Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Reblaus
Beiträge: 269 | Punkte: 1442 | Zuletzt Online: 21.12.2020
Wohnort
Neustadt an der Weinstrasse
Registriert am:
09.10.2017
Geschlecht
männlich
    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 21.12.2020

      @ Dietmar

      Bitte keinen Unsinn verbreiten. Hornmist liegt ca. ein Jahr im Boden und wird so entsprechend von Bodenorganismen verkompostiert, d.h. bei Verwendung sind die Bestandteile des Kuhmists zersetzt. Das ist wie Kompost. Seit Jahrtausenden werden kompostierte Tierexkremente zur Düngung von Nutzpflanzen genutzt. Ebenso wird Kompost von den Menschen seit Urzeiten mit Tierexkrementen durchsetzt und vor dem Einsatz verkompostiert. Das ist der Unterschied zu frischen Exkrementen, die nicht zur direkten Düngung eingesetzt werden sollen und dürfen. Frischer Mist zur Düngung ist Mist! Im Übrigen wird Hornmist nicht auf die Reben gespritzt, sondern immer auf den Boden.

      Frutogard ist ein Pflanzenschutzmittel und im Ökolandbau nicht zugelassen. Kann man ganz leicht im Internet nachlesen.

      @ Jakob

      Ich lade immer Fotos hoch, keine Dateien, beruhige Dich wieder, siehe Beitrag von Micha # 231 sowie meinen Beitrag # 241, erster Absatz

      @ Vorderpfälzer

      Ich gehe aufgrund bisheriger Erfahrungen in diesem Forum auf solche polarisierenden Beiträge nicht mehr ein. Ich berichte grundsätzlich nur noch über das was ich mache. Wie ich schon sagte: das führt in diesem Forum zu nicht werthaltigen Diskussionen. Leider wird dadurch dem Rest der Forumsteilnehmer ein wichtiger Teil der Biodynamie vorenthalten. Aber das kann bei Interesse auch jeder selbst alles im Internet nachlesen.



      4. Düngung

      Hier habe ich nichts verändert. Im Herbst und im Frühjahr bekommen die Reben ein bisschen Kali-Magnesia und im Frühjahr zusätzlich modifizierten Kompost, der mit Rinderdung, Aktivkohle und Urgesteinsmehl durchsetzt ist. Zusätzlich bekommt er eine biodynamische Behandlung. Eine weitere Düngungsmaßnahme ist das Einfräsen der Gründüngung.

      5. Veredlungen

      Das war nix dieses Jahr! Nur eine Veredelung ist gelungen und bei der ist es fraglich, ob sie den Winter überlebt. Irgendwie ist das bei mir immer noch mehr Zufall als Können.

      Das war´s für dieses Jahr. Ich wünsche Euch allen ein (endlich mal tatsächlich) geruhsames und besinnliches Weihnachtsfest (keine stressigen Einkäufe, keine ungeliebte Verwandtschaft), mangels Kracher und Party ein ungewohnt stilles Silvester, aber dafür ein gesundes und erfolgreiches Traubenjahr 2021. Möge das Wetter mit uns sein. Bleibt gesund und lasst Euch durch Fehlschläge nicht entmutigen. Man geht nach anfänglicher Heulerei immer gestärkt und schlauer daraus hervor.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 20.12.2020

      @Micha74

      Vielen Dank für die Info, Micha. Das liegt dann wohl an meinem Gerät. Für mich sieht es so aus, als wären die Bilder komplett gelöscht. Da ist gar nichts zum Öffnen erkennbar. Dann nehme ich natürlich sofort alle Verdächtigungen bzgl. Jakob und dem Programm wieder zurück. Ich selbst benötige die Bilder ja nicht, aber für diejenigen, die die Beiträge lesen, sind die Bilder m. E. wichtig.

      @Dietmar

      Dein Beitrag ehrt mich. Aber ich muss erst noch beweisen, dass die biodynamische Bewirtschaftung über mehrere Jahre hinweg relativ konstante Erfolge bringt. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber die biodynamischen, biologisch oder ökologisch arbeitenden Winzer bekommen das ja auch seit Jahren hin und sind erfolgreich, Esoterik hin oder her.

      Mir ist ja auch nicht ganz klar, was genau wie wirkt und was nicht. Aber ich habe ja nur einmal pro Jahr die Chance, etwas neues auszuprobieren und die Vielfalt der Maßnahmen ist groß, aber die Lebenszeit ist nun mal begrenzt. Zudem ist die Natur kein Labor. Man muss ständig mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen zurechtkommen. Es ist quasi unmöglich, in der Natur eine Versuchskonstellation unter gleichen Bedingungen mehrfach zu wiederholen. Selbst auf meiner begrenzten Fläche von 500 qm entwickeln sich und reagieren zwei gleiche Rebsorten auf gleicher Unterlage bei gleicher Behandlung unterschiedlich. Ich befürchte, da hilft auf Dauer nur Erfahrung und Gefühl für die richtige Maßnahme. Das ist wie beim Dampfnudelteig meiner Mutter, die nie was abgewogen hat. Die richtige Konsistenz hat sie einfach in den Fingern gespürt und nicht auf der Waage. Und ich mühe mich jetzt damit rum, bis ich es endlich raus habe.

      Die angegebenen Bezugsquellen und Mittel kenne ich natürlich. Bei der Präparatezentrale hatte ich im Spätsommer 2019 einen Präparatekurs belegt. Beim Forschungsring kann man vieles nachlesen, was in der biodynamischen Praxis bereits langjährig erprobt wurde. Und die Masson-Brüder (einer davon ist vor nicht allzu langer Zeit an Krebs verstorben) sind als Biodynamie-Pioniere Kult. Sie bringen jährlich einen detaillierten Kalender für Winzer bzw. Landwirte heraus (allerdings nur in französisch), der alle möglichen Planetenkonstellationen berücksichtigt. Myco-Sin ist grundsätzlich o.k., das ist ja quasi schwefelsaure Tonerde, aber das Problem ist die grobe Körnung. Das geht nicht gescheit durch meine Spritzdüse durch. Ich habe auch schon mal Urgesteinsmehl gespritzt, da war ständig die Düse verstopft und ich war dem Zusammenbruch nahe.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 20.12.2020

      3. Pilzbekämpfung

      Der bisherige Spritzplan wurde komplett verworfen. Gespritzt wurde nicht mehr nach Plan, sondern wie es die Wetterlage erforderte. Ergebnis: weniger Spritzungen, mehr Erfolg.

      Spritzungen erfolgten möglichst an warmen Tagen, die späteste Spritzung am Nachmittag und nicht mehr in den Abendstunden wie bisher. Die Blätter sollten ca. zwei Stunden Zeit zum Trocknen haben und spätestens bei Einbruch der Dunkelheit trocken sein. Wer sich die Physiologie des Mehltaus anschaut weiß, dass dieser zur Vermehrung Feuchtigkeit und Dunkelheit benötigt. In der Vergangenheit habe ich zum Teil noch bis in die Dunkelheit tropfnass gespritzt und mir damit den Pilz quasi selbst gezüchtet.

      In diesem Jahr wurde überwiegend Molke gespritzt, dazu Ackerschachtelhalmextrakt und Rapsöl. Direkt nach Regen auch mal Natriumhydrogencarbonat. Insgesamt 4 mal habe ich den Extrakt aus dem selbst gesammelten Sachalin Staudenknöterich gespritzt. Ob das die Blätter so resistent gemacht hat? Wir werden es kommendes Jahr sehen. Dieser Knöterich enthält den Pflanzenstoff “Resveratrol”. Dieses Resveratrol hat eine Wirkung als “Phytoöstrogen”. Und Phytoöstrogen wiederum ist ein Mikrobizid, d.h. es schützt die Pflanze vor Pilzen und Bakterien. Demnach schützt es, wenn man es in flüssiger Form spritzt, mutmaßlich auch andere Pflanzen vor Pilzbefall. Soweit die Theorie. Zusätzlich enthält der Knöterich das Anthrachinon „Physcion“, das wiederum die Pflanze davor schützt, von anderen Tieren gefressen zu werden. Dies spielt jedoch meiner Meinung nach bei der Rebe keine Rolle. Ich schreibe das nur um zu zeigen, was Pflanzenstoffe so alles drauf haben. In der Praxis gab es eine Zeit lang ein Pflanzenstärkungsmittel namens „Milsana“, das aus diesem Knöterich gewonnen wurde. Es sollte gegen Pilzbefall schützen. Die Produktion wurde jedoch mittlerweile eingestellt.

      Kurz vor und kurz nach der Blüte habe ich Netzschwefel gespritzt. Für mich ebenfalls eine entscheidende Maßnahme. Blüte und Entwicklung bis zur erbsengroßen Beere ist die kritischste Zeit in der Traubenentwicklung. Deshalb wurden die Reben in dieser Zeit alle 2-3 Tage auf mögliche Schimmelbildung inspiziert.

      Wichtig erachte ich nach wie vor den regelmäßigen Einsatz von Schachtelhalmextrakt, der die Widerstandsfähigkeit der Blätter gegen das Eindringen des Mehltaupilzes ebenso stärkt wie die Molke. Des Weiteren wurde natürlich der eine oder andere Tee, EM sowie Hornkiesel und Hornmist nach dem Mondkalender gespritzt, aber die Details sind für diese Forum nicht geeignet und führen nur zu unnötigen und nicht werthaltigen Diskussionen.

      Kranke Blätter wurden bereits im Anfangsstadium regelmäßig mit der Hand entfernt, um den Infektionskreislauf schnell zu durchbrechen. Das hat überwiegend gut funktioniert. Eigene Versuche im letzten Jahr haben gezeigt, dass Reben, bei denen die kranken Blätter nicht rechtzeitig entfernt wurden, stetig, schneller und umfassender krank wurden.

      Die Gründüngung wurde nur auf dem halbem bisherigen Niveau gehalten. Damit waren die Reben und die Trauben ausreichend weit davon entfernt (weniger Pilzgefahr), die Erde dennoch schön gegen Austrocknung geschützt, die wenigen Regenfälle in diesem Jahr wurden gut festgehalten. Und sie bietet im kommenden Frühjahr beim Einfräsen die erforderlichen Nährstoffe.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 19.12.2020

      2. Schnitt und Erziehung

      Die modifizierte „f“-Erziehung wurde in Form einer Quadraterziehung fortgeführt und hat sich bislang bewährt, sofern der letztjährige Trieb ausreichend stark war. Dünne Triebe haben wie zu erwarten nur geringe Leistung erbracht.

      Die Kordons habe ich nicht auf dem untersten Draht belassen, sondern auf den zweiten Draht von unten geführt. Dies bedeutet weniger Pilzgefahr von unten, z.B. von der Gründüngung und ist viel komfortabler und Rücken schonender bei dem Einbinden mit Organzasäckchen und bei der Ernte. Da die Spaliere 2,30 m hoch sind, kann man die paar Zentimeter weniger Laubwand gut verkraften.

      Die Triebe wurden bei 2,30 m konsequent abgeschnitten. Neuaustriebe wurden auf dieser Höhe ebenfalls regelmäßig gekappt. Somit erreicht man bei den Spritzungen alle Blätter und die Blattmasse wird oben nicht so dicht, als wenn man die Triebe unendlich wachsen lässt und um den obersten Draht wickelt. Das hatte ich bislang so gemacht, hat sich aber nicht bewährt.

      Auf den Fruchttrieben wurden die nach unten zeigenden Knospen entfernt, d.h. nur jede zweite Knospe, also die oben liegenden, durfte austreiben. Pro Trieb wurde mit ganz wenigen Ausnahmen nur eine Traube geduldet.

      Um die Trauben herum wurde direkt nach der Blüte entblättert. Dies war sicher eine der wichtigsten Maßnahmen gegen den Mehltaupilz. Nur wenige Trauben bzw. Beeren haben in diesem extrem heißen Sommer deswegen Sonnenbrand bekommen. Da hatte ich Schlimmeres befürchtet. Der Vorteil des Entblätterns hat am Ende eindeutig überwogen.

      Geiztriebe wurden, soweit sie die Blätterwand zu sehr verdichteten, konsequent entfernt. So blieb die Blätterwand schön durchlässig. Auch das war für den diesjährigen Erfolg mit entscheidend. Zu viel Blattmasse auf zu engem Raum befördert den Pilzbefall. Die verbleibenden Blätter reichen vollkommen aus, die Trauben und die Reben zu ernähren.

      Die Triebe wurden regelmäßig geordnet, nach oben geführt und gebunden, so dass eine kontrollierte und durchlässige Laubwand entstand.

      Die nicht allzu lockerbeerigen Sorten, die zudem sehr vielen Beeren erzeugen, z.B. Aljoshenkin, KM Lutschistii oder Velez, wurden mechanisch ausgedünnt. Resultat: weniger Pilzgefahr und dafür größere Beeren. Wer braucht schon 1,5 kg schwere Traubenhenkel?


      #

      Zitat von jakob im Beitrag #229
      Zitat von Reblaus im Beitrag #226
      Die Qualität der Trauben konnte man anhand der von mir bislang regelmäßig eingestellten Bilder (die meisten hat Jakob oder das Programm scheinbar gelöscht? Schade!)


      niemals! warum sollte ich? höre zum ersten mal dass was verloren gegangen ist....


      Dann schau mal in diesem Thread meine Beiträge #160 oder #166

      oder in „Diskussion der Sorten“ unter „Highlights und Flops 2020“ der Beitrag #14

      oder in „Die Rebe im Jahreslauf“ unter „November“ der Beitrag # 21

      Da kann ich meine eingestellten Bilder nicht mehr sehen. Das sind nur einige von vielen Beispielen. Ich selbst habe da nichts gemacht. Habe auch keine Zaubertinte verwendet...

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 18.12.2020

      1. Technische Maßnahmen

      Einsatz einer leistungsfähigen Spritze. Der Drucksprüher mit sehr unkonstanten max. 3 bar Druck wurde durch eine leistungsfähigere Akku-Spritze mit konstanten 6 bar Druck ersetzt. Diese ist zwar immer noch nicht so effektiv wie eine Motorspritze, aber dafür erzeugt sie keine Emissionen, stinkt nicht und ist so leise, dass sie auch an Sonntagen eingesetzt werden kann. Für mich ein sehr guter Kompromiss

      Spritzen mit 6 bar sorgt für den nötigen Druck, um die Spritzbrühe besser zu vernebeln und die Blätter der Reben aufzuwirbeln. So kommt man besser in die Blattmasse rein und erreicht besser die Unterseite der Blätter.

      Drehen der Spritzdüse um 180° von unten nach oben. So erreicht man nicht nur die Blattoberseiten, sondern viel besser die für die Pilzentwicklung wichtigen Blattunterseiten. Bei gleichmäßigen Auf- und Abbewegung der Spritze erreicht man so beide Blattseiten. Ist die Düse nach unten gerichtet, ist dies nicht der Fall.

      Eingesetzt wurde eine Regulierdüse, keine Nebeldüse, da der Sprühnebel sonst zu fein gerät. Die Düse wurde um 1-2 mm aufgedreht, damit der Durchfluss höher ist.

      Wie bisher auch werden die BASF-Dispenser eingesetzt, somit muss ich die Organzasäckchen erst bei Weichwerden der Beeren aufziehen. Damit erreicht die biologische Spritzbrühe die Beeren zeitlich relativ lange bis kurz vor der Reife. Auch in diesem Jahr habe ich keine Beere an den Traubenwickler verloren.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 17.12.2020

      Nachdem die letzten Trauben abgeerntet sind, ist es auch bei mir an der Zeit, ein kleines Resümee zu ziehen. Soviel vorweg: es war das mit Abstand erfolgreichste Traubenjahr bisher. Jede Menge leckere und gesunde Bio-Trauben von Ende Juli bis fast Ende November. Selbst anfällige Sorten und anfällige Spätsorten sind gelungen. Ich hatte extrem geringe Ausfälle und die waren wegen Überlastung der Rebe von mir selbst verschuldet. Da sind die Traubenhenkel entweder wie bei Lilla plötzlich schlaff geworden oder die Trauben wurden wie bei Super Extra bis zum Schluss einfach nicht reif.
      Die Qualität der Trauben konnte man anhand der von mir bislang regelmäßig eingestellten Bilder (die meisten hat Jakob oder das Programm scheinbar gelöscht? Schade!) ganz gut abschätzen. Unzählige Kilos habe ich an die Gartennachbarn verschenkt. Das war eine gute Investition. Seither gibt es keine kritischen Fragen mehr, was ich da Komisches in meinem Garten mache, z. B. mit Milch zu spritzen statt mit Raiffeisen-Gift. Und so große Trauben und Beeren ohne Einsatz von Blaukorn? Alle waren restlos begeistert von der Qualität und dem Geschmack. Als Dankeschön gab´s Honig, Marmelade, Wein, Gemüse - und endlich Respekt und Anerkennung.
      Die Reben blieben mit Ausnahme vom falschen Mehltau (Pero), der mich bis Mitte September begleitete, bis kurz vor Ende der Saison ansonsten gesund, solange wie nie zuvor. Mein biodynamisches Konzept geht zunehmend auf. Gegen den falschen Mehltau habe ich zwischenzeitlich (eigentlich wie jedes Jahr, gähn...) eine neue Strategie entwickelt, die ich mit Beginn vom Dezember diesen Jahres an ausprobieren werde. Sofern diese erfolgreich sein sollte - Zweifel sind berechtigt - werde ich im kommenden Jahr berichten. Bislang hat leider noch keine einzige Strategie geholfen. Aber man braucht ja auch noch Ziele. Kupfer verwende ich im Gegensatz zu den biologisch arbeitenden Winzern aus Prinzip nicht. Dafür habe ich den echten Mehltau (Oidium) mittlerweile sehr gut im Griff. Da habe ich in den letzten beiden Jahren einiges dazugelernt.
      In diesem Jahr habe ich sehr viel anders gemacht als sonst. Während die biodynamischen Maßnahmen weiterhin konsequent durchgeführt wurden und werden, habe ich einiges verändert, was ich im Folgenden darstellen möchte. Damit der Beitrag nicht zu lang wird, werde ich die Maßnahmen ab morgen auf mehrere Beiträge verteilen.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "November" geschrieben. 08.11.2020

      Während in Dresden die Elbe zufriert, im Erzgebirge Schnee liegt und nördlich von München schon ganze Baumstämme im Kachelofen verheizt wurden, werden in der schönen sonnigen Pfalz immer noch Tafeltrauben in Bioqualität geerntet. Auf dem Foto sieht man die heutige Ernte. Es sind späte Sorten sowie Sorten, die wegen Überlastung erst spät reif wurden: Ossenij Tscherni, Festivee, Moldawa, Christine, Tara, Valentine, Atlantis, Sophie, Georg, dann noch eine mir unbekannte weiße Sorte aus dem Jakob-Kühn-Institut und die letzte Nizina, die immer noch viel zu viel Säure aufweist. Meines Erachtens kann man bei dieser Sorte die Säure auch durch langes Hängenlassen nicht zufriedenstellend abbauen. Insgesamt ernte ich überraschenderweise immer noch sehr knackige und gesunde Trauben. Der Regen konnte nur den sehr reifen Trauben, deren Beerenhaut mittlerweile sehr dünn geworden ist, etwas anhaben.
      Kommendes Wochenende wird allerdings Schluss sein. Dann werden die letzten Trauben in den Erntekorb wandern. Ein paar wenige Sorten würden sicherlich noch einige Zeit durchhalten, der Festigkeit der Trauben nach zu urteilen sicherlich noch mindestens zwei bis drei Wochen. Aber das werden sie leider nicht mehr schaffen, weil ich sie bis dahin gegessen haben werde. Damit geht ein super erfolgreiches Traubenjahr dem Ende entgegen und ich freue mich schon auf´s Schneiden und Formen der Reben im Winter.|addpics|hus-6m-6fae.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Highlights und Flops im Jahr 2020" geschrieben. 18.10.2020

      Kaum ist man mal ein paar Tage nicht im Forum, schon erklären einzelne bereits Anfang Oktober die Traubensaison für beendet. In der schönen Pfalz ist noch lange nicht Schluss. Erstens sind die Sorten entsprechend ausgewählt und zweitens sind die Trauben nach wie vor relativ gesund. Und die richtig späten Sorten kommen erst noch. Das Laub bekommt langsam aber verhalten etwas Mehltau, aber für Mitte Oktober ist das in Ordnung. Hier die heutige Ernte, 10 reife und nach wie vor knackige Sorten.|addpics|hus-6l-9217.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "September 2020" geschrieben. 27.09.2020

      Ende September, der Erntekorb ist immer noch voll und noch kein Ende in Sicht. Die 20 mm Regen verteilt auf mehrere Tage hatten keinerlei Einfluss auf meine Trauben. Nach wie vor alles Top-gesund, knackige Trauben, keine Platzer, keine Fäulnis. Selbst die Trauben, die schon im August reif wurden und von denen ich versuchsweise eine Traube habe länger hängen lassen, machen i.d.R. noch nicht schlapp, sie verlieren nur an Spannung, d.h. sie sind lange nicht mehr so knackig. Nur die Katrusja-Traube ist mir weggefault, weil die Beerenspitzen eingerissen waren.|addpics|hus-6h-6ad3.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "September 2020" geschrieben. 19.09.2020

      Zitat von Ohne Chemie im Beitrag #38
      Habe noch ein bisschen Katharina und Muskat Blau. Den Rest wurde schon verputzt. Erstlingstraube der Nizina hängt noch, lasse richtig reif werden. Habe gemerkt, das ein Paar Spättrauben brauche ich noch.

      Wenn du jetzt schon keine Trauben mehr hast, hast Du bei der Sortenplanung noch Luft nach oben. Du brauchst unbedingt späte Sorten. In Rheinhessen bekommst Du die auch locker reif. Meine Sorten sind so gewählt, dass sie von Ende Juli bis Ende Oktober reichen. Und dieses Jahr bei dem tollen Wetter wahrscheinlich sogar länger. Späte Sorten garantieren im Weinanbaugebiet auch im Spätherbst noch knackige und geschmacklich gute Trauben und man muss nicht mit Überlastung mittelspäter Sorten arbeiten oder sich mit verschrumpelten und viel zu süßen Beeren begnügen, die man lange hat hängen lassen. Je besser das Anbaugebiet, desto eher ist bei frühen und mittelspäten Sorten Schicht im Schacht und desto mehr sind auch späte Sorten angezeigt. Das sieht bei Polarwinzern anders aus, bei denen ist aktuell nicht mal Galachad, eine meiner ersten Sorten, reif. Dort machen späte Sorten absolut keinen Sinn.

      Heute geerntet, aufgrund des anhaltend guten Wetters allesamt sehr gesunde Trauben:
      Rosamunde, ist bekannt
      Zlatogar, letztes Exemplar
      Solotoi Don, die mit weitem Abstand knackigsten und festfleischigsten Beeren dieses Jahr
      Festivee, eine resistente Sorte aus Kanada, fruchtig und saftig
      Baikonur ist bekannt
      Katrusja, letztes Exemplar, jetzt noch stärkerer Muskat, nicht zu süß, steht mangels Regen noch überraschend gut da
      Walök, sehr leckerer Muskat, aktuell optimale Reife
      Wostorg, letztes Exemplar, steht ebenfalls noch sehr gut da und schmeckt noch super, nicht zu süß, nicht zu unrecht in vielen Kreuzungen ein Elternteil
      Podarok Irene, ist bekannt
      Galbena Nou, auch noch sehr leckerer Muskat
      Velika, sehr lecker, fleischig, optimaler Reifezeitpunkt
      No Name Jakob und Rote Victoria sind auch bekannt|addpics|hus-6g-c7d4.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "September 2020" geschrieben. 13.09.2020

      Der heutige Ernteteller beim Biodynamiker. Dieses Jahr ist ein hervorragendes Jahr bei mir, das beste bislang. Seit Anfang August schöne und gesunde Trauben in rauhen Mengen. Ich habe bislang keine Trauben an den Mehltau verloren und es sieht so aus, als wenn das so bleibt. Keine KEF, keine Traubenwickler, keine Fäulnis, nur etwas Pero an einzelnen Blättern. Eine tolle Geschmacksvielfalt jeden Tag! Und das alles in 100% Bio-Qualität, ohne Chemie. Wen es interessiert, hier die Sorten im Uhrzeigersinn, beginnend bei 12:00 Uhr:

      Liwia: nach wie vor eine meiner Favoritinnen, die sollte jeder im Garten haben
      Bozij Dar: das letzte Exemplar für dieses Jahr, eine schöne und gute Traube
      Baikonur: Erstertrag, bis jetzt geschmacklich kein Überflieger, mal die kommenden Jahre abwarten
      Bulust: geschmacklich sehr gute Traube vom Jakob, schöner Muskat
      Rote Victoria: geschmacklich sehr gute Traube, schöner Muskat
      Podarok Irene: geschmacklich sehr gute Traube vom Jakob, wird immer besser
      Zlatogar: sehr gute Traube vom Jakob, schöner Muskat, wird auch immer besser, geschmacklich ganz vorne mit dabei
      Falscher Monarch: Von Jakob als Monarch geliefert, ist aber eine blaue festfleischige Traube, fruchtig. Konnte die Sorte noch nicht herausfinden.
      Katrusja: Letztes Exemplar von der Schattenseite, etwas rissanfällig an der Beerenspitze, aber lecker, fruchtig mit Muskat
      Rischelie: Stelle ich demnächst noch gesondert vor, spezieller Geschmack, ich mag sie
      Nadeschny: Letztes Exemplar von der Schattenseite der Rebe, muss jetzt dringend gegessen werden

      In der Mitte ein kleiner Muskat bleu, ein Klassiker und in der Regel unproblematisch im Anbau, meine erste Tafeltraube die ich hatte, schöner Muskat

      Davor:
      Rechts: KM Lutschistii: Die Königin bei mir im Garten. Geschmacklich bislang für mich unerreicht. Die sollte jeder haben!
      Mitte: No Name Jakob: Eine Rebe ohne Namen vom Jakob. Erstertrag, geschmacklich gut, festfleischig, hat Potential
      Links: Iskra, war schon vor Wochen reif, mittlerweile goldgelb, steht immer noch da wie eine Eins, schön süß aber nicht pappig, als Kernlose absolut empfehlenswert
      |addpics|hus-68-5ee5.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "September 2020" geschrieben. 07.09.2020

      Die Pilzfestigkeit von einzelnen Rebsorten bzgl. des eigenen Standortes zu klassifizieren ist m.E. nicht zielführend. Hier spielen zu viele individuelle Faktoren eine Rolle, die auf andere Standorte nicht grundsätzlich übertragbar sind:

      Makroklima der Region: Ein Garten in Dresden, Odessa, oder auf 1.000 Meter Höhe ist z.B. nicht vergleichbar mit einem Garten in einem mildklimatischen Weinanbaugebiet.

      Makroklima des eigenen Gartens: Mein Garten ist z.B. aufgrund seiner Lage (wenig Durchzug) sehr pilzanfällig und das auch noch bei meinem Bioanbau. Die gleichen Reben in einem anderen Garten bringen wahrscheinlich andere Ergebnisse. Selbst in kleinen Gärten herrscht oft in einer Ecke ein anderes Mikroklima als in der anderen Ecke, erst recht in größeren Gärten, wenn z.B. noch Gefälle hinzukommt oder ein Bach in der Nähe fließt usw..

      Mikroklima am Standort der jeweiligen Rebe im Garten: Hier kann es große Unterschiede geben. Eine Mauer, eine große Pflanze oder auch die Bepflanzung des Nachbargartens, die ja saisonal und ggf. jährlich wechselt, können hier enormen Einfluss haben. Ich habe bei gleicher Sorte, die in 10 m Abstand stehen, im gleichen Jahr schon unterschiedliche Anfälligkeiten beobachtet.

      Bodenbeschaffenheit: Jeder Boden ist anders und birgt eine unterschiedliche Pilzlast. Wenn z.B. die Pflanzenteile / Blätter aus einem Jahr mit Pilzbefall in den Boden gelangen, hat man im Folgejahr eine stärkere Pilzlast vom Boden ausgehend.

      Düngung: Mit Kompost z.B. aus Grünschnitt gedüngter Boden bringt eine viel stärkere Pilzlast mit sich als mit Kunstdünger gedüngter Boden. Andererseits sind mit Kunstdünger gedüngte Pflanzen anfälliger gegenüber Pilzbefall.

      Unterbepflanzung: Je nachdem, was unter bzw. zwischen den Reben wächst, bringt diese Bepflanzung eine unterschiedliche Pilzlast mit sich. Je höher der Bewuchs und je anfälliger die Pflanzen im Unterbewuchs, desto höher die Pilzlast. Ein Problem, mit dem ich mit meiner Gründüngung ständig zu kämpfen habe.

      Jahresklima: Jedes Jahr ist unterschiedlich, keines gleicht dem anderen.

      Wie und wann wurde mit was gespritzt: Diese Faktoren haben einen sehr großen Einfluss. Vielleicht vergleichen wir wenig gespritzte Reben mit häufig gespritzten Reben oder Reben, die mit unterschiedlichen Mitteln in unterschiedlicher Konzentration gespritzt wurden.

      Wie oft hat es kurz vor Einbrechen oder während der Dunkelheit geregnet: Wer sich die Biologie der Mehltaupilze anschaut bemerkt, dass immer eine bestimmte Feuchtigkeit in Verbindung mit einer ausreichenden Zeit an Dunkelheit für die Entwicklung der Pilze erforderlich ist. Regenhäufigkeit, Regenmenge und Regenzeitpunkt Barrieren stark. Ein wichtiger Aspekt im Bioanbau. Ich komme hierauf bei meiner Jahresendbewertung dieser Saison noch darauf zurück.

      Blattmanagement: Zu dichtes Blattwerk fördert den Pilzbefall. Eine Rebe reagiert bei konsequentem Blattmanagement (durchlässiges Blattwerk, rechtzeitiges Entfernen kranker Bätter) ganz anders als bei Wildwuchs. Auch darauf komme ich noch zurück.

      Welche Pflanzen / Reben stehen in unmittelbarer Nähe: Eine pilzanfällige Pflanze / Rebe in unmittelbarer Nähe macht die Bewertung nicht vergleichbar.

      Sicher gibt es noch weitere Einflussfaktoren, die mir im Moment nicht einfallen.

      Fazit: Die Beobachtungen / Erfahrungen eines Tafelraubenliebhabers sind nicht übertragbar. Natürlich gibt es unbestritten Rebsorten, die eine höhere Pilzfestigkeit haben als andere (z.B. Muskat bleu oder die Americano-Sorten). Es ist aber keinesfalls gesagt, dass diese Reben im eigenen Garten aufgrund der o.g. Faktoren diese Pilzfestigkeit widerspiegeln. Ein Garten bietet leider keine Laborbedingungen, d.h. die jeweiligen Umgebungsbedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt sind nicht reproduzierbar, so dass auch die eigenen Erfahrungen jährlich wechseln können. Ich orientiere mich an den verschiedenen internationalen Bewertungen, vor allem z.B. von Winorosl, um mich einigermaßen zu orientieren. Die Angaben aus den russischen Foren oder aus der Ukraine sind z.B. schon weniger aussagekräftig. Und die von Slovplant gleich gar nicht: bei denen ist alles pilzfest.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 03.08.2020

      Die ersten Hitzeschäden. Das sind die Schattenseiten des Entblätterns. Und nächste Woche wird es noch heißer.

      Phaeton färbt schnell um, höchste Zeit zum Einpacken!

      Chevchenko, ca 40 cm lange Trauben. Bisher waren die immer nur normal groß. Die passen noch nicht mal in die großen Organzabeutel...



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    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 21.07.2020

      Neben Wostorg (das Foto hatte ich schon gepostet) werden demnächst Super Extra (Bild 2) und Galachad (Bild 4) reif. Osella (Bild 1, vor genau einer Woche aufgenommen) färbt am stärksten um. Auf Bild 3 sollte man eigentlich Paryschanka sehen. Habe ich zumindest als Paryschanka bei Jakob gekauft. Aber das sieht eher nach Velez aus, d.h. Fehllieferung oder? Vielleicht kann das Jakob genauer sagen und aufklären, da ich Paryschanka nur von seinen wenigen Bildern aus diesem Forum her kenne und dort sieht sie ganz anders aus.

      Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich schon Herbst im oberen Teil des Gartens, d.h. alle Reben hatten aufgrund von Oidium überwiegend welke Blätter. Da war nix mehr zu retten. In diesem Jahr ist bis auf die einzelnen Blätter, die ich wegen dem falschen Mehltau entferne, alles schön grün. Bis auf Valantine haben sich die Reben auch sehr gut erholt. D.h. auch wenn man als Biogärtner mal ein extrem schlechtes Jahr erwischt, muss der Pilzdruck im Folgejahr nicht zwingend ebenfalls wieder hoch sein. Ich hatte das aber genau so erwartet weil ich dachte, Rebholz und Knospen sind voll mit Pilzsporen, die nur darauf warten, wieder loszulegen. Scheinbar haben meine diesjährigen Maßnahmen gegriffen. Oder es ist einfach nur Glück.|addpics|hus-5a-dd60.jpeg,hus-5b-bf84.jpeg,hus-5c-c1ed.jpeg,hus-5d-247b.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 19.07.2020

      Hier noch ein paar Bilder meiner Ersterträge dieses Jahr, Stand heute. Natürlich sind das alles keine Brüller, eher Mickermänner. Sollen ja aber auch keine Brüller sein. Nur ein erster Vorgeschmack im dritten Standjahr. Die Reben sollen lieber ihre Kraft in das Wachstum stecken. Umso schneller kann man richtige Trauben ernten.

      Von links nach rechts und nach unten: KM Citronni, Muskat Solomka, Zar Kutski, Lutschezarni, Rodnitschok, Irinka, Rote Victoria, Muskat Lethni, Iskra, Sponsor, Athos, Liwia.

      KM Citronni und Iskra fallen etwas größer aus, da schon im 4. Standjahr, aber die Trauben waren letztes Jahr dem Mehltau zum Opfer gefallen. Liwia ist auch etwas größer. Die ist mir 2015 beim Pflanzen knapp über der Veredelung komplett abgebrochen, aber dann glücklicherweise wieder ausgetrieben und musste komplett neu aufgebaut werden.|addpics|hus-4x-51a9.jpeg,hus-4y-73ff.jpeg,hus-50-09b1.jpeg,hus-51-a10d.jpeg,hus-52-2fa1.jpeg,hus-53-fe42.jpeg,hus-54-a3e6.jpeg,hus-55-0171.jpeg,hus-56-5665.jpeg,hus-57-96e4.jpeg,hus-58-16cb.jpeg,hus-59-0d07.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 17.07.2020

      Aktueller Stand beim Biodynamiker: Andauernder Kampf mit dem falschen Mehltau, bislang keine Anzeichen von Oidium, die Trauben haben die kritischste Zeit überstanden. Bisher keine Ausfälle. So langsam beginnt das Einpacken, sobald die Trauben beginnen weich zu werden bzw. umzufärben.

      Bild 1 Wostorg, einer meiner Lieblinge
      Bild 2 Christine, sehr anfällig. Wenn die in Bio gelingt, gelingt alles andere auch
      Bild 3 Katrusja
      Bild 4 Nadeshny
      Bild 5 Dolgozdany
      Bild 6 Walök
      Bild 7 Podarok Nesvetaya
      Bild 8 KM Lutschistii
      Bild 9 Nizina
      Bild 10 Bozi Dar
      Bild 11 Aladdin
      Bild 12 Zlatogar|addpics|hus-4k-6095.jpeg,hus-4l-f2fb.jpeg,hus-4n-0c56.jpeg,hus-4o-b11d.jpeg,hus-4p-ec2c.jpeg,hus-4q-9ac8.jpeg,hus-4r-6792.jpeg,hus-4s-34f8.jpeg,hus-4t-7e66.jpeg,hus-4u-e36e.jpeg,hus-4v-9a7d.jpeg,hus-4w-20c5.jpeg|/addpics|

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 23.05.2020

      Zitat von Vorderpfälzer im Beitrag #218
      Was spricht deiner Meinung nach gegen Netzschwefel gegen echten Mehltau?


      Nichts.

      Es gibt m.E. mehrere Stufen, um Reben gegen äußere Einflüsse zu schützen.

      1. Man macht gar nichts. Das kann bei einzelnen sehr pilzfesten Reben unter sehr günstigen Umständen mal gut gehen. Ich habe das bei mir außer bei Muskat bleu noch nicht erlebt. Irgendwann im Jahr, früher oder später, schlägt der Pilz zu. Geschieht das sehr spät, richtet das auch keinen nennenswerten Schaden an. Geschieht dies früh, wird die Rebe geschwächt und Sie bedankt sich im Folgejahr. Für mich ist das zu riskant.

      2. Man spritzt mit Chemie. Das ist ein Rund-um-sorglos-Paket. Wenn man die richtigen Mittelchen zum richtigen Zeitpunkt nimmt. Die Rebe wird dadurch zur Faulheit in Sachen Abwehr von Krankheiten erzogen, d.h. die Rebe kommt ohne Chemie nicht mehr aus, weil sie nicht gelernt hat, sich selbst zu schützen. So etwas kommt für mich nicht in Frage.

      3. Man unterstützt die Abwehrkräfte der Rebe, damit sie sich selbständig gegen äußere Einflüsse schützen kann. Dazu gehören im biodynamischen Anbau Milch, Molke, Tees aus kieselsäurehaltigen Pflanzen wie z.B. Ackerschachtelhalm, Brennnessel, Mädesüß. Rainfarn, Tee aus Knötericharten um die Abwehrkräfte zu stimulieren. Das mache ich regelmäßig.

      4. Man unterstützt die Rebe, um sich gegen Krankheiten zu schützen, wenn es die Rebe nicht aus eigener Kraft schafft. Dazu gehören im biodynamischen Anbau Kupfer, Schwefel, Molke, Milch, Natronhydrogenkarbonat, Komposttee, EM, Getreideferment, Zwiebel- und Knoblauchtee usw.. Auch das mache ich regelmäßig. Ich bin gegen den Einsatz von Kupfer, habe aber auch kein geeignetes Mittel gegen falschen Mehltau. Schwefel wird bei mir in überschaubaren Mengen zu wichtigen Zeitpunkten eingesetzt, d.h. kurz vor und kurz nach der Blüte. Danach nicht mehr.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 17.05.2020

      Bei mir sieht aktuell alles gut aus. Der Spritzplan vom letzten Jahr wurde komplett verworfen. In diesem Jahr orientiere ich mich strikt nach dem Wetter, ohne vorgegebene Wirkstoffe und Rhythmen. Zudem kommen neue biologische Mittel zum Einsatz. Erst wird erprobt und dann darüber geschrieben. Und ich fahre in diesem Jahr ein striktes Blattregime. Bis jetzt stehen die Reben gut da. Nach dem Regen gab es die alljährliche Attacke vom falschen Mehltau. Das habe ich aber sehr schnell und gut in den Griff bekommen. Aber so war es im letzten Jahr um diese Zeit auch. Und dann kam Ende Juni die echte Mehltau-Keule. Die im letzten Jahr betroffenen Reben haben dem Anschein nach stark gelitten. Die Austriebe sind im Vergleich eher verhalten, der Fruchtansatz ist überschaubar. Da darf mir dieses Jahr nix passieren.

      Nennenswerte Frostnächte gab es in der warmen Pfalz nicht. Demnach gab es auch keinerlei Schäden bei mir. Wir haben es wirklich gut (und schön) hier. Gleichwohl blutet mir immer das Herz, wenn Forumsmitglieder über ihre Schäden berichten. Insbesondere, wenn es starke Schäden sind, die einem das ganze Jahr und den Spaß versauen, wie heuer bei Inra1066.

      Jetzt kommen die spannendsten Monate im Jahr: Mai und Juni. Sie sind entscheidend. Ist erst mal die Erbsengröße überstanden, ist das Schlimmste vorbei. Jetzt heißt es aufpassen und in kurzen Abständen kontrollieren wie ein Schießhund. Und bei Bedarf, je nach Wetter, schnell reagieren. Diese Jahr gibt es keine Ausreden.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 03.05.2020

      Hallo Erich,

      Baldrian spritzen gegen Frost bringt nur was bei Minusgraden bis -2 bzw. -3°C. Wird es kälter, bringt auch Baldrian nichts. Allerdings hilft Baldrian nach Frostschäden der Rebe, sich schneller zu regenerieren. Dies gilt auch für Schäden durch Hagel.

      Biodynamiker spritzen kein Baldrian, sondern Baldrianextrakt. Dieser wird vor dem Spritzen ca. 15-20 min. dynamisiert. Baldrianextrakt bekommst Du bei der Präparatezentrale oder bei der Präparatekiste. Einfach googeln.

      Es reicht, wenn Du wenige Tropfen (3-5) auf 5 Liter Wasser gibst. Beim biodynamischen Anbau heißt es nicht: viel hilft viel. Hier geht es um Informationen, die der Rebe weitergegeben werden und diese zur Reaktion animiert, d.h. hier sich vor Frost zu schützen. Gespritzt wird am Abend vor der erwarteten Frostnacht.

    • Reblaus hat einen neuen Beitrag "Biologisch-dynamischer Anbau von Tafeltrauben" geschrieben. 21.04.2020

      Habe am letzten Wochenende alle Reben ausgebrochen, auch den Kindergarten (auf einen Trieb). Bei den mittleren Reben bleiben drei Triebe, bei den älteren Reben wurde jeder zweite Trieb ausgebrochen. Früher hat mir das Schmerzen bereitet, jetzt läuft das wie geschmiert. Angst vor Frost habe ich nicht. Der Rebgarten liegt gut geschützt. Da müssen es schon mehr als -5° C sein, dann sind es bei mir im Garten 0° C. Wird es kälter, wird vorher Baldrian als Frostschutz gespritzt.

      Anschließend habe ich Blätter vom Sachalin-Staudenknöterich gesammelt. Die werden getrocknet und dann ein Wasserauszug daraus hergestellt und auf die Reben gespritzt. Die Pflanze enthält diverse Inhaltsstoffe, die auf die Reben gesprüht wie eine Impfung wirken sollen, d.h. die Reben fangen nach einer Woche an, Abwehrstoffe zu bilden und sie werden widerstandsfähiger gegen Mehltau. Bin mal gespannt, ob das tatsächlich wirkt.

      Der Sachalin-Staudenknöterich ist ein invasiver Neophyt, der wenn er irgendwo wächst, kaum mehr wegzubekommen ist und wie blöd wächst. Da wächst sonst nichts mehr. Man muss drei lang schwarze Folie über die abgemähten Halme legen, erst dann ist er hinüber. Für mich ist er von Nutzen. |addpics|hus-4j-68f0.jpeg|/addpics|

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Reblaus
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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