es bilden sich in den kommenden Jahren zwischendrin an unerwünschter Stelle Knospenherde, die ausschlagen. Aber die kann man ja bei der kleinen Anzahl an Reben, die wir haben, händisch ausbrechen.

      Ich habe aber auch Reben, bei denen die Fruchtrute nur kurz geraten ist. Da habe ich einfach nur einen kurzen Kordon von 1,5 - 2 Metern geschnitten und versuche im nächsten Jahr am Ende eine Verlängerung zu bekommen, die ich in den Folgejahren zur “f”- bzw. Quadratform vollende, mit dem schon beschriebenen Nachteil. Ich habe also dieses Jahr ein kunterbuntes Sammelsurium im Garten.

      Gehe im wahrsten Sinne des Wortes nicht nach Schema F vor, sondern schaue Dir Deine Reben vor dem Schnitt genau an und schneide sie danach, was sie in diesem Jahr individuell hergeben.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. 26.12.2018

      Die Reben sind jetzt fertig geschnitten. Das Schneiden war dieses Jahr zeitraubender als sonst, weil ich bei jeder Rebe minutenlang davorstand und individuell überlegen musste, was wohl der beste Schnitt für die jeweilige Rebe ist. Bei vier Reben half der beste Schnitt nichts, die wurden bodennah abgeschnitten (u.a. Ontario, Suzi, Kyoho) und werden durch neue Sorten ersetzt.

      Heute wurden nun bei herrlichem Wetter anstatt Weihnachts-Verwandschafts-tourismus die Reben angebunden und in Form gebracht. Mein Garten sieht jetzt sehr lustig aus. Die Reben sind in abgewandelter “f”-Form mal in Form eines Quadrates, mal als großes “C”, mal als kleines “c”, mal als “e”, mal als Kordon mit kleinen Fruchtruten und mal als frischer Kordon ohne Fruchtruten geschnitten und geformt, je nachdem, was letztjähriger Wuchs und Entwicklung hergegeben haben. Ich bin ja immer noch skeptisch, was die “f”-Form angeht. Es sieht schon sehr ungewohnt aus und bedurfte einiger Überwindung. Der geringe Pflanzabstand zugunsten vieler Sorten lässt mir aber keine andere Wahl. Und Jakob sagt, wir Männer sollen nicht so viel hinterfragen, sondern einfach ihm nachmachen. Also habe ich nicht gefragt und einfach gemacht.

      Einer meiner Gartennachbarn ist übrigens ein pensionierter Winzer, mit dem ich immer wieder kontroverse, aber interessante Dialoge führe. Wenn der meine neuen Kreationen sieht, wird er sich wieder kopfschüttelnd abwenden, weil man so auf keinen Fall Reben schneidet. Ich kann nur hoffen, dass ich ihm im kommenden August zeigen kann, dass Tafeltrauben nun mal anders behandelt werden müssen als Weintrauben. Nur bei der Spaliererhöhung auf 2,50 m vor einigen Wochen hat er mir endlich mal Recht gegeben. Eigentlich würden die Winzer das ja auch gerne machen, scheitern aber aufgrund der maschinellen Bearbeitung der Rebzeilen an der Höhe.

      Anbei nun zwei Bilder zur Veranschaulichung meiner Bemühungen: auf Bild 1 sieht man links Piesnia in fast vollendeter Quadratform, dahinter Olimpiada in “e”-Form und dahinter Dolgozdany wieder in fast vollendeter Quadratform. Auf Bild 2 sieht man Bozi Dar in Form eines großen “C”. Mehr gab die Rute nicht her. Bozi Dar durfte letztes Jahr nur eine Traube tragen (der innere Schweinehund wurde weggesperrt) und hat als Dankeschön mehr als daumendickes Holz gebildet. Ein super Beispiel für die Wahl: Wachstum oder Ertrag. Der obere Teil des Bogens befindet sich jeweils auf knapp 2 m Höhe. Daneben ist Bulust zu sehen. Die durfte auch nur eine Traube tragen, hat auch daumendickes Holz gebildet, schaffte es aber nur zu einem kleinen “c”. Beide werden kommendes Jahr zur Quadratform vollendet. Gut zu sehen ist übrigens überall mein Reservezapfen.

      Mit dem Blenden der Knospen warte ich noch etwas ab bis abzusehen ist, ob der Februar nicht doch noch einen Extremfrost hervorbringt.
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Empfänger
Reblaus
Betreff:


Text:
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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