Tafeltrauben - Diskussionsforum
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Dietmar
Beiträge: 1142 | Punkte: 2574 | Zuletzt Online: 15.10.2019
Name
Dietmar
Hobbies
Tafeltrauben, Lesen, Garten, Kultur, Wohnmobil, Haus
Wohnort
Dresden
Registriert am:
03.10.2017
Beschreibung
Etwa 10 km vom Elbtal (Weinanbau) entfernt auf einer Hochebene ca. 183 m über NN am Stadtrand von Dresden. Recht kontinentales Klima, d.h. Winter lang und z.T. sehr kalt, erste Sommerhälfte sehr heiß und trocken.

Wegen des Klimas gelte ich als "Polarwinzer". Meine Erfahrungen beschränken sich deshalb auf sehr pilzfeste Sorten (7 Punkte bzw. 2,5 Balla) mit einer Frostfestigkeit von mindestens -25 °C, die ultrafrüh oder sehr früh sind und deren SAT-Wert nicht höher als ca. 2300 ist.

Ich habe keine Profile bei Facebook, Google, YouTube, Twitter und Instagram.
Geschlecht
männlich
    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Erziehung / Schnitt im ersten Jahr" geschrieben. Heute

      Wenn die im Vorjahr gekaufte Rebe nur mäßiges Wachstum zeigte, dann schneide ich diese Rebe beim Rebschnitt auf 2 Augen über der Veredelungsstelle zurück. Ziel ist die Bildung eines stärkeren Stammes. Das zweite Auge ist nur Reserve. Zunächst bilden sich dann 2 Ruten. Wenn diese stabil sind, schneide ich nach den Eisheiligen die Reserverute weg, damit sich die Rebe voll auf die Bildung eines Stämmchens konzentrieren kann.

      Achtung: Wegen dem Kalenderwechsel Julianischer - Gregorianischer Kalender verschiebt sich alles um ca. eine Woche, d.h. die Eisheiligen lt. Kalender und das Wetterphänomen stimmen nicht überein, d.h. zumindest in Ostdeutschland gibt es oft um den 22.05. noch einmal Nachtfrost.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Erziehung / Schnitt im ersten Jahr" geschrieben. Heute

      Zitat
      Umgang mit Geiztrieben



      Früher habe ich die Geiztriebe vollständig ausgebrochen, da diese den Rebstock fast undurchdringlich für den Wind machen, so dass die Blätter und Trauben längere Zeit zum Trocknen benötigen, so dass die Pero- und Botrytisgefahr höher als bei lockeren Laubwänden ist.

      Jetzt mache ich das etwas anders.
      - Ich lasse die Geiztriebe bis einschließlich 2. Blatt stehen und kappe sie danach. Das hat folgende Gründe:

      1. Wenn die Blätter auf den Fruchtruten älter werden, nimmt deren Assimilationsleistung ab. Die beiden ersten Blätter auf den Geiztrieben können dann diese alten Blätter ersetzen. Das wirkt sich angeblich positiv auf die Reifezeit und den Zuckergehalt der Beeren aus. Das ist insbesondere für schlechtere Lagen wichtig.
      2. Ich versuche, das Entstehen und das Wachstum der Geiztriebe zu begrenzen, indem ich auf mehr Augen schneide und die Fruchtruten nicht gipfele. Schneidet man auf zu wenige Augen bzw. gipfelt die Fruchtruten, dann will die Rebe ihre Wüchsigkeit mittels Geiztrieben ausleben.
      3. Die ersten 2 Blätter sind Reserven im Fall von Hagelschäden. So etwas soll es ja im Westen Deutschlands geben, hier eher nicht.
      4. Ich dünge maximal bis (deutlich) vor die Blüte mit stickstoffhaltigen Düngern. Stickstoffhaltige Dünger fördern das Blattwachstum und das ist am Anfang der Vegetationsperiode OK, aber später entstehen folgende Nachteile:
      - ungehemmtes Wachstum von Geiztrieben
      - Rebe konzentriert sich auf vegetatives Wachstum (Blätter) und vernachlässigt das generative Wachstum (Gescheine und Trauben). Dadurch verzögert sich die Reife, die Trauben und Beeren werden kleiner und Aroma und Zuckergehalt werden schlechter. Zudem fördert eine spätere Stickstoffdüngung die Pilzgefahr.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Herstpflanzung oder Frühjahr?" geschrieben. Heute

      Zitat
      Wie oder wo Erkennt man ob das Weintrauben sind? Ist Riesling, Dornfelder oder MüllerT schwachwüchsig? ich sehe kein Unterschied zur Talisman oder Arkadia...Und woher hast du das Weinreben auf schwach wüchsigen Unterlagen sind? Sehr viel wird auf 125AA und 5BB veredelt vor allem, weil BIO wird schwach gedüngt und brauchen unbedingt 5BB



      - Der Abstand der Reben in der Reihe ist sehr klein. Reben auf 125AA oder 5BB haben gewöhnlich einen etwas größeren Abstand in der Reihe. Talisman und Arkadia sind sehr wüchsig und bedürfen mehr Platz und mehr Laubwand.
      - Die Spalierhöhe ist sehr niedrig. Damit könnten Tafeltrauben bei diesem geringen Stockabstand nicht ernährt werden.
      - Es ist ein sehr großes Feld mit Reben. Es gibt nur sehr wenige professionelle Anbauer von Tafeltrauben und die kennt man.
      - Irgendwie sieht das wie maschineller Rebschnitt aus und der ist für Tafeltrauben in Deutschland nach meinen Infos nicht üblich.

      Die Unterlage 125AA ist in Deutschland im Weinbau recht selten. 5BB ist viel häufiger und kommt z.B. an trockenen Standorten mit tonigen Böden zum Einsatz. Hier wird nicht die Wuchskraft, sondern die etwas höhere Trockenfestigkeit und vor allem die noch Eignung für schwere Lehm- und Tonböden ausgenutzt. Die anderen trockenfesten Unterlagen sind deshalb trockenfest, weil sie sehr tiefe Wurzeln bilden. Dazu benötigen sie aber lockere und sandige Böden. Mit Lehm und Ton kommen diese Unterlagen nicht zurecht.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Herstpflanzung oder Frühjahr?" geschrieben. 13.10.2019

      Neustadt an der Weinstraße ist eine recht feuchte Gegend von Deutschland und hatte schon früher etwa doppelt so viel Niederschlag wie bei mir. In den letzten Jahren hat sich der Unterschied bei der Niederschlagsmenge noch drastisch erhöht. Früher mußte ich auch nicht gießen, aber jetzt haben wir praktisch Wüstenklima und ohne Gießen wächst nichts mehr. Dieses Jahr war es geringfügig besser als 2018, aber seit April wurde der langjährige Durchschnitt beim Niederschlag in keinem Monat auch nur annähernd erreicht, höchstens mal 20 % des Normalen.

      Bei den Bildern ist mir folgendes aufgefallen:
      - Auf den Fotos sind Weintrauben und nicht Tafeltrauben
      - die Unterlagen und die Weinsorten sind sehr schwachwüchsig, deshalb enge Standweite der Reben und kleine Laubwände

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Traubenwickler und Sauerwurm" geschrieben. 10.10.2019

      Zitat
      Das Bakterium schädigt aber leider alle Raupen, also auch die von nützlichen Schmetterlingen und Käfern



      Angeblich schädigt dieses Bakterium nur Eulenfalter, keine anderen Insekten oder deren Raupen. Zu den Eulenfaltern gehören auch der Buchsbaumzünsler und der Maiszünsler. Das Problem bei Xentari ist, dass das Mittel vor oder kurz nach der Eiablage gespritzt werden muss, also vor dem Schlüpfen der Raupen.. Nach ca. 1 Woche verliert das Mittel seine Wirksamkeit, vor allem bei heißen, trocknen und sonnigem Wetter, da Trockenheit und UV-Strahlung die Bakterien abtöten.
      Leider ist es so, dass die Eiablage des Traubenwicklers jedes Jahr zu einer etwas anderen Zeit stattfindet. In manchen Weinbaugebieten gibt es einen diesbezüglichen Warndienst.

      XenTari ist recht teuer und außerdem gibt es 2 verschiedene Traubenwickler mit verschiedenen Zeiten der Eiablage, so dass die Wirkung insgesamt unsicher ist. Wenn man nun einmal die Organzabeutel hat, dann kann man diese auch etwas eher aufziehen, also vor der Eiablage.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Traubenwickler und Sauerwurm" geschrieben. 09.10.2019

      Die Dispenser funktionieren nur in großen zusammen hängenden Flächen. In den Randgebieten dieser Flächen (einige Hundert Meter) funktionieren die Dispenser nicht und so muß der Traubenwickler konventionell bekämpft werden.
      Das hat etwas mit wechselnden Windrichtungen zu tun. Wer von uns inmitten eines großen zusammen hängenden Weinbaugebietes wohnt und wenn die Winzer rings herum ebenfalls Dispenser einsetzen, dann macht auch bei uns der Einsatz der Dispenser Sinn. Aber warum viel Geld für Dispenser ausgeben, wenn es auch mit Organzabeuteln funktioniert und das mit einer höheren Erfolgsquote als bei Dispensern? Man muss bloß die Organzabeutel viel früher als bisher aufziehen, also vor dem Flug der Traubenwickler der 2. Generation. Die Organzabeutel verhindern die Eiablage auf den Beeren.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Unterlage, und Ihre Einflüsse auf Reben Wachstum und Ertrag " geschrieben. 06.10.2019

      Es ist schon über 10 Jahre her, als ich eine größere Anzahl von verschiedenen Reben bei ihm kaufte und auf meine Frage nach der Unterlage hat er mir das gesagt. Nach Deinen Infos hat er also kurz danach auf 5BB umgesattelt.

      Ich hatte damals Arkadia, Frumoase Albe, Juliane und Kodrianka gekauft. Bis auf Kodrianka waren alle anderen Reben keine Wuchsmonster, sondern eher zurückhaltend, vorsichtig ausgedrückt. Damals hatte ich noch Rebenabstände von ca. 1,3 m und das war damals nicht zu wenig. Die Reben kamen sich trotz der engen Standweite nicht in die Quere.

      Nur die Kodrianka war sehr wuchsstark und bildete Fruchtruten von bis zu 7 m Länge. Vielleicht war Kodrianka auf 5BB veredelt.

      Inzwischen sind alle diese Reben im Rebenhimmel. Arkadia = Juliane? waren nach wenigen Jahren alle erfroren. Frumoase Albe wurde bei mir nicht sicher reif und Kodrianka war ein Magnet für die KEF und den Traubenwickler. Damals kannte ich Organzabeutel noch nicht. Außerdem war der Geschmack recht einfach. Aber die Trauben und Beeren waren recht groß - wenn nur die KEF und der Traubenwickler nicht gewesen wären. Bis zu 90 % der Beeren fielen diesen Monstern zum Opfer.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Unterlage, und Ihre Einflüsse auf Reben Wachstum und Ertrag " geschrieben. 05.10.2019

      Ich habe nicht mehr so viel Kontakt mit Herrn Schmidt und bin deshalb nicht mehr auf dem Laufenden.

      Jakob, Du hast ja viel mehr mit Herrn Schmidt zu tun. Weißt Du, auf welche Unterlage Herr Schmidt aktuell veredelt - ich meine bei seinen eigenen Sorten?

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Unterlage, und Ihre Einflüsse auf Reben Wachstum und Ertrag " geschrieben. 05.10.2019

      Die 1103 Paulsen wäre für meine Bodenverhältnisse optimal, aber die Reife der darauf veredelten Sorten ist recht spät.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Sortenempfehlung Neuanlage" geschrieben. 05.10.2019

      Zitat
      Wer wird schon freiwillig auf SO4 Veredeln?



      Zumindest in der Vergangenheit war das in der Rebschule Schmidt die Standardunterlage. Ob das so noch ist, weiß ich nicht. Welche Unterlagen andere Rebschulen für Tafeltrauben verwenden, ist mir egal, da diese für mich zu späte Sorten anbieten.

      Ich jedenfalls habe bei meinen Bedingungen keine guten Erfahrungen mit SO4, gemacht: kleinere Trauben und Beeren und vor allem große Empfindlichkeit gegen Trockenheit. Nach und nach ersetze ich deshalb alle Reben mit SO4-Unterlage. SO4 kann die modernen osteuropäischen Tafeltraubensorten nicht ausreichend ernähren.
      SO4 ist sicher gut geeignet für gute, humöse, tiefgründige Böden ohne große Trockenperioden und zur Begrenzung der Wüchsigkeit, damit man die Reben im Weinberg enger setzen kann. SO4 ist nach wie vor die mit Abstand häufigste Unterlage im dt. Weinbau, danach kommt 5BB und erst in sehr großem Abstand 125AA, Binova, Börner, 8B usw.. Ein kleiner Vorteil von SO4 ist, dass die darauf veredelten Sorten etwas eher reif werden als auf den meisten anderen Unterlagen. Das spielt in Weinbauregionen mit schlechterem Klima und in ungünstigen Lagen schon eine Rolle. Mit dem Klimawandel und längeren Dürreperioden in Mittel- und Norddeutschland wird die relativ geringe Trockenfestigkeit der SO4 zum Problem und ich vermute mal, dass dann SO4 durch Börner (frühere Reife) und Teleki 8B (etwas spätere Reife als SO4) ersetzt wird.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Unterlage, und Ihre Einflüsse auf Reben Wachstum und Ertrag " geschrieben. 04.10.2019

      Habt Ihr gewußt, dass die Art der Unterlage auch Einfluß auf Reifezeit der Edelreissorte und auf die Verholzung und damit die Frostfestigkeit haben.
      Beispiele:
      - SO4 - mittel
      - 5BB - mittel bis spät
      - 125AA - mittel
      - 5C - früh bis mittel
      - 8B - mittel bis spät
      - Binova - mittel bis spät
      - Richter 110 - sehr spät
      - 1103 Paulsen - spät

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Stammhöhe" geschrieben. 04.10.2019

      Zitat
      Regenmengemangel ist riesiger Vorteil. Es werden Reben in der Wüste angebaut. Es reicht nur Tropfsystem in dem trockensten Teil der Erde.



      Für den Weinanbau in der Wüste gibt es spezielle Unterlagen, die sehr tiefe Wurzeln bilden, z.B. 110 Richter und 1103 Paulsen. Dafür wird jedoch sandiger bzw. lockerer Boden bis in große Tiefe benötigt. Diese Unterlagen werden im Mittelmeerraum und in Nordafrika verwendet. Für mich wären diese Unterlagen nichts, weil die Frostfestigkeit unklar ist, da es in Deutschland und in Mitteleuropa keine Erfahrungen gibt und weil ich zwischen einer Tiefe von ca. 0,35 ... 0,7 m eine Lehmschicht habe, welche von diesen Unterlagen nicht durchdrungen werden können. Zudem müßte man die Unterlagen in Südeuropa kaufen, da es diese in Deutschland nicht gibt.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Stammhöhe" geschrieben. 03.10.2019

      Zitat von jakob im Beitrag #7
      4.Warme Boden (Steine, Wasserbehälter, Folien)


      Anbei ist eine Datei, wie man in Norwegen für warme Böden im Weinanbau sorgt.

      Vor Jahren hatte ich mal schwarze Folie ausgelegt. Allerdings entstand unter der Folie eine gut geschützte Mäuseplage großen Ausmaßes. Die Folie schützt die Mäuse vor den Katzen. Insbesondere im Winter haben dann die Mäuse die Wurzeln der Reben als Frischgemüse betrachtet, wodurch eine ganze Reihe von Reben eingegangen ist. Ich dachte, es wäre der Frost gewesen, aber in Wirklichkeit waren es meist die Mäuse. Wenn die Folie liegt, kann auch der Mensch die Mäuse nicht bekämpfen. Deshalb habe ich die Idee mit der Folie schnell wieder aufgegeben.

      Allerdings habe ich nunmehr nur noch 4 privilegierte Standplätze an der Süd-West-Hauswand (größere Abstände) und dort befindet sich unter den Reben eine Schicht schwarzer Steine zur Wärmespeicherung und direkt an den Pflanzstellen befindet sich schwarze Lava 9-16 mm mit gleicher Zielstellung.

      Im Freiland haben die Reben eine Mulchscheibe, ebenfalls aus Lava. Diese schützt vor unmäßiger Verdunstung und wärmt ebenfalls. Mäuse mögen keine scharfkantige Lava, allerdings unterbuddeln sie teilweise die Pflanzscheiben von der Wiese aus.

      Zitat von jakob im Beitrag #7
      weil nach der Nächtliche feuchte oder Regen der Boden durch Verdunstung stark abgekühlt hat


      Was ist Regen? Hier regnet es seit Jahren in der Vegetationsperiode fast gar nicht mehr. Ich habe also kein Problem mit der Verdunstungskälte, sondern mit der Trockenheit. Außerdem verdunstet der nackte Boden mehr Wasser als das Gras, welches das Wasser etwas im Boden zurück hält. Allerdings bleibt das Gras länger feucht als der nackte Boden.

      Die ganze Rebenplantage mit schwarzer Lava auszulegen, wäre sehr teuer. Man braucht ca. 6 ... 7 Beutel a 20 Liter Lava pro Quadratmeter.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Stammhöhe" geschrieben. 03.10.2019

      Der Stamm ist bei mir einige cm unter dem untersten Draht zu Ende und die beiden Bogreben werden dann am untersten Draht befestigt. Früher war bei mir der unterste Draht bei ca. 60 cm. Ich habe richtige Weinbergspfähle aus verzinktem Stahl. Diese haben Führungen für die Spanndrähte. Weil ich Probleme mit dem Rasenmäher hatte, wenn Trauben dran hängen, habe ich den untersten Draht um eine Poisition höher eingeklickt.

      Zitat von Anselmo im Beitrag #4
      Dietmar, du bist Frostexperte, aber ist der Bodenfrost wirklich ein Problem bei niedrigem Stamm? Gefriert der Boden nicht als letztes, wenn der Stamm schon längst durchgefroren ist?


      Spätfröste sind oft nur Bodenfröste. Der Boden selbst gefriert dabei bei knapp unter Null nicht und dem Stamm sind Frösten meist egal, außer bei Jungreben. Empfindlich sind die Augen auf den Bogreben bzw. nach dem Austreiben die jungen Blätter.

      Der Frostbereich bei leichten Spätfrösten beträgt oft nur den untersten halben bis 3/4 m.

      Als Polarwinzer stehe ich vor einem Dilemma:

      Aus Spätfrostgründen müsste ich den untersten Draht möglichst hoch legen, am besten Hochstammreben verwenden. Aber dann wird die Laubwand zu niedrig und als Polarwinzer brauche ich eine große Laubwandfläche mehr als ein Traubenfreund in Weinbaugegenden.

      Für mich ist eine große Laubwand wichtiger als ein besserer Spätfrostschutz, denn die große Laubwand ist jedes Jahr wichtig, während es nicht jedes Jahr Spätfröste gibt und außerdem bauen ich nur recht frostfeste Sorten an. Dem Forum nach spielen Spätfröste in Weinbaugegenden eine größere Rolle als bei mir, denn die haben empfindlichere Sorten. Außerdem schlafen bei mir die Reben oft noch den Winterschlaf, während die ausgetriebenen Reben in den Weinbaugegenden von Spätfrösten heimgesucht werden. In den letzten 15 Jahren hatte ich nie nennenswerte Spätfrostschäden. Bei den Eisheiligen frieren höchstens mal die Triebspitzen ab.

      Zitat von Anselmo im Beitrag #4
      Generell bei den Vorteilen eines niedrigen Stammes wäre noch die (Nach-)Wärme des Bodens während der Vegetations zu nennen.


      Das trifft nur zu, wenn der Boden unter den Reben nicht bewachsen ist. Das bringt einige Zehntel Grad höhere Temperaturen. Durch die zunehmende Trockenheit ist es in meinen Augen wichtiger, die Wasserverdunstung des Bodens durch den Bewuchs mit Gras abzuschwächen. Da gibt es zwar keinen nennenswerten Wärmegewinn durch die Aufheizung des Bodens, aber durch den Klimawandel ist es ohnehin ein Grad wärmer geworden.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Stammhöhe" geschrieben. 03.10.2019

      Bei mir sind es ca. 60 ... 70 cm (unterster Draht). Ich erziehe vorwiegend auf 2 Bogreben.

      Vorteile niedriger Stammhöhe:
      - größere Laubwandfläche bei gleicher Laubwandhöhe

      Nachteile niedriger Stammhöhe:
      - Man muss sich beim Lesen tief bücken
      - Das Rasenmähen unter den Reben ist manchmal kompliziert, da Gefahr, daß Rasenmäher an Trauben hängen bleibt.
      - höhere Pero- und Botrytisdgefahr bei Unterwuchs
      - etwas größere Frostgefahr (Bodenfrost)

      Vorteile höherer Stämme:
      - Man muß sich nicht so bücken.
      - Geringere Spätfrostgefahr, da Bodenfrost oft nicht so hoch reicht.
      - geringere Botrytis- und Perogefahr
      - Unterwuchs unkomplizierter

      Nachteile höherer Stämme:
      - Kleinere Laubwandfläche und damit nur für warme Weinbaugebiete geeignet. Das ist das entscheidende Kriterium für die Entscheidung.

      Vielleicht kann das noch jemand ergänzen.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Oktober 2019" geschrieben. 01.10.2019

      Das linke Bild sieht schon ziemlich herbstlich aus.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Oktober 2019" geschrieben. 01.10.2019

      Bei mir hängen noch und sind noch nicht reif: Tigin und Monarch.

    • Dietmar hat das Thema "Literatur zu den Eigenschaften von Unterlagen" erstellt. 30.09.2019

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Sortenempfehlung Neuanlage" geschrieben. 30.09.2019

      Zitat
      Wer hat diese schwierigen Bodenverhältnisse das ist die Frage? Am Mosel vielleicht aber doch nicht bei dir oder bei mir. In Kalifornien USA oder Süd Frankreich ist das wichtig.



      Wie der Name sagt, ist das eine Züchtung aus Geisenheim in Deutschland und damit für Deutschland gezüchtet. Schwierige Bodenverhältnisse sind z.B. Kalkböden und oft Weinberge, weil auf Weinbergen in Gegenden mit wenig Niederschlag das Wasser im felsigen Boden nicht gehalten werden kann, so dass normale Unterlagen Trockenschäden herbei führen. Die sehr trockenfesten Sorten bilden sehr tiefe Wurzeln, was bei 125AA, 5BB und SO4 nicht der Fall ist, die relativ flachwurzelnd sind. Schwierige Bodenverhältnisse sind auch schwerer Lehm und toniger Lehm, vor allem bei wenig Niederschlägen.

    • Dietmar hat einen neuen Beitrag "Sortenempfehlung Neuanlage" geschrieben. 30.09.2019

      Zitat
      Haben vielleicht anderen Grund die zu verwenden.



      Es gibt folgende Hauptgründe:
      - Es gibt umfangreiche Untersuchungen, welche der 3 genannten Unterlagen auf welchem Boden wie wachsen und wie Ertrag und Mostgewicht der gepfropften Sorte sind. Da Weintrauben vergoren werden, ist der Zuckergehalt sehr wichtig, insbesondere in schlechteren Lagen.
      - Die "haben das schon immer so gemacht".
      - Die Rebschulen haben eigene Schnittgärten für Unterlagsreben und die stehen nun mal mit den üblichen Unterlagssorten voll und neuere Unterlagen haben es schwer, auf den Markt zu kommen.
      - Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt ..." --> Die Winzer bestellen ihre Reben mit der von ihnen gewünschten Unterlage und wenn die Winzer die Unterlage nicht kennen, bestellen sie die nicht. Dazu kommt, dass es in manchen Bundesländern, wie z.B. Hessen, Register aller Weinbauflächen gibt, wo je nach Bodenart, der Ausrichtung des Weinberges und der geplanten Weinrebensorte Unterlagen empfohlen werden und da stehen nun mal in erster Linie die älteren Unterlagensorten.

Empfänger
Dietmar
Betreff:


Text:
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Der Anbau von Tafeltrauben in Deutschland ist gar nicht schwierig und unmöglich, es liegt nicht an der Rebe, dem Wetter oder dem Boden, es ist eine Frage des Wollens, denn die Tafelrebe, eigentlich eine Liane, hat keine großen Ansprüche an den Boden. Sie ist starkwüchsig und an einem sonnigen Platz, mit dem richtigen Schnitt und ein bisschen Pflege wird sie uns mit ihren Trauben belohnen. Für kältere Lagen gibt es frühreifende Sorten die mit weniger Sonnentagen genauso zurechtkommen wie mit halbschattigen Standorten. Es gibt mittlerweile pilzwiderstandsfähige Reben, sogenannte PIWI Reben, die weniger Behandlung benötigen. In diesem Sinne, schauen Sie in unser Forum herein und lassen Sie sich inspirieren. Ihre Fragen und Diskussionen sind hier willkommen!


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