Sorge vor schneller Ausbreitung - Für Weinbau gefährlich: Rebkrankheit erstmals in Südbaden nachgewiesen

25.11.2025 23:06
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Sorge vor schneller Ausbreitung

Für Weinbau gefährlich: Rebkrankheit erstmals in Südbaden nachgewiesen

In mehreren Weinlagen in Südbaden ist erstmals die "Goldgelbe Vergilbung" festgestellt worden. Die Rebkrankheit kann sich schnell ausbreiten.


Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuer...dbaden-100.html

Stand: 25.11.2025, 9:08 Uhr
Von Autor/in: Vanessa Amann

In Südbaden ist die Rebkrankheit "Goldgelbe Vergilbung" nachgewiesen worden. Deutschlandweit sind es wohl die ersten Fälle der Krankheit. Laut dem Staatlichen Weingut Freiburg sind einzelne Rebflächen in den Landkreisen Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und im Ortenaukreis betroffen. Die Krankheit wird durch die invasive Amerikanische Rebzikade übertragen.

Schnelle Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung befürchtet

Die Rebkrankheit wird von einem bakterienähnlichen Organismus ausgelöst und breitet sich vor allem dann schnell aus, wenn auch ihr Überträger vor Ort ist. Genau das trifft auf das betroffene Gebiet im Markgräflerland zu. Dort wurde die Amerikanische Rebzikade bereits im vergangenen Jahr gefunden. Sie gelte als Hauptüberträgerin der Goldgelben Vergilbung, so das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) .

So zeigt sich die Krankheit an der Rebe

Die ersten Anzeichen der Krankheit sind verfärbte Blätter, die sich einrollen. Die Triebe wachsen schlechter, die Beeren können eintrocknen oder einen bitteren Geschmack entwickeln. Für die Weinproduktion seien befallene Reben dann nicht mehr geeignet und oft stürben die Pflanzen vorzeitig ab, erklärt René Fuchs vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg.

In Ländern wie der Schweiz, Italien und Frankreich hat die Krankheit bereits größere Schäden verursacht. In Deutschland kam die Rebkrankheit bisher nach Angaben des Bundesforschungsinstitutes für Kulturpflanzen (Julius Kühn Institut) nicht vor.

Betroffene Rebflächen müssen gerodet werden

Von der EU wird die Goldgelbe Vergilbung als sogenannte Unionsquarantänekrankheit eingestuft. Tritt sie auf, gelten klare Regeln: Befallene Reben müssen gerodet und die Amerikanische Rebzikade gezielt mit Insektiziden bekämpft werden. In Bad Bellingen, Efringen-Kirchen und Schliengen hat das Landratsamts Lörrach bereits im Januar eine Verfügung erlassen, um die Amerikanische Rebzikade zu bekämpfen. Das Weinbauinstitut Freiburg überprüft die Gebiete regelmäßig.


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26.11.2025 13:42
avatar  Dietmar
#2
Di

Zum Glück gibt es bei mir noch echte Winter, der Feind aller subtropischen Erreger bzw. Überträger. Das dürfte die betreffende Rebzikade etwas ausbremsen, bevor diese in meinem Weingarten aufschlägt.. Bis dahin gibt es hoffentlich ein Spritzmittel gegen das "Bakterium".


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26.11.2025 14:20
#3
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Da kannst du lange warten. Antibiotika sind im Gartenbau passee.
Da hilft nur die Zikaden mit Insektiziden zu bekämpfen bzw die betroffenen Reben zu roden. So wie bei anderen Phytoplasmen oder Viren und Kulturen wie Aprikose, Zwetschge usw auch.

Resistente Unterlagen, abwarten, was da kommt.


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26.11.2025 19:26
avatar  Dietmar
#4
Di

Ich weiß ja nicht, wie der Wirkmechanismus ist, deshalb meine Frage dazu:

Laut Beschreibung werden die Blätter gelb und rollen sich zusammen. Wie soll eine resistente Unterlage, so es sie in Zukunft gäbe, die Infektion der Blätter verhindern, wenn der Eintritt der Bakterien mit Hilfe der Zikaden über die Blätter erfolgt?

Eine resistente Unterlage wirkt nur dann, wenn der "Angriff" der Bakterien im Bereich der Unterlage erfolgt, wie z.B. bei der Reblaus.


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27.11.2025 11:23
#5
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Die Symptome treten frühestens im Jahr nach der Infektion auf.
Die Zikaden schleusen über die Saugtätigkeit die Erreger in den Saftstrom der Pflanze ein, dort vermehrt er sich und wandert mit dem Saftstrom im Herbst in die Speicherorgane wie Stamm und Unterlage.
Das kann viele Jahre so gehen und irgendwann ist die Konzentration der Erreger so hoch, dass Symptome auftreten oder die Leitungsbahnen verstopfen usw.


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