Austriebsverzögerung im Frühjahr

15.02.2026 09:56 (zuletzt bearbeitet: 15.02.2026 10:00)
#1
Re

Hallo zusammen,

nicht die Tiefsttemperaturen im Winter sind der Feind des Gärtners, sondern eher die Spätfröste im Mai.

Ich frage mich, wie man die Reben zwischen Februar und April behandeln kann, um den Austrieb zu verzögern.

Bereits getestet:
Beschattung. Vor einigen Reben habe ich je ein vertikales Brett platziert, das Stamm und Wurzelbereich schattiert.
Beschattete Reben waren Unbeschatteten 2-3 Wochen hinterher, was den Austrieb angeht.

Noch nicht getestet:
Später Rebschnitt. Normalerweise würde ich jetzt, Mitte Februar, schneiden.
Wenn ich unterstelle, dass der ungeschnittene Stock etwa 100% seiner Knospen hat und sich der einsetzende Saftstrom dort verteilt, scheint sich der selbe Saftstrom auf etwa 10% der Knospen zu konzentrieren, wenn bereits geschnitten ist.

Man würde bei der Idee sogar ein Ausbluten durch späten Schnitt in Kauf nehmen. Hauptsache die verbleibenden 10% Augen bekommen von März bis Mai möglichst wenig Druck und Austrieb. Also Schnitt nicht vor Mitte/Ende März.

Kann das Sinn machen?


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15.02.2026 18:24
avatar  Dietmar
#2
Di

Zitat
nicht die Tiefsttemperaturen im Winter sind der Feind des Gärtners, sondern eher die Spätfröste im Mai.


Ja, aber:
Schlecht ist auch der häufige Temperaturwechsel um den Gefrierpunkt.

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre, kann es in Dresden bis etwa 22. Mai Spätfröste geben, also noch später als die Eisheiligen. So lange kann man gar nicht den Austrieb verzögern, egal mit welcher Methode. Allerdings gibt es hier nur etwa jedes 2. Jahr Spätfröste.

Zum Rebschnitt: Ich schneide gewöhnlich erst Anfang/Mitte März, da es mir im Februar noch zu kalt für mich ist. Früher war mal der Januar der kälteste Monat. Jetzt ist es hier oft der Februar. Allerdings steigt hier Mitte März noch nicht der Saft, d.h. die Reben bluten da noch nicht.

Der Spätfrost ist hier insbesondere bis etwa dem 4. Pflanzjahr einer Rebe für diese tödlich, d.h. bei so jungen Reben treiben oft keine Ersatzknospen aus. Bei älteren Reben erfrieren auch mal die Blätter und Gescheine bei Spätfrost, aber die Rebe überlebt wenigstens und treibt aus Ersatzknospen aus, so dass wenigstens im folgenden Jahr ein Ertrag möglich wäre.
Innerhalb der ersten 4 Jahre nach der Pflanzung erfrieren bei mir ca. 50 % der Reben bei Spätfrost tödlich. Besonders empfindlich waren bei mir:
- Daria
- Slawa Ukraine
- Brawissimo
- Katalonia
- Rembo, um nur einige zu nennen.

Ich kaufe deshalb oft eine Rebe pro Sorte mehr als Reserve, welche ich getopft eingrabe. Ganz junge Reben häufele ich eteas an.


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16.02.2026 22:45 (zuletzt bearbeitet: 16.02.2026 22:46)
avatar  Zampe
#3
Za

Sehe ich genauso. Eine Austriebsverzögerung würde mich hier im Rhein-Main Gebiet vor dem Spätfrost nicht schützen. Die Knospen sind dann Mitte Mai trotzdem ausgetrieben und es würde den Schaden nicht besonders reduzieren. Ich schneide Ende Februar und verfolge dann in Argrarwetter die Temperaturprognosen für mein Gebiet. Wenn es eng wird, ziehen wir dicke Bahnen Wintervlies auf. Das ist bei 30 Reben ein überschaubarer Aufwand. Die letzten Jahre war ich damit gut gefahren, während die Walnussbäume aussen rum alle erfroren sind.


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17.02.2026 11:13
#4
avatar

Die vielen Augen stehen lassen hat den Nachteil, dass die Energiereserven schnell erschöpft sind. Sprich, keine Vitalität da ist und auch im Herbst kaum Winterhärte aufgebaut werden kann. Da wird man also nix gewinnen. Zumal es eh abfriert, wie Zampe schon geschrieben hat.

Wenn es um den verzögerten Austrieb gehen würde und nur ein paar Tage rausgeholt werden müssen, das Schattenbrett ist eine Option, helle Mulchmaterialien wie Kleintierstreu oder weiße Spargelfolie würden auch gehen.
Ein paar Tage Verzögerung kann auch die Spritzung mit einem Rapsölpräparat liefern.

Ansonsten auf den Draht mit der Ertragsrute ein elektrisches Heizungsrohr installieren.


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17.02.2026 11:32
avatar  Laborax
#5
La

Also ich denke schon, dass ein 2 bis 3 Wochen späterer Austrieb etwas bringt. Für die Spätfröste Mitte Mai reicht's sicher nicht, aber vor einigen Frösten im April wäre die Rebe doch noch geschützt.
Ob der Schnittzeitpunkt großen Einfluss hat, glaub ich nicht. Mein Vater schneidet im Dezember, ich im März. Da ist mir noch kein großer Unterschied aufgefallen.


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18.02.2026 21:26
avatar  Micha74
#6
avatar

Lass mal eine frostrute senkrecht stehen.
Ist zwar energieverschwendung, aber kann helfen.
https://youtu.be/SLLOh7ElFrE?si=7sZw6y5j_LhoGLcX


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