Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Dietmar
Beiträge: 2600 | Punkte: 6120 | Zuletzt Online: 23.09.2021
Name
Dietmar
Hobbies
Tafeltrauben, Lesen, Garten, Kultur, Wohnmobil, Haus
Wohnort
Dresden außerhalb des Elbtales
Registriert am:
03.10.2017
Beschreibung
Etwa 10 km vom Elbtal (Weinanbau) entfernt auf einer Hochebene ca. 183 m über NN am Stadtrand von Dresden. Recht kontinentales Klima, d.h. Winter lang und z.T. sehr kalt, erste Sommerhälfte sehr heiß und trocken.

Wegen des Klimas gelte ich als "Polarwinzer". Meine Erfahrungen beschränken sich deshalb auf sehr pilzfeste Sorten (7 Punkte bzw. 2,5 Balla) mit einer Frostfestigkeit von mindestens -25 °C, die ultrafrüh oder sehr früh sind und deren SAT-Wert nicht höher als ca. 2300 ist.

Ich habe keine Profile bei Facebook, Google, YouTube, Twitter und Instagram.
Geschlecht
männlich
    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "September 2021" geschrieben. 20.09.2021

      Zitat
      Für alle späten Sorten oder Polarwinzer, es bleibt noch die Frage ob jetzt Ertrag ausdünnen noch etwas bringt für die Reife der restlichen Beeren, zum Holz abhärten usw.



      Das ist die Frage. Ich habe ja schon bisher bei Tigin nur an jeder 2. Fruchtrute eine Traube gelassen, aber in diesem Jahr wird hier alles einige Wochen später reif und meine Tigin brauchen mindestens noch 4 Wochen, falls es noch einen warmen und sonnigen Herbst geben wird.

      Zum Pero:

      Ich habe seit Jahren je nach Wetter alle ca. 3 Wochen gespritzt, so daß ich seit etlichen Jahren weder Pero noch Oidium hatte. Man kann also annehmen, daß dadurch in meinem Weingarten weniger Sporen umher schwirren als anderswo und dadurch der Befallsdruck entsprechend niedriger ist.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Anfänger sucht Sorte für Südwest-Spalier" geschrieben. 20.09.2021

      Die Eingabe artlina bei ebay funktioniert bei mir nicht. Besser ist, Weinrebe einzugeben und so lange die Funde anklicken, bis als Verkäufer artlina angegeben wird. Dann gibt es die Funktion "andere Produkte" und dann kommen alle Sorten von artlina. Typische Sorten sind beispielsweise Bravissimo, Katalonia, Krasnaja Planet und Rodnitschok, die meines Wissens nach nur von artlina angeboten werden. Also eine dieser Sorten anklicken und dann (wenn von artlina), andere Produkte anklicken und man bekommt die ganze Liste.

      Die Reben von artlina (im Auftrag von Jakob) sind im Gegensatz zu denen der meisten Anbietern veredelt, in diesem Jahr meist auf 125AA gepfropft.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "September 2021" geschrieben. 20.09.2021

      Zitat
      Bei mir..... gipfellaub im Garten quasi alles verpilzt, Ausnahmen Arocnij Goethe und Venus. 10 mal gespritzt.



      Womit hast Du denn gespritzt? Was ist "quasi alles"? Sind das Piwis oder nicht?

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Vorstellung" geschrieben. 19.09.2021

      Zitat
      Ich weiß nicht ob ich mit so viel Kompost arbeiten wollen würde. Das birgt immer wieder die Gefahr, das zum absolut ungewolltesten Zeitpunkt hohe Stickstoffmengen freigesetzt werden.



      Im Prinzip ist das richtig und zu viel Stickstoff erhöht z.B. die Pilzgefahr und verzögert die Reife und verschlechtert.

      Der hiesige Grünschnittkompost ist jedoch nicht mit Gartenkompost zu vergleichen. In der Kompostwirtschaft Dresden-Kaditz werden nur gehäckselte Strauch- und Baumteile kompostiert, keine Abfälle aus der Biotonne. Deshalb ist der Grünschnittkompost im Boden über einige Jahre stabil und zersetzt sich nur langsam. Gehäckselte Baumteile enthalten nur wenige Nährstoffe und nur wenig Stickstoff. Der Zweck des Grünschnittkompostes ist nicht die Düngung, sondern eine lockere Bodenstruktur. Früher wurde auch der Inhalt der Biotonnen kompostiert, aber seit einigen Jahren hat die Stadt ein Biogaskraftwerk, was mit dem Inhalt der Biotonnen "ernährt" wird. Damals hatte der städtische Kompost viel mehr Nährstoffe, aber auch unerwünschte Chemikalien, die Idioten mit in die Biotonne geworfen hatten.

      Der Begriff Grünschnittkompost ist sehr irreführend, da höchsten mal ein paar grüne Blätter beim Ausästen von Bäumen und Sträuchern aus den städtischen Grünanlagen und Wäldern grün sind. Vielleicht sind auch geringe Mengen Grasschnitt dabei, aber nicht viel, da erstens durch die trockenen Sommer nicht mehr viel Gras wächst und wegen der lieben Insekten meist nur noch ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird. Größere Grasflächen wie z.B. die Elbwiesen wurden dadurch für Bauern interessant zum Heumachen. Das spart der Stadt viele Kosten und das Gras landet nicht mehr im Kompost, sondern im Magen der Rinder und Schafe.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Vorstellung" geschrieben. 19.09.2021

      Ich habe etwas vergessen:

      Die meisten russischen und ukrainischen Tafeltrauben-Sorten, und nur die taugen etwas für den Raum Dresden, sind sehr wüchsig, d.h. sie brauchen sehr viel mehr Platz in der Breite und Höhe als Weintrauben. Ich habe momentan einen Abstand der Reben in der Reihe von 2,6 m und das ist noch zu eng. In Weinbergen ist der Abstand der Reben in der Reihe nur ca. 0,8 ... 1,1 m.

      Ich habe die längsten Weinbergpfähle, die es in Sachsen gibt. Diese sind ca. 2,7 m lang und da diese bei lockeren Böden mindestens 0,7 m tief eingegraben bzw. eingeschlagen müssen und unter Beachtung der Schrägstellung der Reihenendpfähle ist dann die Höhe der Laubwand nur noch ca. 1,7 m, also wie in den Weinbergen. Das ist viel zu niedrig für Tafeltrauben. Ich habe deshalb die Weinbergpfähle "verlängert". Das wurde hier im Forum beschrieben.

      Holzpfähle, auch kesseldruckimprägnierte, vergammeln in wenigen Jahren im Boden. Verwendet man verzinkte Einschlaghülsen, halten die Holzpfähle viel länger. Allerdings sind diese Einschlaghülsen für lockere Böden viel zu kurz, d.h. eine Laubwand wirkt im Wind wie ein Segel und bei stärkerem Wind würden solche Konstruktionen umfallen.

      Momentan sind die Stahlpreise sehr hoch und die Weinbergpfähle kosten etwa doppelt so viel wie vor ca. 3 Jahren, so daß manche Traubenfreunde Eigenkonstruktionen bevorzugen. Beachte: Der oberste Draht sollte so hoch sein, daß man ihn auf Zehenspitzen gerademal erreicht.

      In Sachsen gibt es Weinbergpfähle und Zubehör nur noch in der Baywa Großenhain. Ein Reihenendpfahl kostet im Momente über 26 Euro. Mittelpfähle sind etwas billiger. Dann brauchst Du noch Anker für die Reihenendpfähle und Hakenbügel für jeden Draht pro Reihenendpfahl.

      Da die Spaliere für Tafeltrauben höher sind als bei Weintrauben, muß der Abstand zwischen den Reihen größer sein, damit sie die Reben sich nicht gegenseitig beschatten. Der minimale Reihenabstand sollte 2 m sein. Besser ist etwas mehr.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Vorstellung" geschrieben. 19.09.2021

      Ich begrüße Dich hier im Forum.

      Wenn möglich, sollte die Nord-Süd-Richtung gewählt werden, eventl. auch SüdSüdWest gegen NordNordOst. Das hat mehrere Gründe, z.B.:

      1. In der Mittagszeit heißer Tage besteht die Gefahr von Sonnenbrand an den Trauben. Bei NordSüd bzw. noch besser SüdSüdWest zu NordNordOst scheint die Sonne in dieser kritischen Zeit nicht auf die Trauben, sondern auf die Laubwand darüber.
      2. Wenn die Sonne bei einer Ost-West-Ausrichtung nur auf eine Seite der Trauben scheint, reifen viele Sorten unregelmäßig, d.h. eine Seite der Traube ist reif und süß und aromatisch und die andere Seite noch etwas unreif.

      Nicht immer läßt das Grundstück diese Ausrichtung zu, aber wenn ja, dann sollte man das beachten.

      Zu den Nadelgehölzen:

      1. Kiefern und Fichten werden sehr hoch, so daß eine Abschattung der Reben möglich wird und wegen der seitlichen Ausladung auch, wenn die Bäume im Norden stehen.
      2. Wenn man 2021 mal wegläßt, dann sind die Sommer im Elbtal in den letzten ca. 10 Jahren immer trockener geworden. Das bisherige Extrem war im Norden von Dresden ein Gesamtjahresniederschlag von unter 200 l/qm bei normal 680 l/qm. Das war weniger als in der Wüste Kalahari. Bäume bilden ein großes Wurzelsystem, das vor allen bei Trockenheit weit seitlich des Stammes wächst. Dadurch trocknet der Boden im Umkreis stark aus und die Reben vertrocknen oder verkümmern. So viel kannst Du gar nicht gießen, wie die Bäume wegsaufen.

      Zum Sandboden:

      Sandboden hat mehrere Nachteile:
      - kann Wasser nicht halten
      - hat keine Nährstoffe und kann Dünger nicht halten - versickert alles ins Grundwasser

      Vor der Pflanzung sollte man den Boden "verbessern", z.B.:
      - ca. 1/3 Lehm im trockenen Zustand untermischen, mindestens in einer Höhe von 30 cm
      - pro Pflanzloch 1 ... 2 Kg Urgesteinsmehl gut untermischen - sichern die Versorgung mit Spurenelementen lebenslang
      - Kompost untermischen

      Alternativ zum Lehm, der sich schwer mit Sand mischen läßt (Klumpenbildung), bestelle eine LKW-Ladung synthetischen Mutterbodens, den es z.B. bei der Kompostwirtschaft Dresden-Kaditz oder Hasse-Transport Radebeul gibt. Dieser synthetische Mutterboden besteht zu ca. 1/3 aus Lehm und 2/3 aus Grünschnittkompost. Diesen synthetischen Mutterboden 1:1 mit Deinem Sandboden mischen und dabei Urgesteinsmehl 50 Mikrometer von Schicker Mineral untermischen. Das Urgesteinsmehl in den Bau- und Gartenmärkten taugt meist nichts, oft mehr Sand und manche Sorten mit Kalk gestreckt. Da im Raum Dresden oft Kalkmangel herrscht, sollte man pro Quadratmeter ca. 1 kg Kalk unterschischen. Der Grünschnittkompost enthält noch viele kleine Holzspäne, so daß dieser Kompost nicht wie Gartenkompost in wenigen Monaten zersetzt ist, sondern jahrelang den Boden locker hält. Allerdings ist der Nährstoffgehalt geringer als beim Gartenkompost.
      Ein Kegelbruder von mir wohnt in Dresden-Hellerau. Auch er hat Sandboden, auf dem fast alles nur mickert. Nach dem Untermischen von Lehm werden die Pflanzen plötzlich 3-mal so groß und kräftig.

      Eine große Gefahr im Weinanbau ist die Überdüngung mit Kalium, Phosphor und Magnesium. Es dauert viele Jahrzehnte, bis diese Nährstoffe im Boden abgebaut werden. Deshalb empfiehlt es sich dringend, eine Bodenanalyse machen zu lassen, bevor mit diesen Nährstoffen gedüngt wird und dann nur das zu düngen, wo ein Mangel herrscht. Im Dresdner Raum ist oft eine Überversorgung mit Kalium und Phosphor, die schon vor dem 2. Weltkrieg herrührt. Mehrstoffdünger wie Blaukorn sind da das reinste Gift.

      Herbstpflanzungen sind im Raum Dresden nicht so optimal, da ein beträchtlicher Teil der Reben im ersten Winter erfriert, da im Raum Dresden die Winter zeitiger beginnen und länger anhalten und kälter sind als in Westdeutschland.
      Viel besser hier sind Pflanzungen im Frühjahr bzw. im ersten Teil des Sommers. Da haben die Reben genug Zeit zum Verholzen und Einlagern von Nährstoffen. Nur verholzte Teile der Reben überstehen Frost.

      Zu den Rebsorten:
      Ich empfehle Dir nur Sorten mit einer maximalen Reifezeit von 110 Tagen und einer Frostfestigkeit von mindestens -23 °C. Die Sorten in den hiesigen Bau- und Gartenmärkten sind für den Raum Dresden zu spät und zu frostempfindlich. Allgemein gilt:
      - Nur veredelte (gepfropfte) Reben pflanzen. Im Internet werden oft stillschweigend nur unveredelte Reben angeboten. Diese sind im Elbtal verboten (Reblausgefahr). Wenn man erwischt wird, drohen harte Strafen.
      - Glaube nie den Sortenbeschreibungen der Anbieter. Diese sind oft geschönt. Erkundige Dich vor!!! dem Kauf in Sortendatenbänken und hier im Forum. Darüber hinaus gibt es negative Eigenschaften, die in keiner Sortenbeschreibung stehen, z.B. die Neigung zum Platzen, unterschiedliche Reife innerhalb der Traube, das schnelle Abfallen reifer Beeren usw.. So etwas findest Du nur hier im Forum oder in russischen und ukrainischen Foren. Zur Übersetzung gibt es den Google-Translator und Deepl. Jeder Versuch, der schief geht, kostet Dich 3 bis 4 Jahre. Deshalb lohnt es sich unbedingt, vorher gründlich zu recherchieren.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Kirschessigfliege" geschrieben. 18.09.2021

      Heute hat meine Frau ein paar restliche Heidelbeeren im Garten geerntet. Sie staunte nicht schlecht, als ihr die kleinen Maden der KEF frech entgegen guckten.

      Ein Glück, daß ich meine Trauben rechtzeitig in Organzabeutel eingepackt habe.

      Heute war ein größerer Artikel in der hiesigen Zeitung, in dem sich die sächsischen Winzer über die zu erwartende schlechte Ernte beklagten. Ursache ist das feuchte Wetter. Neben den herkömmlichen Feuchtepilzen Pero und Botrytis haben noch mindestens 3 weitere Pilzkrankheiten massiv zugeschlagen, darunter Grünschimmel. Die roten und blauen Sorten sind massiv von der KEF befallen. In den vergangenen heißen und trockenen Jahren war die KEF kein größeres Problem, denn die KEF liebt kühlere und feuchte Sommer und Herbste. Deshalb wurde vermutlich die sonst eingesetzte chemische Keule nicht eingesetzt.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "September 2021" geschrieben. 17.09.2021

      Heute habe ich die Erstlingstrauben von Natalia Rostowa und Baikonur geerntet. Beide sehr süß und aromatisch. Bei der Erstlingstraube von Rodnitschok war der Geschmackstest noch unreif.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Prognose zu Trends 2021 bei Tafeltrauben und deren Anbau" geschrieben. 11.09.2021

      Während die letzten Jahre zu trocken waren und eher Oidium die Hauptgefahr war, war dieses Jahr in den meisten Gegenden eher zu feucht, so dass die "Feuchtepilze" das Hauptproblem darstellen. Also werden dieses Jahr vermutlich die Sorten das Nachsehen haben, deren Pilzfestigkeit gegenüber den "Feuchtepilzen" etwas geringer ist. Da das Wetter nächstes Jahr wieder anders sein kann, sollte man Rodungen allein wegen dieses Jahres nicht vorschnell vornehmen.

      Empfehlenswert ist ein Nachdenken darüber, ob man künftig noch konsequenter seine Erziehung der Reben in Richtung guter Durchlüftbarkeit orientiert, um die Pero-Gefahr zu begrenzen und Sorten mit sehr kompakten Trauben durch seine Erziehung zu etwas lockereren Trauben verhilft, um die Botrytisgefahr zu begrenzen. Eine Möglichkeit dazu ist, die Trauben etwas zu kürzen.

      Desweiteren sollte man darüber nachdenken, ob man künftig konsequenter vorbeugend spritzt.

      Irgendwelche Einschätzungen zu meinen Sorten in diesem Jahr kann ich noch nicht treffen. Durch das kalte Frühjahr liegen meine Reben einige Wochen zurück. Nur bei Madonna verfestigt sich eine eher negative Bewertung - ähnlich wie bei Jakob. Madonna ist auf keinen Fall sehr zeitig wie angegeben und die Beeren sind eher mickrig und im Moment ungefähr kleiner als 1 g statt 15 ... 20 g.

      Da ich für gewöhnlich und so gut es geht vorbeugend spritze, haben meine Reben auch in diesem feuchten Jahr kaum Gesundheitsprobleme, aber die Wahrheit zeigt sich nicht in der Zeit, wo die Reben durch die Fungizide gut geschützt sind, sondern in den letzten Wochen, wo man wegen den Wartezeiten nicht mehr spritzen kann.

      Zur Wahrheit bei mir gehört allerdings auch, dass es hier in Dresden nicht übermäßig viel geregnet hat, im Gegensatz zu Süddeutschland. In der hiesigen Presse stand, dass dieser Sommer in einigen Gegenden von Sachsen der Feuchteste seit über 60 Jahren war, aber in Dresden nur der Feuchteste der letzten 10 Jahre oder anders formuliert, es war der erste normale Sommer seit 10 Jahren. Ich musste wochenlang gießen, als die süddeutschen Traubenfreunde von Dauerregen berichteten. Damit hielt sich die Pero-Gefahr bei mir in Grenzen.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Deutlich Muskat" geschrieben. 07.09.2021

      ... Moschus!

      Moschus = Muskataroma

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Auswirkungen von hohen Dauerbegrünungen auf Pillzgefahr" geschrieben. 05.09.2021

      Zitat
      Wenn die Begrünung sehr hoch ist und dazu beiträgt, dass die Reben durch Tau, Regen, etc. länger feucht bleiben oder nicht abtrocknen können, dann ist es sicherlich so, dass dadurch die Pilzanfälligkeit steigt.



      Das ist nicht ganz richtig, denn die Pilzanfälligkeit steigt sogar sehr stark. Was nutzen Dir Deine Reben, wenn diese von Pero, Botrytis u.a. Pilzkrankheiten beeinträchtigt bis hin zum Totalverlust werden.

      Deine anderen Argumente sind auch nicht stichhaltig.

      Der Unterwuchs braucht nicht eine Überversorgung mit Stickstoff beseitigen, wenn Du nicht vorher mit Stickstoff überdüngst hast. Ohne Stickstoffdüngung gibt es keine Überversorgung des Bodens mit Stickstoff. Es gibt im Boden keine nennenswerten anorganischen natürlichen Minerale mit Stickstoff. Wie versorgt sich die Natur mit Stickstoff? In erster Linie durch die Oxydation des Stickstoffs durch Blitze und zum kleinen Teil durch Knöllchenbakterien an Leguminosen. D wird noch große Probleme durch die Stickoxidreinigung bei Motoren und anderen Hochtemperaturprozessen bekommen, denn das war eine kostenlose Stickstoffdüngung, die es zunehmend nicht mehr gibt.

      Der Wasserverbrauch des hohen Unterwuchses ist auch kein Vorteil, denn in den letzen 10 Jahren war nicht ein Zuviel, sondern ein zu wenig Niederschlag ein Problem. Dieses regenreiche Jahr 2021 ist eine totale Ausnahme und rechtfertigt deshalb keinen hohen Unterwuchs zur Wasserregulierung.

      Wenn es in Weinbergen einen niedrigen Unterwuchs gibt, dann zur Mineralisierung des Luftstickstoffs durch Leguminosen, also um den Stickstoffgehalt des Bodens zu erhöhen und nicht zu erniedrigen. Falls ein höherer Unterwuchs angesäht wurde, dann wird dieser bald umgewalzt, damit sich daraus Humus bildet. Ein weiterer Grund ist die Fixierung des Bodens, um bei Regenfällen das Auswaschen des nackten Boden zu verhindern, denn Weinberge haben ein hohes Gefälle. Ein weiterer Effekt von Unterwuchs ist die Vergrößerung der Reifezeit, was z.B. an der Mosel und am Kaiserstuhl dem Klimawandel entgegen wirken soll. Die meisten Hobbywinzer wollen eher eine Verkürzung der Reifezeit.

      Wenn Profiwinzer das zumindest zeitweise so machen, dann können diese die höhere Pilzgefahr durch harte Profi-Fungizide unter Kontrolle halten. Das können die meisten Hobbywinzer nicht. Hobbywinzer müssen zumeist mit recht schwachen Fungiziden auskommen und müssen deshalb zum Pilzschutz Piwis anbauen und Anbaumethoden umsetzen, die die Pilzgefahr in Grenzen halten.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Altholz hängen lassen?" geschrieben. 05.09.2021

      Die abgeschnittenen Ruten sollte man entfernen, da diese eben nicht schnell am Rebstock verrotten. Mit der Zeit wird das Gewirr abgeschnittener Ruten, die aber noch am Spalier angeheftet sind, immer größer. Fazit: Eine ganz schlechte Idee!

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Weintrauben Sorten für Hobby Winzer zum Empfehlen" geschrieben. 02.09.2021

      Ich kann 2 Sorten empfehlen wegen dem Geschmack:

      1. Solaris: Ist Piwi und schmeckt mir deutlich besser als Riesling, welcher mit zunehmenden Klimawandel immer mehr nach alkoholisierten Zuckerwasser mit Petroleumaroma schmeckt. Solaris schmeckt viel fruchtiger, sollte aber nicht zu spät gelesen werden, sonst wird die Weinsäure zu sehr abgebaut wurde. Solaris eignet sich auch für Nichtweinbaugebiete und in Weinbaugebieten entzerrt Solaris den Lesezeitraum.

      2. Muscaris: Ebenfalls Piwi und bei mir momentan der Geschmacksfavorit (mit Muskataroma). Ist deutlich später als Solaris.

      Von den Nicht-Piwi-Sorten schmecken mir Ortega, Scheurebe und Müller-Thurgau am besten, von den Rotweinen zur Not Merlot. Generell schmecken mir Rotweine sehr viel weniger als Weißweine, da diese in der Regel wenig Weinsäure und viel Tannin enthalten und oft wie alkoholisierter Kirschsaft schmecken, aber nicht nach Wein. Die Südländer bauen die Rotweinsorten nicht an, weil diese besser schmecken, sondern weil Weißweinsorten im Süden nicht bzw. nicht gut gedeihen und das Tannin die Haltbarbeit im Fass bei Hitze verbessert. In Frankreich gibt es viele Roseweine, aber von diesen hat mir keiner geschmeckt, auch deutsche Roseweine nicht.
      Riesling vom Kaiserstuhl oder der Mosel schmecken mir aus o.g. Gründen nicht. Die Winzer schieben das auf den Klimawandel, aber Schuld sind die Winzer selbst, die zu spät lesen, weil sie maximale Oechsle-Werte statt Geschmack anstreben. Zur Not kann man noch Riesling aus Franken, Sachsen und Saale-Unstrut trinken.

      Wenn ich vor der Entscheidung stände, Reben zur Weinerzeugung zu setzen, würde ich auf die o.g. Piwi-Sorten setzen. Das senkt den Arbeits- und Finanzaufwand für den Rebschutz und die Gefahr von Fungizid-Rückständen im Wein ist geringer. Als Privatmensch hat man kein Labor, um (vor der Lese) Fungizidrückstände feststellen zu können.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Biostimulanzien im Weinbau" geschrieben. 22.08.2021

      Unter dieser Rubrik möchte ich noch einmal den Komposttee erwähnen, der m.E. nach auch kein Düngemittel oder Fungizid ist und anders als Algenextrakt wirkt. Komposttee kann gespritzt, aber auch gegossen werden. Im Weinbau gibt es dazu vor allem in Südafrika Erfahrungen.

      Einige Wirkmechanismen:

      - Beim Spritzen bildet sich eine Schicht von Mikroorganismen auf den Blättern, die ein sehr vielfältiges Mikrobiom bilden und die verhindern, daß sich Pilze etablieren können - Konkurrenzprinzip. Leider wirkt das nur einige Tage, da bei Hitze und Sonnenschein die nützlichen Mikroben durch Trockenheit und UV-Strahlung abgetötet werden. Desweiteren befinden sich im Komposttee für Reben erschlossene Nährstoffe aus der Zersetzung des Kompostes und des "Startmediums" (z.B. Melasse), die durch die Blätter oder Wurzeln der Reben aufgenommen werden können und die die nützlichen Mikroben auf dem Blättern ernähren.

      - Beim Gießen des Komposttees wird dem Boden eine Unmenge nützlicher Mikroben zugeführt, welche die Bodenfruchtbarkeit erhöhen und z.B. Humus bilden und zersetzen und Nährstoffe für die Reben verfügbar machen.

      Für beide Wirkprinzipien gibt es Nachweise durch großflächige Versuche, wennauch diese keine wissenschaftlich fundierte Studien sind.

      Komposttee kann jeder selbst herstellen, allerdings muß der "Bioreaktor" belüftet werden, indem Luft aus Sprudelsteinen die Flüssigkeit belüftet, so daß aerobe Mikroorganismen gefördert werden. Die Technik dazu wird z.B. in Aquarien genutzt.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Biostimulanzien im Weinbau" geschrieben. 22.08.2021

      Zitat
      Dort steht schön geschrieben dass unseren Körper ständig hat zu wenig Jod im Blut und Organen und alle Organe brauchen ihn nicht nur Schilddrüsen deswegen



      Lese noch einmal meinen vorherigen Beitrag. Da schrieb ich, daß D ein Jodmangelgebiet ist und deshalb z.B. Speisesalz jodiert wird. Auch Meeresfisch und Algen enthalten viel Jod, aber andere Inhaltstoffe in den Algen können beim Zuvielgenuß gesundheitsschädlich sein. Ich habe auch irgendwo von "amtlicher" Seite gelesen, daß Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel aus Algen wirkungslos und z.T. gesundheitsschädlich sind. Wenn ich "amtlich" schreibe, dann meine ich offizielle Publikationen von Ärzten und Apotheken und nicht irgendein privater Autor.

      Hr. Engelhardt von der LWG Bayern schrieb, daß er Jod bzw. Kaliumjodid als Fungizid für bedenklich hält. Herr Engelhardt ist von behördlicher Seite das, was Jakob für uns ist. Er hat sich jahrzehntelang mit dem Tafeltraubenanbau in D beruflich beschäftigt, z.B. auch mit der Rebenversuchsanlage in Stutel. Die Meinung von Hr. Engelhardt hat deshalb für mich einiges an Gewicht, was nicht bedeutet, daß ich alles kritiklos übernehme.

      Kommentar: Wenn sich Jod bzw. Jodverbindungen in den Trauben einlagern, kann die Jodkonzentration ein Vielfaches der in Seefischen und Algen sein und deshalb gesundheitsschädlich sein. Jod ist zweifellos giftig, aber in geringen Mengen lebenswichtig. Die Dosis macht das Gift.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Biostimulanzien im Weinbau" geschrieben. 21.08.2021

      Mich würde interessieren, was Reblaus für Erfahrungen mit Braunalgenextrakt gemacht hat. Reblaus ist ja der Biodynamiker unter uns und spritzt sehr oft irgendwelche Sude, Jauchen und Tees. Irgendwie ist er damit bei pilzfesten Sorten erfolgreich, solange keine extremen Wetterbedingungen anliegen. Da Reblaus alle paar Tage viele verschiedene "Mittel" spritzt, weiß man aber nicht, welches der vielen Mittel tatsächlich wirkt oder ob diese zusammen wirken.

      Wir wollen ja alle den Einsatz von "Chemie" reduzieren und deshalb verteufele ich neue Ansätze dazu nicht von vornherein, aber manches ist mir nicht ganz geheuer, z.B.:

      - die unklaren Zusammenhänge von Ursache und Wirkung und gibt es überhaupt tatsächliche Wirkungen?
      - die Nähe zur Esoterik und zur Naziideologie (die Nazis waren glühende Verfechter der Biodynamik, ganz vorn Himmler)
      - das Spritzen alle 2 ... 3 Tage und die aufwändige Herstellung der Spritzmittel. Ich habe dafür nicht genug Zeit und Geduld.
      - die Nähe mancher Verkäufer von Algenextrakten zur Scharlatanerie, z.B. auch Verkauf von Edelsteinwasser, welches die angeblichen Wunderwirkungen von Edelsteinen aufgenommen hat.
      - der viele Kosmetik-Schund und Pillen aus Braunalgen. Soweit ich weiß, wurde bei Untersuchungen festgestellt, daß diese Mittel keine positiven Wirkungen haben, aber oft gesundheitsschädlich sind.
      - Deutschland ist ja ein Jodmangelgebiet, was schädlich für die Schilddrüse ist und Algen aus dem Meer enthalten recht viel Jod. Um den Jodmangel zu beheben, wird z.B. Kochsalz jodiert. Auch die Backmischungen für die Bäcker enthalten deshalb jodiertes Salz. Das reicht, um den Jodbedarf der Schilddrüse zu decken, solange nicht ein altes französisches Atomkraftwerk in Grenznähe explodiert. Da muß man Jodtabletten einnehmen, damit kein radioktives Jod an der Schilddrüse andockt und Schilddrüsenkrebs auslöst. Algenprodukte enthalten dafür aber zu wenig Jod bzw. man muß so viel einnehmen, daß man sich vorher mit anderen Inhaltsstoffen vergiftet hat.

      Andererseits ist Frutogard z.B. von der LWG Bayern erfolgreich gegen Pero getestet worden. Das ist ja auch kein Wunder, denn Frutogard enthält wie Phosfik Kaliumphosphonat. In Frutogard ist neben Kaliumphosphonat auch Braunalgenextrakt enthalten. Soweit mir bekannt ist, konnte in den Feldversuchen keine Wirkungen erkannt werden, die auf den Braunalgenextrakt zurück zu führen sind. Es gibt neben vielen Keller- und Garagefirmen auch einige große seriöse Firmen, die Algenextrakte in einigen ihrer Produkte haben, darunter Spiess-Urania, Lebosol u.a.. Ist bei denen der Algenextrakt ein Marketing-Gag, um esoterisch angehauchte Hausfrauen und Biobauern zu angeln oder ist an den gepriesenen Wirkungen der Algenextrakte wirklich etwas dran?

      Zum abgeblich enthaltenen Gold im Algenextrakt: Das Gold soll wohl den Algenextrakt wertvoller erscheinen lassen. Da fällt mir ein Gleichnis dazu ein. Vor Jahren war eine Krankenhausserie mit Dr. House als Hauptfigur in Mode. Dr. House war eine schrullige Gestalt, aber er stellte überraschende Diagnosen bei todkranken Patienten, bei denen alle anderen Ärzte mit geballter Medizintechnik zuvor gescheitert waren. Einer dieses todesnahen Patienten hatte nach seiner Diagnose eine Goldvergiftung - Ha, Ha, Ha. Das war eine sehr absurde Diagnose.

      Jod wirkt bekanntlich antimikrobiell und wurde früher deshalb in Form von Kaliumjodid zur Desinfektion von Wunden verwendet. Manche von uns verwenden Jod für kurative Notbehandlungen ihrer Reben. Herr Engelhardt von der LWG Bayern (manche von uns kennen ihn von den Tafeltraubentagen) war sehr skeptisch zu Jod als Notfungizid, da sich das Jod in den Trauben einlagern kann, was gesundheitsschädlich sein kann. Kann es auch zu solchen negativen Jodeinlagerungen in den Trauben kommen, wenn man wie empfohlen 4 x im Jahr mit Braunalgenextrakt spritzt? Was nutzt das aufgenommene Jod in den Reben, wenn nicht nur die Pilze vergiftet werden, sondern auch die Menschen?

      In jodiertem Salz ist extrem wenig Jod enthalten, aber das reicht, damit man damit nicht fermentieren kann (milchsaures Einlegen von Sauerkraut, Gurken usw.), da die Milchsäurebakterien abgetötet werden. Ob aber die Jodmenge in Algenextrakten dafür oder zum Desinfizieren der Reben ausreicht, steht in den Sternen. Die biologischen Inhaltstoffe sind auch in jeder anderen Pflanzenjauche enthalten.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Biostimulanzien im Weinbau" geschrieben. 20.08.2021

      Zumindest mit Phosfik müßte man Braunalgenextrakt mischen können, denn bei Frutogard sind diese Substanzen auch gemischt.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Biostimulanzien im Weinbau" geschrieben. 20.08.2021

      Wenn man nur nach Algenextrakten sucht, findet man viel mehr, aber zumeist andere Algen als Braunalgen.

      Was ist der Unterschied zwischen Braunalgen und sonstigen Algenextrakten bezüglich Weinbau?

      Wenn man größere Gebinde kauft, wird es billiger. Allerdings ist es bei organischen Produkten auch eine Frage der Haltbarkeit. Ich habe dazu nur einmal eine Angabe gefunden: max. 3 Jahre.

      Manche Algenextrakte werden nur in 10 l - Kanistern oder größer geliefert. Bei 3 Jahren Haltbarkeit wäre das viel zu viel.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Biostimulanzien im Weinbau" geschrieben. 20.08.2021

      Ich habe folgendes gefunden: Braunalgen-Extrakt (AlgoVital Plus)

      https://www.arkanum-phytomedizin.de/shop...sigd%C3%BCnger/

      1. Sind die Preise (verschiedene Mengen) OK oder überzogen?

      2. Bitte pdf-Datei lesen - entspricht das dem, was man bräuchte?

      3. Ich bin mir noch nicht sicher, was das wirklich bringt. Muß man fest daran glauben, wie bei der Homöopathie oder gibt es meßbare Erfolge? Ich meine da unabhängige Studien und keine Gefälligkeitsgutachten.

      4. Kann das Zeug zusammen mit Fungiziden ausgebraucht werden?

Empfänger
Dietmar
Betreff:


Text:
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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