Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Dietmar
Beiträge: 1323 | Punkte: 3081 | Zuletzt Online: 20.01.2020
Name
Dietmar
Hobbies
Tafeltrauben, Lesen, Garten, Kultur, Wohnmobil, Haus
Wohnort
Dresden außerhalb des Elbtales
Registriert am:
03.10.2017
Beschreibung
Etwa 10 km vom Elbtal (Weinanbau) entfernt auf einer Hochebene ca. 183 m über NN am Stadtrand von Dresden. Recht kontinentales Klima, d.h. Winter lang und z.T. sehr kalt, erste Sommerhälfte sehr heiß und trocken.

Wegen des Klimas gelte ich als "Polarwinzer". Meine Erfahrungen beschränken sich deshalb auf sehr pilzfeste Sorten (7 Punkte bzw. 2,5 Balla) mit einer Frostfestigkeit von mindestens -25 °C, die ultrafrüh oder sehr früh sind und deren SAT-Wert nicht höher als ca. 2300 ist.

Ich habe keine Profile bei Facebook, Google, YouTube, Twitter und Instagram.
Geschlecht
männlich
    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Senkrechte " f " Erziehung" geschrieben. Heute

      Da sind wir wieder bei der Notwendigkeit einer Bodenuntersuchung. Nur die kann uns sagen, welche Nährstoffe fehlen und welche schon zu viel vorhanden sind. Zu viel an Nährstoffen ist schädlicher als zu wenig, weil z.B. P, Mg und K für Jahrzehnte im Boden festgelegt werden und Fehler beim Düngen nicht mehr korrigiert werden können. Ich erinnere da an die Antagonisten, d.h. zu viel eines Nährstoffes und andere Nährstoffe können von der Rebe nicht mehr über die Wurzeln aufgenommen werden, obwohl ausreichend im Boden vorhanden. Die meisten Acker- und Gartenböden haben eine sehr hohe bis Überversorgung mit diesen 3 Makronährstoffen. Wer mit Mehrstoffdüngern düngt, überdüngt zwangsläufig mit mindestens einem Nährstoff. Je mehr man überdüngt, desto schlechter wird die Bodenfruchtbarkeit. Besser ist es, auf der Basis der Bodenanalyse zielgenau mit einem Einstoffdünger zu düngen. Mehrstoffdünger wie z.B. Blaukorn eignen sich höchstens für reine Sandböden.

      Ein Problem sehe ich auch, den Reben Humus zuzuführen, da man nicht umgraben kann, weil dann die oberflächennahen Wurzeln beschädigt werden. Man kann nur oberflächennah vorsichtig einarbeiten oder eben nur im Unterstockbereich ausbringen.

      Ich habe bisher die Bedeutung der Gestaltung des Unterstockbereiches (ca. 40 cm breit unter den Reben) und des "Ganges" zwischen den Reben unterschätzt. Ich hatte dazu bereits an anderer Stelle geschrieben.

      Wenn man die "Bewirtschaftung" des Bodens in Ordnung gebracht hat, kann man dann erkennen, welche Erziehung welchen Effekt bringt. Vorher weiß man nicht, woran es liegt, daß die gewünschten Erfolge der Erziehung und damit auch des Rebschnittes nicht eingetreten sind.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Winzer bemängeln Bundespolitik | RON TV " geschrieben. 16.01.2020

      Zitat
      Würde der richtig ertragsreduziert, könnte man was draus machen.



      Das ist bei Wein- und Tafeltrauben immer der Fall. Am Anfang war der Dornfelderwein ein besseres Brechmittel. Nach etlichen Jahren haben einige Kellereien gelernt, aus Mist Honigbonbons zu machen. Na ja Honigbonbons sind das noch nicht. Dornfelder wird oft mit Regent verschnitten, um den Geschmack zu verbessern, aber wenn man zwei schlechte Weine miteinander verschneidet, ist das Ergebnis auch nicht gerade überwältigend. Ich habe den Eindruck, daß der Regentzusatz etwas Tannin in den Wein bringt, damit der Rotwein nach Rotwein schmeckt und nicht nach alkoholisierten Kirschsaft. Der Regent bringt allerdings auch einen sehr spezifischen Fehlton mit ein.

      Die Hersteller sind bestimmt froh, wenn es Leute gibt, die den Dornfelderwein mögen, denn die damalige Strategie, mit einem Massenträger in den großen Markt für Billigweine einzudringen, ist fehlgeschlagen. Die Winzer, die Dornfelder anbauen, hoffen, daß man doch noch etwas Brauchbares daraus brauen kann, denn die damalige Pflanzung von ganzen Weinbergen mit Dornfelder hat sehr viel Geld gekostet, als daß man jetzt einfach so umrebt.

      Auf dem letzten hiesigen Weihnachtsmarkt wurde der meiste Glühwein aus Dornfelder gebrüht. Mit viel Zucker und Glühweingewürz konnte man sogar den Dornfelder trinken und nach dem 2. oder 3. Glas merkt man den Unterschied sowieso nicht mehr. Da die Dresdner Weihnachtsmärkte die größten und ältesten Deutschlands sind, wird da bei den kühlen Temperaturen einiges an Hektolitern weggetrunken. Auf diese Weise kann man viel Dornfelderwein absetzen.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "XL-Profile" geschrieben. 16.01.2020

      Zitat
      Habe immer den Metall-Schutzlack vom Aldi Süd benutzt.



      Ich hatte schon geschrieben, daß Namen Schall und Rauch sind. Metallschutz ist ein leerer Begriff. Gucke auf das Etikett, was die Lackbasis ist. Wenn Acrylatlack, dann super, wenn Alkydharz, dann Mist für Außenanwendungen, egal, was der Hersteller als Anwendung draufschreibt.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Winzer bemängeln Bundespolitik | RON TV " geschrieben. 16.01.2020

      ... hat grundsätzlich Recht. Politischer Wille von Parteien und Regierung sind das eine, die Realität ist oft anders. Der Einsatz von Herbiziden kann sicher mit geigneten Bodentechniken minimiert werden, aber Fungizide und Insektizide (gegen KEF) sind absolut existenzwichtig. Sorten mit PiWi sind entgegen grüner Hoffnungen auf den Rückzug. Zumeist liegt das daran, weil z.B. Regentweine nicht so toll sind (spezieller Fehlton) und trotzdem noch viel besser sind als Dornfelder. Der Markt (Verbraucher) entscheidet sich immer mehr gegen die älteren PiWi-Sorten.

      Zum Teil ist aber auch der Staat daran Schuld, denn es sind staatliche Vorgaben, welche Weinsorten in einem Weinbaugebiet zugelassen sind und manche Bundesländer wie Sachsen sind da sehr großherzig und manche sind sehr engstirnig. Es gibt eine Reihe von PiWi-Weintrauben, die es nie auf diese Listen geschafft haben. Um diese Sorten in den Markt zu bringen, müßten staatliche Weinbauinstitute diese versuchsmäßig anbauen oder anbauen lassen und keltern, denn es kommt nicht nur auf die Weintrauben an, sondern auch auf die angepaßte Kellereitechnologie. Wenn diese Weinsorten dem Verbraucher dann bei Verkostungen schmecken, dann sollten diese auf die Listen kommen und für einige Zeit subventioniert werden. So könnte der Einsatz von Fungiziden verringert werden. Die Winzer scheuen langfristige Investitionen in neue Piwi-Sorten aufgrund der Pleite mit älteren Piwi-Sorten wie z.B. Regent. Deshalb sollte da der Staat "Brücken bauen", um neue PiWi-Sorten in den Markt zubringen. Eine noch größere Pleite ist nur noch Dornfelder.

      Ich weiß zumindest von Solaris, daß schon ein Hobbywinzer aus einer Stadt außerhalb eines Weinbaugebietes, welche es gar nicht gibt , einen sehr wohlschmeckenden fruchtigen Wein zustande gebracht hat, der an Müller-Thurgau erinnert und besser als Riesling schmeckte. Eingeweihte wissen, um welche Stadt es sich handelt, denn es gibt nur eine, die es nicht gibt. Aber wo bekommt man Solaris-Wein zu kaufen? Nicht einmal bei uns im Fachhandel, nur zu abschreckenden Preisen im Internet.

      Der Staat müßte auch Forschung auf Basis von Gentechnik für die Zucht neuer Sorten fördern und das ist sehr teuer. Unter Umständen könnte man traditionellen Vinifera-Kultursorten "Resistenzgene" implementieren, ohne daß der Geschmack verändert wird. Aber ob das jemals wird, steht in den Sternen, denn der Staat wirf sein Geld meist an Stellen sinnlos aus, wo die Opposition das fordert und nicht dort, wo die Effekte am Größten sind.

      Gegen die KEF ist im Weinbau kein Kraut gewachsen, zumindest bei roten und blauen Sorten. Gegen die KEF hilft nur andauernde heißtrockene Witterung oder Insektizide. Ein Profiwinzer kann nicht wie wir Organzabeutel überziehen. Andere Schutztechnologie, z.B. auf Basis von Gentechnik, sind noch in weiter Ferne, da es nach meiner Kenntnis keine Obstsorte auf der Welt gibt, aus der man Resistenzgene entnehmen kann.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "XL-Profile" geschrieben. 16.01.2020

      Zitat
      Welche Marke kannst du empfehlen?



      Markennamen sind (nicht nur) bei Farben Schall und Rauch. Aldi und Lidl haben oft die gleiche oder gar bessere Qualität als die teureren Wettbewerber und teurere Marken. Es kommt auf den Inhalt an und nicht auf die Marke oder den Preis. Es gibt sauteure Lasuren, aber auch die sind zumeist auf Basis von Alkydharzen und taugen deshalb nicht für Außenanwendungen, egal was draufsteht.

      Bei Farben kommt es also nicht auf die Marke an, sondern auf den Basiskunststoff der Farbe. Also unbedingt das Etikett lesen, was der Lackkunststoff der Farbe ist. Bei gleichem Lackkunststoff ist eine teure Marke nicht besser als eine billige. Vielleicht sind nur mehr oder andere Pigmente drin. Je höher der Pigmentanteil, desto besser für die Lebensdauer, da die Pigmente die UV-Strahlung blockieren oder sogar reflektieren, damit diese nicht in die Tiefe der Lackschicht gelangt. Pigmente aus Mineralien und Metallen und Metalloxiden sind gut, synthetische Farben sind absolut nicht gut, da a) nicht UV-beständig und b) die UV-Strahlung nicht blockieren. Bestimmten Farben sieht man sofort an, daß die Pigmente synthetisch sind (organische Farben), z.B. alle Blaus, intensive Grün, knallige Rots. Für Außeneinsätze lohnt es sich, mal nach Farben auf Eisenbasis (rotbraun, ocker, hellgrün, dunkelgrau, schwarz) zu guggeln und sich daran zu orientieren. Falls Mineralfarben drin sind, dann steht das auf dem Etikett der Farbe drauf, denn das ist ein Qualitätskriterium. Trotzdem kann man ja mal guggeln, welche Farben es auf Mineralbasis gibt und die sind nicht sehr knallig und sehr viele gibt es nicht. Weiß ist auf alle Fälle dabei (Titanoxid ist knallweiß, danach Aluminiumoxid und danach Kalk, was eher cremeweiß ist). Gelbe Mineralfarben haben immer sehr giftige Pigmente (früher Blei, Strontium) und sollten unbedingt gemieden werden und synthetisches gelb taugt nichts für Außenanwendungen. Metallicfarben haben kleine Aluschnipsel, die einen großen Teil der UV-Strahlung reflektieren. Ein Teil gelangt aber durch das Alumium durch. Pigmente auf Eisenbasis blocken die UV-Strahlung aufgrund der hohen Ordnungszahl besser als Pigmente leichterer Elemente und synthetische Farben haben null positive Effekte. Der UV-Schutz von Eisenfarben ist besser als der durch Metallicpartikel. Am Besten ist das Pigment Glimmer, weil es spiegelt und eisenhaltig ist.

      Früher wurden bleihaltige Pigmente für Rostschutzfarben verwendet (gelb bis ocker), weil Blei eine sehr hohe Ordnungszahl hat und sogar die höchste Ordnungszahl eines nichtradioaktiven Elements. Wegen der Giftigkeit der Bleipigmente gibt es aber ein generelles Einsatzverbot.

      Die UV-Beständigkeit resultiert zum größeren Teil aus dem Lackgrundstoff und zum kleineren Teil aus der Art und Menge der Pigmente.

      Ich wiederhole noch einmal:

      Für außen in der Sonne:
      - Holz: Acrylatfarbe auf Wasser- oder Lösemittelbasis
      - Stahl: Acrylatfarbe auf Lösemittelbasis oder Polyurethanfarbe (ist teurer und oft umständlicher zu applizieren)
      - verzinkter Stahl: erfordert speziellen Primer als Grundfarbe oder spezielle Farbe für verzinkte Oberflächen, sonst keine dauerhafte Haftung der Farbe
      - Edelstahl: auf Edelstahl hält keinerlei Farbe oder Klebstoff dauerhaft ohne spezielles Anätzen
      - Alumium: je nach Legierung ist die Korrosionsfestigkeit nicht so hoch, wie man denkt. Aluminium rostet nur anders als Stahl. Stahl: rostroter Rost, der z.T. tief in das Material eindringt (Lochfraß). Aluminium "rostet" eher flächiger und der "Rost" sieht weiß aus (Al2O3) und Aluminium korrodiert sehr viel langsamer als Stahl. Für eine eventuelle Farbgebung empfehle ich eine Grundierung mit einem geeigneten Primer.

      Alle Farben und Lasuren auf der Basis von Alkydharz sind für außen absoluter Mist. Auch sogenannte elastische Wetterschutzfarben sind absoluter Mist und Haltbarkeitsversprechen sind dreiste Lügen.

      Für unter der Erde ist Epoxidharz die erste Wahl, eventuell auch Bootslacke mit "Giftstoffen" zur Abwehr eines biologischen Angriffs. Oft sind das Kupferpigmente. Ein Teeren von Holzpfählen für den unterirdischen Teil bringt nicht viel, da Mikroorganismen den Teer recht schnell zersetzen. Bevor Holzmasten auf Betonunterteile gesetzt wurden, wurde der Teer mit Giftstoffen getränkt, so daß viele Krebserkrankungen die Folge waren.

      Zur Schutzdauer von verzinktem Stahl:

      Grundsätzlich gibt es zwei Beschichtungsverfahren:

      1. elektrolytisch, z.B. bei Schrauben und für Blechteile in Computern: hält außen nur maximal 2 Jahre, dann kommt Rost durch. Deshalb an Unterstützungsbauten für Reben nie verzinkte Schrauben verwenden, sondern Edelstahl

      2. Feuerverzinken: Beim Feuerverzinken ist die Haltbarkeit abhängig von der Dicke der Zinkschicht. Diese kann sich auf zwischen 10 und 30 (...50) Jahren erstrecken. In Gebieten von weniger als 15 km zum Meer und bei Industrieatmosphären wird Zink relativ schnell abgebaut, aber mit einem Zusatz von Aluminium wird die Zinkschicht stabilisiert.

      Im Weinbau verwendete Profile sollen so lange halten, wie die Reben im Durchschnitt alt werden, d.h. mindestens 30 ... 40 Jahre. Daher sind Weinbergpfähle und Spanndrähte besonders dick verzinkt.

      Zink- und Zink-Alu-Sprays für kleine "Verletzungen" der Zinkschicht sind oft den Namen nicht Wert, wenn der Anteil an Zinkpigmenten zu gering ist. Mit Spray gespritzte Schichten schützen nur dann, wenn der Lackanteil möglichst gering ist, damit sich die Zinkpigmente überall berühren, so daß elektrischer Kontakt besteht. Man kann das leicht prüfen, indem man bei getrockneten Schichten den elektrischen Widerstand mißt. Ist dieser deutlich höher als beim Metall, taugt das Zinkspray nichts. Die Korrosion ist schließlich kein chemischer Vorgang, sondern ein elektrochemischer. Zink ist da das Opfermetall. Ohne elektrischen Kontakt zum Stahl und zu anderen Zinkteilchen funktioniert das nicht.

      Zum Autokauf: Knallige Farbe reizen manchen Käufer, z.B. das Toledorot. Das sind aber organische synthetische Pigmente und nach wenigen Jahren ist das Rot verblaßt. Wer sein Auto lange mit schöner Farbe haben will, der sollte auf Pigmente auf Eisenbasis oder Mineralbasis setzen. Weiß verblaßt auch nicht, da mineralisch. Höchstens billige Lackgrundstoffe verblassen, z.B. auf Alkydharzbasis. Solche Lacke werden aber in dt. Autokonzernen nicht mehr eingesetzt. Der Trabant, aber auch frühe VW-Modelle wurden z.B. mit Alkydharzlacken lackiert. Ergebnis: Nach wenigen Jahren war der Lack matt und oft wurden billige organische Pigmente verwendet und dann war auch noch nach kurzer Zeit die Farbe verblaßt.

    • Dietmar hat das Thema "Bodenbedeckung und Unterstockgestaltung im Zeichen des Klimawandels" erstellt. 15.01.2020

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "XL-Profile" geschrieben. 15.01.2020

      Ergänzung: Unter der Erde sind Farben auf Epoxidharzbasis optimal, denn von allen Kunstharzen in den Farben sind die am chemisch beständigsten und auch biologisch recht stabil im Vergleich zu anderen Farben. Unter der Erde gibt es ja kein UV-Licht. Wer also Holzpfähle langfristig schützen will, sollte unbedingt solche Lacke verwenden, zusätzlich zur Druckimprägnierung..

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "XL-Profile" geschrieben. 15.01.2020

      Zitat
      Es muss nicht sehr teure, aber gute Farbe sein.



      Was ist gute Farbe? Gute Farbe für den Außeneinsatz ist Farbe, die eine hohe UV-Beständigkeit hat. Farbe ist nichts anderes als flüssiger Kunststoff, d.h. die Farbbasis muß ein Kunststoff sein, der eine hohe UV-Beständigkeit hat. Hier lügen einen die Hersteller z.T. die Hucke voll, Hauptsache die Farbe übersteht die Garantiezeit bzw. die Gewährleistung.

      Beispiele für UV-beständige Farben bzw. Lacke:
      - Acrylate (gibt es auch auf Wasserbasis), gut für Holz, für Eisenwerkstoffe keine wasserverdünnbaren Acrylatfarben nehmen. Es gibt auch welche auf Lösemittelbasis.
      - Polyurethane, oft als 2-Komponentenlack, seltener als Einkomponentenlack, auch für Eisenwerkstoffe, aber teurer und komplizierter zu Verarbeiten als Aclylatfarben
      So schnell fallen mir keine Farben ein, die noch gut UV-beständig sind. Es gibt noch einige für den Industrieeinsatz, aber die sind auch nicht UV-fest.

      Beispiele für dreiste Lügen der Hersteller:
      - Wetterschutzfarbe mit hoher UV-Beständigkeit, angeblich für 12 Jahre - teuer, aber nach 1 bis 2 Jahren besonnt platzt diese Farbe schon ab
      - Holzlasuren mit zugesicherter UV-Beständigkeit: sind auf Basis von Alkydharzen und die sind sehr UV-empfindlich
      - Alkydharzfarben, sehr UV-empfindlich
      - Epoxidharze und darauf basierende Lacke und Farben - sehr chemikalienfest, aber mittelmäßig UV-empfindlich, z.T. auch Harz für Glasfaserverstärkung, recht gut brandfest
      - Polyesterharz, meist zur Verarbeitung mit Glasfasern, wie Epoxidharz mittelmäßig UV-empfindlich, höhere Brennbarkeit, aber billiger als Epoxidharz, Hände weg von glasfaserverstärkten Kunststoffwellprofile, z.B. zur Überdachung! Sind auf Basis von Polyesterharz und damit nicht sehr UV-beständig trotz gegenteiliger Beteuerung
      - nur noch wenige Farben gibt es mit Nitroverdünnung - trocknen sehr schnell, sind aber auch nicht UV-fest

      Wer feste Kunststoffe im Freien einsetzen will, der ist mit Acrylaten (PMMA, Plexiglas) und Polyurethanen auf der sicheren Seite. Polycarbonate gibt es auch in Form von Welltafeln zur Überdachung, aber Polycarbonate sind auch nur spezielle Polyester und nur mäßig UB-beständig, aber Polycarbonate besitzen eine höhere Festigkeit als Plexyglas und sind nicht so kratzempfindlich und schlagempfindlich. Aber einige Jahre halten die Polycarbonatdächer schon aus, oft länger als die aus Plexyglas (PMMA). Letztere gehen nicht durch die UV-Strahlung kaputt, sondern bei Stürmen durch die geringere Schlagfestigkeit.

      Achtung: Eisenwerkstoffe nie mit wasserlöslichen Farben/Lacken streichen. Die Farbschicht wird unterrostet. In der Automobilindustrie gibt es dazu spezielle Grundierungsverfahren und spezielle Trocknungsverfahren mit Trocknern mit mehreren Zonen mit definierten Temperaturen, Luftfeuchtigkeiten und Verweildauern. In meinem früheren Berufsleben hatte ich mal einige Jahre Lackieranlagen für die Automobilindustrie projektiert und kenne mich deshalb etwas aus.

      Womit werden z.B. Brücken lackiert, die jahrzehntelang halten soll? Wegen den Luftschadstoffen nimmt man meist Epoxidharzfarben mit einem hohen Anteil an Glimmer zur Reflexion des UV-Lichtes. Es werden mehrere jeweils mehrere mm dicke Schichten aufgetragen. Mit der Zeit "kreidet" die Farbe aus, daß heißt, das Epoxidharz zersetzt sich, aber die Glimmerpigmente werden noch einige Zeit fest gehalten und verhindern das Eindringen des UV-Lichtes in tiefere Lackschichten. Irgendwann fallen die Glimmerteilchen ab und das Gleiche wiederholt sich immer wieder, bis der "Lack ab ist", im buchstäblichen Sinne. Für private Anwendungen gibt es diese Farben nicht zu kaufen und außerdem ist der Aufwand für mehrere dicke Schichten recht groß.

      Fazit: Teuer ist nicht automatisch gut. Marken sind nicht automatisch gut. Es kommt auf den Basiskunststoff im Lack bzw. in der Farbe an.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Horst Lüning nachdenklich über Bio und Öko im Miteinander" geschrieben. 15.01.2020

      Zitat
      Bis jetzt ist das ein reißen Problem, weil Piwi irgendwie mit dem Geschmack vom Wein zusammen hängt…



      Bei den ersten beiden PiWi-Generationen waren Fremdtöne ein großes Problem und man hat diese aus der Not heraus positiv verkauft, z.B. als Erdbeere, Gummibärchen usw.. Man hat den Menschen durch Werbung eingeredet, daß der Fremdton etwas Feines sei.

      Durch Hin- und Herkreuzen und Einkreuzen anderer amerikanischer Wildreben und der Amurensisrebe hat man da in letzter Zeit einige Fortschritte gemacht. Leider ist es mit der Methode der Kreuzungszüchtung sehr schwierig, die Gene, die für die Pilzfestigkeit zuständig sind, von den Genen zu trennen, die für den Geschmack verantwortlich sind. Bei der Kreuzungszüchtung ist die Kombination der beiden Elterngene recht zufällig und jede Beere einer Rebe ist genetisch anders strukturiert, also eine neue Sorte. Deswegen kann man ja Reben nicht per Samen sortenrecht vermehren. Eine Ausnahme sind dominante Gene eines Elternteiles, welche in vielen Fällen vererbt werden.

      Vor der Kreuzungszüchtung hat man Jahrtausendelang eine Auslesezüchtung betrieben, also immer die Rebstöcke einer Sorte mit den besten Eigenschaften vermehrt. Diese Auslesezüchtung dauert aber viele Jahrzehnte bis Jahrhunderte, da die Unterschiede von Generation zu Generation nur gering sind (spontane Mutation).

      Oft wurde auch eine Mischform der Zucht betrieben, da man früher zumindest zeitweise verschiedene Sorten durcheinander angebaut hat.

      Nunmehr zieht langsam die Gentechnik in die Traubenzucht ein. Prinzipiell lehne ich die Gentechnik nicht ab, nur deren Mißbrauch bzw. spezielle Formen. Nach meiner Kenntnis wird die Gentechnik bisher nur in den USA zur Zucht kernloser Sorten eingesetzt, da hier eine Kreuzungszüchtung sehr schwierig bis unmöglich ist.

      Welche Formen der Gentechnik zur Verbesserung der Pilzfestigkeit von Wein- und Tafeltrauben befürworte ich?

      - Ersatz von Gensequenzen einer herkömmlich gezüchteten Trauben-Sorte durch Gensequenzen einer anderen herkömmlich gezüchteten Trauben-Sorte. Es sind also immer Traubengene, die nur anders angeordnet werden. Im Prinzip ist das das Gleiche wie bei der Kreuzungszüchtung, nur eben etwas schneller und zielgenauer. Das können auch Genabschnitte von Wildreben sein.

      Welche Formen der Gentechnik zur Verbesserung der Pilzfestigkeit lehne ich ab?
      - wenn die Rebe künftig ursprünglich synthetische Fungizide produzieren soll
      - wenn die Rebe künftig eine größere Festigkeit gegenüber Pflanzenschutzmitteln haben soll, denn das bedeutet, daß dadurch Pflanzenschutzmittel in hoher Konzentration gespritzt werden, mit der Folge, daß die Schadstoffbelastung der Trauben größer wird.

      Wenn mit der Gentechnik die Festigkeit der Rebe gegen Insekten (z.B. KEF, Traubenwickler ...) erhöht werden soll, dann gibt es kaum "natürliche" Gensequenzen aus anderen Rebsorten, die man einpflanzen kann, am ehesten noch von einigen weißen Sorten, da KEF und Traubenwickler rote und blaue Sorten bevorzugen. Hier muß die Gentechnik bei der Zucht eine Grenze überschreiten. Das muß verantwortungsvoll geschehen, damit eine Schädigung des Menschen vermieden wird. Am ehesten ist das der Fall, wenn die Rebe nicht intern ein Insektizid herstellen soll, sondern wenn es gelingt, eine Symbiose mit natürlichen Feinden der Schädlinge per Gentechnik zu züchten. Der Mensch besteht ja auch zu ca. 20 % seiner Masse aus nützlichen Mikroben, z.B. zur Verdauung und zur Immunabwehr im Darm, zur Immunabwehr der Haut usw.. Und das wird zum großen Teil vererbt, z.T. mit der Muttermilch ins Baby gebracht. Nun sind die Reben aber keine Säugetiere und werden nicht gesäugt, weshalb die symbiotischen nützlichen Mikroorganismen vererbt werden müssen. Ein Aufbringen nützlicher Mikroorganismen wie z.B. mit XenTari ist nicht hilfreich, da diese Mikroorganismen an der Blattoberfläche schnell wieder absterben. Diese Mikroorganismen müssten im Organismus der Rebe leben wie die Darmbakterien im Menschen. Letztlich besteht das Blut der Menschen auch aus vielen verschiedenen Mikroorganismen, die in grauer Urzeit der Evolution mal einverleibt worden sind. Man müsste also in den Organismus Reben quasi weiße Blutkörperchen, T-Helferzellen usw. implantieren.
      Angeblich bestehen die Gene des Menschen bis zu 40 % aus Informationen zur Abwehr von schädlichen Mikroorganismen, so daß der Organismus bei einem Angriff von Mikroorganismen weiß, wie die Abwehr erfolgen muß. Diese Informationen wurden vom Beginn des Lebens an weiter vererbt und bei Infektionen ergänzt, soweit diese überlebt wurden. Darauf basiert auch das Prinzip der Schutzimpfungen beim Menschen. So eine ähnliche Abwehr wäre auch für Reben interessant und gibt es ja zum Teil auch. Nur sind die jetzt aktuellen Pilzerkrankungen und Schadinsekten noch zu "neu", so daß die europäischen Kultursorten noch nicht "gelernt" haben. Die amerikanischen Wildreben haben aber in den Jahrmillionen gelernt, gegen Oidium, Pero und Blattlaus zu bestehen. Diese Gen-Datenbank der Wildreben müßte also in den Kultursorten implementiert werden. Mit der zufällig wirkenden Kreuzungszüchtung gelingt das nur teilweise und hat eben auch unerwünschte Nebenwirkungen, z.B. beim Geschmack.

      Bei der Insektenabwehr per Gentechnik gibt es theoretisch noch folgende Methode. Man züchtet eine Pflanze zum Anbau Unterstock, die große Mengen Pheromone der Schadinsdekten an die Luft abgibt und dadurch die Schadinsekten von der Rebe abhält. Dann werden keine auch für Menschen giftige Substanzen in die Reben hinein gezüchtet.

      Unklar in meinen Augen ist die genetisch gezüchtete Pilzabwehr mit Enzymen, wie das z.B. mit Lecitin oder Kaliumjodid der Fall ist. Hier kommt es auf den konkreten Fall an.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Horst Lüning nachdenklich über Bio und Öko im Miteinander" geschrieben. 13.01.2020

      Zitat
      Was du mit Pflanzeneigene Gifte meinst weiß ich nicht?



      Es stimmt, daß z.B. Knoblauch gegen bestimmte Mikroorganismen wirkt. Andererseits ist es häufig so, daß für Menschen und Nutztiere die eigenen Gifte der Pflanzen genau so oder zumindest auch giftig sind. Ein Beispiel von vielen ist der Genmais. Dort wurden die Gene so verändert, daß der Mais das Pflanzenschutzmittel selbst produziert, es also nicht mehr gespritzt werden muß. Warum ist Genmais bei uns verboten? Einer der Gründe ist, daß durch Verfütterung von Genmais mehrere Rinder verendet sind und wenn Rinder daran sterben oder erkranken, dann auch Menschen.
      In der Regel sind die meisten Mikroorganismen widerstandsfähiger gegen Gifte, Strahlung usw. als der Mensch und das bedeutet, daß die meisten Pflanzenschutzmittel, auch die pflanzeninternen, für den Menschen giftig sind. Bei sachgemäßem und sparsamen Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln profitiert der Mensch nur davon, daß er wegen seiner Größe absolut mehr Gift kompensieren kann als ein Mikroorganismus, obwohl er relativ weniger verträgt.

      Vielleicht solltest Du mal den Pflanzenzüchtern der Ratschlag geben, stattdessen das Knoblauchgen in den Mais, in die Tafeltrauben und andere Kulturpflanzen zu implementieren.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Horst Lüning nachdenklich über Bio und Öko im Miteinander" geschrieben. 13.01.2020

      Zitat
      Du hast offensichtlich was gegen die Grünen :D



      Ja, ich habe etwas gegen die Grünen. Ihre gute Absicht ist unbestritten, aber ihre Methoden, dieses Ziel zu erreichen, sind grottenschlecht. Das liegt daran, daß die Grünen zur urbane Oberschicht gehören, welche praktisch nur aus Lehrern, Ärzten, Juristen, Beamten und diesbezüglichen Studenten und älteren Schülern aus diesem Milieu bestehen, aber aus guten Gründen nicht aus Natur- und Technikwissenschaftlern bzw. zugehörigen Berufen.
      Aus Mangel an diesen Qualifikationen sind die Forderungen der Grünen meist kontraproduktiv für die Umwelt und egoistisch auf ihr Milieu ausgerichtet.
      Beispiele:
      - Die Grünen fordern eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h mit den Begründungen:
      a) weniger Treibstoffverbrauch und damit weniger Abgase und damit weniger Kohlendioxidemission
      b) Lärmschutz
      Wie aber ist die Realität? Bei einer kleineren Geschwindigkeit von 30 km/h von 50 km/h müssen die Motoren beim jeweils höchsten sinnvollen Gang rund 1,67 mal mehr Kolbenhübe leisten als bei 50 km/h. Da bei diesen Geschwindigkeiten der Luftwiderstand und der Rollwiderstand bei asphaltierter Straßen vernachlässigbar klein sind, spielt die innere Reibung im Motor bei der Kolbenbewegung die Hauptrolle und das bedeuten 1,67-facher Spritverbrauch, 1,67-fache Kohlendioxidemission und auch 1,67-facher Lärm. Das Ergebnis ist also genau das Gegenteil vom Beabsichtigten.

      - Förderung des ÖPNV aus Umweltgesichtspunkten
      Richtig ist, daß mehr Nutzung des ÖPNV das Verkehrsaufkommen in den Innenstädten senkt, es also weniger Staus gibt. Falsch ist, daß dadurch die Parksituation verbessert wird, denn die Leute behalten trotz mehr Nutzung des ÖPNV ihr eigenes Auto. Wie sieht das nun mit der Umweltbilanz aus? Die Bahn und der ÖPNV brauchen an Treibstoff bzw. Energie etwa 3 l pro Person und 100 km. Das ist deshalb so hoch, weil außerhalb der Spitzenzeiten Bahn und Busse trotzdem mit recht dichtem Takt fahren müssen und dann sind beide nur sehr wenig besetzt. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Bahn und Busse benötigen auch Fahrer und zwar pro Fahrzeug 2 bis 3 am Tag und dazu kommen noch Werkstattkräfte, Verwaltung, Info-Point-Mitarbeiter und so weiter und jeder von diesen Mitarbeitern hat einen CO2-Fußabdruck, der anteilmäßig bei jeder Fahrt eingerechnet werden muß. Dazu kommt noch der CO2-Fußabdruck für die Herstellung der Busse und Bahnen und der Gleise, Bahnhöfe, Haltestellen usw. und diese CO2-Mengen kommen denen der Autos noch dazu, sind also zusätzlich. Summa Summarum unterscheiden sich die Umweltbelastungen bei Nutzung des Autos und des ÖPNV schon bei einer Person nicht mehr so gewaltig. Schon ab 2 Personen ist das Auto umweltfreundlicher, wenn man nicht gerade einen Spritschlucker hat. Ich nutze auch den ÖPNV, wenn ich in die Innenstadt fahre, obwohl das teurer ist. Das liegt aber daran, daß Parkplätze in der Innenstadt knapp und teuer sind.
      Warum gibt es bei uns in Dresden ab und an Staus? Hier liegt es nicht am höheren Verkehrsaufkommen, sondern weil wichtige Hauptstraßen auf weniger Spuren zurück gebaut wurden, zunächst z.B. von 3 Spuren auf 2 und jetzt steht ein weiterer Rückbau auf 1 Spur an. Protagonisten sind Grüne, die Verkehrsbetriebe und die Radfahrer. Die Verkehrsbetriebe wollen durch mehr Staus mehr Fahrgäste und den Radfahrern reichen die Radwege nicht. Sie wollen breite Stadtautobahnen für Fahrräder, aber schon die jetzigen Radwege werden nur wenig genutzt. Dazu kommt, daß auf wichtigen Hauptstraßen die Straßenbahnen "höher gelegt" wurden, so daß dür alle anderen Verkehrsteilnehmer nur noch eine schmale Spur ist. Überholen ist für mehrere Kilometer nicht mehr möglich. Wenn also ein Radfahrer zuckelt, dann müssen alle anderen Fahrzeuge brav hinterher fahren. Am Schlimmsten ist es durch Kehrfahrzeuge und Müllautos. Die meisten Staus sind also hausgemacht.

      - Elektroautos statt Autos mit Verbrennungsmotoren
      Wenn man Herstellung des Autos und Gesamtenergieverbrauch über das gesamte Autoleben berücksichtigt, dann haben Elektroautos beim jetzigen Energiemix eine Kohlendioxidemission, die nur 2 % niedriger ist als beim Dieselauto. Für den Umstieg geben Staat und Automobilkonzerne Dutzende Milliarden Euros für einen Effekt für die Umwelt von fast Null aus. Das hat folgende Gründe:
      1. Durch die vielen ineffizienten Kohlekraftwerke in China ist dort die Luft monatelang im Jahr ein einziger Abgasnebel, so dass die Sichtweiten nur noch gering sind. Da die Herrschenden in China in den Großstädte leben, sind sie auch davon betroffen. Also setzt man auf Elektroautos und Schließung stadtnaher Kohlekraftwerke. Der Dreck entsteht dann woanders, denn in China wird pro Woche ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb genommen, nur eben stadtferner. China ist aber ein sehr wichtiger Absatzmarkt für dt. Autos.
      2. Die Grünen haben das gleiche Motiv. Sie sind urbane Oberschicht mit sozialen Berufen. Sie wollen deshalb sauberere Innenstädte. Der "Auspuff" der Autos befindet sich dann auf dem Land in Form von Kohle- und Gaskraftwerken. Ein Zubau von Wind- und Solaranlagen findet seit 2 Jahren kaum noch statt.
      3. Da auch Politiker vorwiegend Juristen oder Beamte sind und keine Naturwissenschaftler oder Ingenieure, haben sie keinerlei eigene Kompetenzen und treffen genauso Bauchentscheidungen wie die Grünen. Dazu kommt der Druck aus der Bevölkerung, mehr für Umwelt und gegen den Klimawandel zu tun.
      4. Die Mitarbeiter bei den Medien stammen aus dem gleichen Milieu wie die Politiker und die Grünen. Deshalb haben sie betreff Umwelt und Klimaschutz genauso keinerlei eigene Qualifikationen und das merkt man deutlich in den Artikeln bzw. Sendebeiträgen, die in der Regel bauchgeprägt sind. Man merkt das auch bei Interviews. Früher wurde gefragt, was passiert sei, also nach Fakten. Heute wird in der Regel gefragt, was haben sie gefühlt, als sie das und das gesehen haben. Die Medien sind aber Meinungsmacher in der Republik.

      Man könnte noch viele Beispiele aufführen, aber das würde den Platz hier sprengen. Das ist schließlich ein Traubenforum.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Horst Lüning nachdenklich über Bio und Öko im Miteinander" geschrieben. 11.01.2020

      Zitat
      Sobald es machbar ist, ist die mechanische Entfernung wegen der oben genannten Resistenzen wohl das beste.



      Die meisten Wurzeln der Reben befinden sich knapp unter der Oberfläche und da würden mechanische Verfahren die Wurzeln beschädigen. Nur bei tiefwurzelnden Unterlagen wie 110R und 1103P wäre so etwas sinnvoll, aber diese Unterlagen sind für die meisten Standorte in Deuschland zu spät, d.h. die Trauben und das Holz reifen zu spät.

      Bei Glyphosat ist wie bei Stickoxiden ein sinnloser Hype von vor allen Grünen zu beobachten, die wie fast immer von der Wirklichkeit keine Ahnung haben und deshalb sich selbst in durch nichts Gerechtfertigtes in Existenzängste versetzen und auch andere verrückt machen.

      Die Wahrheit ist:
      - Glyphosat ist das bei Weitem am Besten untersuchte und für die Natur ungefährlichste Herbizid. Die geschürten Ängste haben keinerlei sachliche Grundlage. Allerdings gilt das für sparsame und sachgemäße Anwendung und nicht für den Mißbrauch. Glyphosat muss nur 2 Mal pro Jahr ausgebracht werden, da es auch die Wurzeln abtötet. Durch den Hype der Grünen müssen nun Ersatzherbizide eingesetzt werden, die ca. 5 Mal pro Jahr ausgebracht werden müssen, die weitaus gefährlicher sind und die nur wenig untersucht wurden. Damit gelangt eine viel größere Menge an vor allem gefährlicheren Herbiziden in den Boden als bei Glyphosat.
      - Stickoxide sind existenzwichtig für unsere Vegetation - zur Stickstoffdüngung, denn nur Leguminosen (Hülsenfrüchte) können den Stickstoff aus der Luft nutzen und verwertbaren Sticksoff im natürlichen Boden gibt es praktisch nicht. Der Humus im Boden von Anbauflächen ist in der Regel auch menschgemacht. Mit der Senkung des technischen Stickoxidausstoßes durch Hochtemperaturprozesse muß in Zukunft viel mehr mit Stickstoffdüngern gedüngt werden, aber Stickstoffdünger sind den Grünen auch nicht geheuer. Aber essen wollen die Grünen trotzdem, hauptsache es ist ein Biolabel drauf und kostet mehr, auch wenn es oft nur Nepp ist.
      Richtig ist, daß hohe Konzentrationen an Stickoxiden zu Atemreizungen führen und damit schädlich sind. Der Grenzwert für Stickoxide hat jedoch nichts mit einer realen Gefährdung zu tun, sondern ist rein politisch. Auch ein zwanzigfacher Grenzwert ist noch ungefährlich und dafür gibt es Untersuchungen. Die Grünen haben behauptet, daß durch Stickoxide jährlich in Deutschland Zehntausende Menschen sterben. Wahr ist, daß in Deutschland noch nie ein Mensch an diesen Stickoxidkonzentrationen erkrankt und gleich gar gestorben ist.

      In beiden Fällen ist es ein Rohrkrepierer bei den Grünen, mit denen deutsche Unternehmen zugrunde gerichtet werden sollen, weil Grüne industriefeindlich sind. Ich erinnere da auch an den Hype von Greenpeace gegen Shell wegen Versenkung einer alten Ölplattform. Hinterher stellte es sich heraus, daß das Gegenteil der Fall war. Ich könnte noch viele weitere, auch aktuelle Falschbehauptungen der Grünen aufzählen, aber das würde den Platz hier sprengen.

      Übrigens habe ich kürzlich in einer unverdächtigten Studie zum Bioanbau versus konventionellem Anbau folgendes gelesen:
      1. Es ist Fakt, daß beim Bioanbau pro Hektar weniger Chemie eingesetzt wird als beim konventionellen Anbau.
      2. Es ist aber auch Fakt, daß pro produziertem kg Ertrag beim Bioanbau die gleiche Menge Chemie eingesetzt wird wie beim konventionellen Anbau, d.h. die gemessenen Werte an Schadstoffen z.B. pro kg Äpfel sind etwa gleich.

      Es ist nicht so, daß beim Bioanbau keine Chemikalien eingesetzt werden. Ich hatte kürzlich einen Link mit einer ellenlangen Liste zugelassener Mittel im Bioanbau hier im Forum gepostet. Im Bioanbau werden nur andere Chemikalien eingesetzt, welche bis auf Ausnahmen nicht synthetisch hergestellt wurden, aber diese oft biologisch hergestellten Chemikalien sind oft nicht ungefährlicher als synthetisch hergestellte Mittel. Sonst würden diese nicht wirken. Eine Züchtung resistenter Sorten bedeutet, daß die Chemikalien zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen nicht von außen vom Menschen zugeführt werden, sondern in der Pflanze selbst hergestellt werden. Das ist zwar Bio, ändert aber nichts an der Schadstoffmenge im Produkt. Bei Analysen werden aber zumeist nur die eingebrachten Schadstoffe von Pflanzenschutzmitteln untersucht, aber fast nie die in der Pflanze selbst erzeugten Gifte bzw. die durch z.B. Pflanzenjauchen zugeführten Schadstoffe. Bio hat in meinen Augen erst dann Sinn, wenn die als Rückstände in den Produkten gemessenen Chemikalien pro kg Ertrag deutlich geringer sind als beim konventionellen Anbau. Das jetzige Kriterium vom Chemikalieneinsatz pro Hektar ist absolut sinnfrei. Nun ja, die Grünen wissen es nicht besser, denn die sind oft Ärzte, Lehrer, Beamte oder Juristen, aber keine Fachleute aus Natur- und Technikwissenschaften. Wichtig ist, daß der unerwünschte Chemieeintrag pro Produkt niedriger ist und das ist bisher nicht zwangsläufig der Fall.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Bogrebenerziehung vs. Waagerechtkordon" geschrieben. 06.01.2020

      Zitat
      Dietmar das war nur ein Beispiel, wenn du Kordon auf 4M hast dann sind das 25 Augen je Rebe und 20 kg Ertrag …Du muss doch wissen was du willst und danach streben!



      Ich habe eine um mindestens 4 Wochen kürzere Vegetationsperiode als Du und bei meinem Standort braucht man für 1 kg Ertrag mehr als 1 qm Laubwand. Ich kann also nur bei jeder 2. Fruchtrute eine Traube lassen. Aus den 20 kg Ertrag werden dann nur noch 10 kg. Da meine Reben nur 2,65 m Platz haben, werden aus den 10 kg dann nur noch etwa 6,5 kg und das ist dann schon viel weniger als 20 kg. Vielleicht muß ich je nach Reifezeit der Sorte noch stärker den Ertrag reduzieren. Das alles gilt für eine erwachsene Rebe.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Bogrebenerziehung vs. Waagerechtkordon" geschrieben. 05.01.2020

      Zitat
      Das im Weinbau wenig 5BB verwenden wird, muss ich leider widersprechen. Unsere Reinschule verwendet Millionen Kober 5BB.
      Der Aussage, das mit 5BB verriegeln die Beeren, kann ich nicht zustimmen. Es gibt ganze Menge Trauben, die mit dem 5BB am besten fahren.



      Ich hatte geschrieben, daß im Weinbau die Entscheidung für 5BB meist wegen der Böden getroffen wird, manchmal auch wegen der Affinität zwischen Unterlage und Edelreis. 5BB ist nach SO4 die zweithäufigste Unterlage im dt. Weinbau. 5BB ist die einzige Unterlage in Deutschland, die mit schweren und unfruchtbaren Böden zu Recht kommt. Außerdem ist 5BB auch noch recht kalkbeständig, wichtig für Böden aus Muschelkalk. Von den nicht sehr späten Unterlagen hat 5BB die beste Trockenstressfestigkeit, was besonders für Standorte mit wenig Niederschlag sehr wichtig ist, z.B. im Weinbaugebiet Nahe. Durch den Klimawandel wird die Trockenstressfestigkeit für manche Standorte immer wichtiger.

      Ich habe nicht geschrieben, daß bei allen Weinsorten die Beeren bei 5BB verrieseln, sondern nur bei blühempfindlichen Sorten. Bei denen gibt es die Alternative 125AA. 125AA ist aber nicht für schwere und trockene Böden geeignet.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Bogrebenerziehung vs. Waagerechtkordon" geschrieben. 05.01.2020

      Zitat
      Mag sein, das die in Weinreben auch was verstehen. Heutige Winzer Pflanzen ein paar Tafeltrauben und behandeln die wie Weintrauben und wundern sich, das die klein und sauer sind.



      Bei Weintrauben gibt es Tendenzen beim Anbau in warmen Weinbaugebieten Deutschlands, die für Tafeltrauben sehr schlecht sind, z.B.:

      - Verkleinerung der Abstände der Reben in der Reihe mit folgenden Zielen: weniger Ertrag, mehr Mostgewicht (Oechsle) und Aroma und einfachere Arbeit mit Maschinen
      - Verkleinerung der Blattfläche pro kg Ertrag: Was zunächst sinnfrei erscheint, hat folgenden Grund: Durch die Klimaerwärmung reifen die Trauben einer Sorte schneller. Schnellere Reife bedeuten aber weniger Aroma und weniger Weinsäure. Dt. Weißwein-Sorten schmecken dann wie die aus Italien oder Spanien. Eine schnellere Reifen führt oft auch zur Astringenz (pelziger und oft grasiger Geschmack), welche bei südlichen Weißweinen oft zu beobachten ist. Eine kleinere Blattfläche pro kg Ertrag führt zu einer gewünschten Reifeverzögerung.
      - schwächer wüchsige Unterlagen, damit weniger Arbeit bei Laubarbeit (weniger Geiztriebe und begrenztes vegetatives Wachstum) und Ertragsbegrenzung und wegen der kleineren Standweiten

      Die Unterlagen 5BB und 125AA werden weniger wegen der Wuchskraft verwendet, sondern weil schwachwüchsige Unterlagen für schwere bzw. unfruchtbare Böden nicht geeignet sind. Auch der Kalkgehalt der Böden spielt bei der Unterlagenwahl im Weinbau eine große Rolle, da manche Weinbaugebiete Muschelkalkböden haben, wo viele Unterlagen nicht geeignet sind und Fercal ist in Deutschland wegen der geringen Reblausfestigkeit nicht zugelassen. Außerdem sind nicht alle Kombinationen Unterlage-Edelreis sinnvoll, da es bei manchen Kombinationen zum Verrieseln oder zur Chlorose kommt. Nicht zuletzt hat die Reblausfestigkeit der traditionellen Unterlagen besonders in den warmen Weinbaugebieten abgenommen, so dass dort örtlich auf reblausfestere Unterlagen gewechselt werden muss, z.B. Börner.

      Ergo: Wer Tafeltrauben wie Weintrauben anbaut, bekommt dann auch nur so kleine Trauben und Beeren wie bei Weintrauben. Da Tafeltrauben von Natur aus nicht so viel Zucker bilden, schmecken sie bei Anbaumethoden wie bei Weintrauben vergleichsweise sauer.

      Auch bei Tafeltrauben sind nicht alle Kombinationen zwischen Unterlage und Edelreis optimal. Blühempfindliche Sorten verrieseln auf 5BB tendenziell stärker. Hier ist 125AA die bessere Wahl.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Bogrebenerziehung vs. Waagerechtkordon" geschrieben. 05.01.2020

      Zitat
      Wenn das der Müller aus dem Thurgau ist



      Dieser Müller ist schon lange tot, aber der Verfasser heißt eben auch Müller. Du hast Recht, es gibt kein deutschsprachiges Fachbuch zum Anbau von Tafeltrauben, denn alle Bücher wurden von Winzern oder "Spezialisten" für Keltertrauben geschrieben. Die wenigen kommerziellen Anbauer von Tafeltrauben in Deutschland haben uralte Sorten im Programm, die nichts mit unseren Sorten zu tun haben.

      Also müßte so ein Fachbuch von jemanden geschrieben werden, der etwas von modernen Tafeltrauben versteht und da fällt mir nur Jakob ein. Da ich beruflich weiß, welche Arbeit so ein Fachbuch macht, muß man schon ein hohes Sendungsbewußtsein haben, um sich so etwas anzutun.

Empfänger
Dietmar
Betreff:


Text:
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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